Tierische Momente im Winter

Lohnendes Objekt? Bildgalerie betrachten

Blende ,“Lohnendes Objekt?”
Egid Orth

Wenn in der Naturphotographie von Geduld die Rede ist, so gilt das für die Tierphotographie erst recht. Unendlich viel Zeit kann verstreichen, bis man ein Tier vor die Linse bekommt, erst recht dann, wenn in der freien Wildbahn der Auslöser betätigt wird. Aufnahmen, die der Photograph bei seinen Streifzügen durch die Natur immer wieder machen wird, sind Porträts von Tieren. Anfangs ist man begeistert, die Tiere überhaupt vor die Linse bekommen zu haben und zwangsläufig wird wild drauflos geknipst. Aussagekräftige Aufnahmen verlangen jedoch nach wirklich lohnendem Informationsgehalt mit der Herausarbeitung von charakteristischen Merkmalen.

Um Tiere in freier Wildbahn in akzeptabler Größe aufs Bild zu bekommen und die charakteristischen Merkmale herauszuarbeiten, braucht es starke Zoom-Objektive oder aber Teleobjektive. Je nach Größe der Tiere und dem Abstand zu ihnen können 200mm-Objektive ein guter Anfang sein. Idealer sind jedoch 400mm-Objektive. Für noch entfernte kleinere Motive sind auch 500mm oder 600mm-Objektive interessant, mit denen sich an einigen digitalen Kameras Brennweiten von fast 1.000mm ergeben. Mit zunehmender Brennweite nimmt das Objektivgewicht zu - ein Stativ entlastet die Arme und ist neben eventueller Bewegungsstabilisatoren ein Garant für verwacklungsfreie Aufnahmen. Neben der Brennweite ist auch die Lichtstärke eines Objektivs von Bedeutung. Objektive mit einer höheren Lichtstärke sind meist etwas kostspieliger, dafür schaffen sie Reserven, um auch bei schlechten Lichtverhältnissen, wie im Wald oder in der Dämmerung, zu exzellenten Bildergebnissen zu gelangen.

Kameras zeichnen sich durch einwandfrei funktionierende Programmautomatiken aus. Gerade bei Aufnahmen im verschneiten Gelände besteht jedoch die Gefahr der Überbelichtung, weil die Lichtreflexion durch den Schnee viel stärker ist. Wenn jedoch das Motiv ein relativ dunkles Objekt, wie beispielsweise einen Wolf, mit einschließt, dann ist Unterbelichtung wahrscheinlicher als Überbelichtung. Die Helligkeit des Schnees beeinflusst das Messergebnis des Belichtungsmessers, das Tier wird zu dunkel und weist zu wenig Zeichnung auf. Um in solchen Fällen eine Unterbelichtung zu vermeiden, sollte bei der Belichtungsmessung das Tier anvisiert werden. Die sicherste Methode aber ist, mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungskombinationen zu machen.

Ein Skylight-Filter ist übrigens ein praktisches Hilfsmittel zur Korrektur der Belichtung bei Winteraufnahmen. Es ist beinahe farblos, hält aber das unsichtbare ultraviolette Licht zurück, das durch die Luftmoleküle in der Atmosphäre gestreut wird. Das Dämpfen der ultravioletten Strahlung hilft, Überbelichtungen zu vermeiden, lässt den Himmel auf vorteilhafte Weise dunkler erscheinen und verhindert außerdem, dass der Schnee bei Farbaufnahmen unnatürlich blau wirkt - ein Effekt, der auf die Reflexion des Lichts durch die Schneekristalle zurückzuführen ist. Auf die Lichtrichtung, sofern man die Möglichkeit hat, ist auch zu achten. Schräg einfallendes Licht bietet den Vorteil, Tonwertunterschiede zu erzielen. Viele kleine Spitzlichter und Halbschatten bringen Farbe und Oberflächenstruktur des Felles voll zur Geltung.
 

Fotografieren in der Praxis 12 / 2006

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