Tierfotografie - Vögel vor der Kamera

© Blende, Sascha Lässig, Ein Farbklecks in der Wintertristesse Bildgalerie betrachten © Blende, Sascha Lässig, Ein Farbklecks in der Wintertristesse

Vögel sind begeisterungswürdige Fotomotive – das liegt an ihrer Vielfalt, aber auch an ihrem Verhalten. Keine Vogelaufnahme gleicht der anderen, und das macht es zusätzlich so spannend. Tolle Aufnahmen von Vögeln sind kein Selbstläufer – außer der heimische Papagei oder Wellensittich ist das Motiv. Vögel in der Natur sind mit wenigen Ausnahmen äußerst scheu und darin liegt einer der großen Herausforderungen für Fotografen. Auch, wenn die Bildqualität und der Funktionsumfang bei aktuellen Smartphones immer umfangreicher werden, so sind diese Aufnahmegeräte für das wirkungsvolle Ablichten von Vögeln ebenso wenig geeignet wie Kompaktkameras mit beispielsweise Dreifachzoom. Sogenannte Bridgekameras – auch als Superzoomkameras bezeichnet – und natürlich kompakte System- und Spiegelreflexkameras mit Teleoptik sind Voraussetzung für tolle Vogelbilder. Mit diesen Aufnahmegeräten lassen sich Distanzen überwinden und man kann mit dem notwendigen Abstand aus dem Verborgenen fotografieren. Ratsam ist zudem der Einsatz eines Stativs. Das entlastet nicht nur die Arme und Hände, sondern wirkt auch Verwacklungen entgegen. Ob Sie sich für ein Dreibein- oder ein Einbeinstativ entscheiden, hängt natürlich auch davon ab, wie und wo Sie die Vögel ablichten. Im heimischen Garten würden wir dem Dreibeinstativ den Vorzug geben, während wir bei einer langen Wanderung durch unwegsames Gelände wahrscheinlich das Einbeinstativ wählen würden. Wir sagen wahrscheinlich, denn auch unter den Dreibeinstativen gibt es mittlerweile so leichte Vertreter, dass sie eigentlich nicht ins Gewicht fallen.

Voraussetzung für überzeugende Vogelaufnahmen ist Beobachtungsgabe. Jeder, der die Verhaltensweisen und somit Gewohnheiten von Vögeln kennt, kann aus fotografischer Sicht vorausplanen – dies erhöht die Wahrscheinlichkeit wirkungsvoller Aufnahmen. Jetzt, in der Winterzeit, spielt die Vogelfütterung jedem Fotografen natürlich in die Karten.

Vögel sind nicht nur scheu, sondern auch verdammt schnell. Viel Zeit zwischen den einzelnen Aufnahmen hat man als Fotograf dementsprechend nicht, weswegen wir der Zeitautomatik als Kameraeinstellung den Vorzug geben würden. Diese Einstellung hat den großen Vorteil, dass die Kamera sich um die richtige Belichtungszeit kümmert. Da die Vögel im Mittelpunkt stehen sollen, gilt es, mit der Schärfentiefe zu spielen. Aus diesem Grund ist einer mittelgroßen bis großen Blendenöffnung der Vorzug zu geben. Der Hintergrund ist unscharf, wodurch sich der Vogel von diesem besser abhebt. Auf die Verschlusszeit gilt es natürlich zu achten. Diese sollte kurz gewählt werden, mit Werten zwischen 1/500 Sekunde und 1/1.000 Sekunde. Um unterbelichtete Aufnahmen zu verhindern, muss gegebenenfalls der ISO-Wert entsprechend auf beispielsweise 800 erhöht werden. Das mittige Autofokussfeld erachten wir als das zuverlässigste, um scharfe Aufnahmen zu erhalten. Alternativ, sofern die Kamera die Option bietet, kann man auch die Autofokuseinstellung wählen, mit der das Motiv verfolgt wird. Prädestiniert für die Vogelfotografie ist die Serienbildfunktion – die Frequenz, in der Bilder aufgenommen werden, hängt von der Kamera ab. Empfehlenswert sind mindestens drei Bilder in der Sekunde.

Fotografieren in der Praxis 12 / 2014

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