Fototipp: Tierfotografie - Vögel werden als Fotomotiv immer beliebter

Dieter Krämer, Lustiges Spatzen-Bad, Blende-Fotowettbewerb
Dieter Krämer, Lustiges Spatzen-Bad, Blende-Fotowettbewerb
Waren es vor zwei, drei Jahren die Schnecken und im vergangen Jahr die Füchse, die als Fotomotive im bevorzugten fotografischen Fokus standen, so scheinen es – wenn es nach den bisher eingereichten Wettbewerbsbeiträgen zu „Blende 2017“ und der thematischen Vorgabe „Tierische Begegnungen“ geht – in diesem Jahr die Vögel zu sein. Insbesondere die „kleine“ Vogelwelt scheint Fotobegeisterte besonders zu inspirieren, den Kameraauslöser zu betätigen. Wie aber entsteht ein Motivtrend wie der aktuelle? Dafür gibt es unzählige Gründe. Gefördert wird er in jedem Fall durch die zurzeit stetig wachsende Zahl an Vogelaufnahmen im Netz. Diese motivieren zusätzlich und entfachen bei jedem Einzelnen den Ehrgeiz, sich der Vogelfotografie zu stellen. Das Fotoequipment ist ein weiterer, sicherlich nicht von der Hand zu weißender, Punkt. Hier ist generationsübergreifend bei Fotobegeisterten eine weiter steigende Professionalisierung auszumachen, die somit auch über das fototechnische Rüstzeug verfügen, dass für die Vogelfotografie schlichtweg notwendig ist. Aktuelle Aufnahmegeräte mit ihrer immer schneller werdenden Serienbildfunktion und/oder 4K beziehungsweise 6K, befördern den Motivhype ebenso, revolutionieren diese Kamerafeatures doch gerade die Momentfotografie. Zudem hat das Motivgebiet Vögel den großen Vorteil, dass man sie überall antrifft.

Fotoequipment – Für die Vogelfotografie bestens gewappnet

Robert Sommer, Fütterungszeit, Blende-Fotowettbewerb
Robert Sommer, Fütterungszeit, Blende-Fotowettbewerb
Wer sich der Vogelfotografie hingibt, für den ist eine Spiegelreflex- beziehungsweise kompakte Systemkamera mit Teleoptik Pflicht. Mit Einschränkungen ist auch eine Superzoom- beziehungsweise Bridgekamera mit 20-fach Zoom und mehr geeignet. Klar im Vorteil sind all diejenigen, die über ein aktuelles Kameramodell verfügen. Gerade in Punkto Geschwindigkeit hat sich eine ganze Menge bei der Kamera-Weiterentwicklung getan. Ist man bereits im Besitz einer Kamera die mit dem Features 4K oder 6K ausgestattet ist, so erhöht man damit ebenso die Wahrscheinlichkeit den entscheidenden Moment fotografisch einzufangen wie mit einer sehr schnellen Serienbildfunktion. Ob man sich für ein leichtes oder sogenanntes schweres Teleobjektiv entscheidet, hängt zum einen vom Kamerasensor (Cropfaktor), aber auch von der zu überbrückenden Distanz und der Größe des Vogels ab. Brennweiten von 300 bis 500 mm gelten als optimal, wenn Vögel in der freien Natur fotografiert werden. Sollen Vögel im heimischen Garten, wo meist nicht so große Distanzen überbrückt werden müssen, abgelichtet werden, so reicht möglicherweise schon eine Brennweite von 200 bis 300 mm. Um die Reichweite zu erhöhen, können auch Telekonverter zum Einsatz kommen. Lichtstark sollten die Objektive in jedem Fall sein – am falschen Ende zu sparen, rechnet sich nicht. Sehr hilfreich ist ein Stativ. Es entlastet nicht nur die Arme und Hände des Fotografens, sondern hilft Verwacklungen zu vermeiden, und dass die Kamera nicht verkantet wird.

Kameraeinstellungen – Was ist ratsam

Jürgen Lucht, Vollbremsung, Blende-Fotowettbewerb
Jürgen Lucht, Vollbremsung, Blende-Fotowettbewerb
Welche Kameraeinstellungen man vornimmt, hängt von den Aktionen der Vögel ab. Möchte man Vögel im Flug beispielsweise ablichten, so sollte man sich darüber bewusst sein, dass in mindestens 10 Prozent der Fälle das Timing darüber entscheidet, ob die Aufnahme gelingt. Der Autofokus sollte in den Modus „Nachführen“ geschaltet, ein einzelner Schärfenpunkt festgelegt und die Verschlusszeit bei 1/500 oder noch kürzer eingestellt sein. Möchte man hingegen den Wasservogel, wie zum Beispiel den Eisvogel, bei der Jagd nach Futter, wenn er sich ins Wasser stürzt fotografieren, so sollte man sich für die Blendenautomatik, eine Verschlusszeit von 1/2.000 oder noch kürzer und in jedem Fall für die Serienbildfunktion entscheiden. Damit der Bildausschnitt identisch ist, gehört die Kamera auf ein Stativ. Hat es einem aber das Rotkelchen oder die Meise im heimischen Garten angetan, so hat man das Glück, dass die Vögel in der Regel an einen gewöhnt sind und etwas an Scheu verloren haben. Zudem kann man sich als Fotograf die Futterplätze zunutze machen. Immer wieder sehr beliebt sind Zugvögel bei ihren Formationsflügen. Damit man nicht nur schwarze Punkte später auf den Bildern zu sehen bekommt, ist ein schweres Teleobjektiv Pflicht. Die Zugvögel sollten sich natürlich vom Hintergrund abheben – ein wolkenverhangener grauer Tag bringt keine imposanten Aufnahmen hervor.

Weitere Zutaten für sehenswerte Aufnahmen

Christine Pabst, Treffen sich ein Reiher und ein Ibis..., Blende-Fotowettbewerb
Christine Pabst, Treffen sich ein Reiher und ein Ibis…, Blende-Fotowettbewerb
Mit der Ausrüstung ist es – wie immer in der Fotografie – natürlich allein nicht getan. Weitere Zutaten sind Beobachtungsgabe, Geduld mit sich sowie den Vögel und gegebenenfalls entsprechende Tarnung. Wird in der freien Natur fotografiert, so sollte die eigene Bekleidung erdfarben sein – damit fällt man nicht auf. Viele Fotografen, die länger im Gelände verweilen, nutzen zudem ein Tarnzelt und tarnen zudem auch noch ihre Ausrüstung.

Blende – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Gabriele Klatt, Man muß nur Geduld haben, vielleicht fällt ja was runter!, Blende-Fotowettbewerb
Gabriele Klatt, Man muß nur Geduld haben, vielleicht fällt ja was runter!, Blende-Fotowettbewerb
„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Ilona Kusche, Besucher mit Fliege, Blende-Fotowettbewerb
Ilona Kusche, Besucher mit Fliege, Blende-Fotowettbewerb
„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Übrigens: Der Startschuss zu „Blende 2017“ ist inzwischen gefallen. Weitere Informationen: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende/blende-2017-startschuss-zur-43-runde-gefallen-10010700

Fotografieren in der Praxis 07 / 2017

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