A wie Ameise bis Z wie Ziege

Auf Samtpfoten zur Jagd Bildgalerie betrachten

Blende ,“Auf Samtpfoten zur Jagd”
Doris Wolfer

Tiere finden nicht nur in Sprichwörtern - "Zwei wie Hund und Katz", "Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf dem Tisch" -, in Kinderliedern - "Alle Vögel sind schon da", "Alle meine Entchen", in Märchen - "Der Froschkönig", "Die sieben Raben" oder in Opern, Erzählungen, Romanen und Filmen - "Schwanensee", "Farm der Tiere", "Felidae", "Ein Schweinchen namens Babe" - große Beachtung, sondern ebenso in der Photographie. Tiere gehören zu den bevorzugten Photomodellen bei den Hobbyphotographen.

Tiere können in ihrem typischen Verhalten mit der Kamera oder in ihrem Verhältnis zu gleichartigen und anderen Tieren im Bild festhalten werden. Für welches Tier man sich entscheidet, hängt davon ab, welche Tiere einen begeistern beziehungsweise, welche einem vor der Linse erscheinen. Ganz gleich, ob man sich für Haustiere, beispielsweise Nachbars närrisches Zicklein, entscheidet, ob die portraitierten Tiere im Zoo oder im Wildpark leben, ob auf dem Bauernhof, in den Bergen, in der Stadt oder in freier Wildbahn, ob sie sich auf dem Land, im Wasser oder in der Luft befinden, Motive gibt es in Hülle und Fülle.

Ideale Motive sind gerade für den nicht so geübten Hobbyphotographen Tiere, mit denen man vertraut st. Sie kennen ihr Verhalten, ihre Reaktionen, ihre Eigenheiten. Diese Tiere sind an sie gewöhnt und ohne Scheu. Das wird es Ihnen erleichtern, sie gekonnt mit der Kamera einzufangen. Halten Sie „Ihr“ Tier in typischen oder humorvollen Posen, außergewöhnlichen Situationen oder in ganz alltäglichen Momenten mit der Kamera fest.

Tiere in der Landschaft sind ebenfalls reizvolle Motive, seien es Pferde auf der Koppel, weidende Schafe oder beispielsweise der Almabtrieb. Mit dem bloßem „Ablichten“ ist es allerdings nicht getan. Hier sind Bildgestaltung und die Vermittlung der Stimmung ein absolutes Muß und ein Garant für den Bilderfolg. Vergessen Sie die alte Regel von der Sonne im Rücken. Zaubern Sie mit Gegen- oder Seitenlicht. Ein dunkles Tierfell und glänzendes Gefieder werden am deutlichsten und schönsten bei leicht diesigem Himmel wiedergegeben, bei fast schattenloser Beleuchtung. Stimmungsaufnahmen gelingen stets bei stark streifendem, die Plastizität betonendem Licht am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang. Das emotional stark ansprechende Gegenlicht betont die Form, schafft glänzende Lichtsäume bei sonst fast zeichnungslosen Silhouetten. Im Zoo kann man sich den Luxus erlauben, auf das ideale Licht zu warten oder an einem anderen Tag wiederzukommen.

Photographisch gut gerüstet ist man mit jeder Kamera - egal ob man sich mit der Unterwasser-Single-Use-Camera auf die Jagd nach dem Regenbogenfisch oder Moby Dick macht oder sich im Makromodus auf die Suche nach der kleinen Raupe Nimmersatt oder Puck, der Stubenfliege, begibt. Das sichere Auge zählt mehr als das technische Know-How. „Alte Hasen“ und Sonntagsphotographen - alle haben bei diesem Thema die gleichen Chancen.

Geduld und Ausdauer sind bei der Tierphotographie Grundvoraussetzung für gute Ergebnisse. Da heißt es üben und sich an den Erfolg herantasten, denn nicht jede Aufnahme wird ein Volltreffer sein. Futter oder Spielzeug sind manchmal probate Mittel, sich Tiere für die Kamera „gefügig“ zu machen. Wirft man beispielsweise eine Handvoll Körner auf den Hühnerhof, so wird man das schönste Gruppenbild mit Hahn erhalten. Spielende Tiere werden oft das vorgesehene Aufnahmefeld verlassen. Dann hilft nur die schon erwähnte Geduld und das Warten auf ihre Rückkehr.

Unabhängig davon, ob analog oder digital photographiert wird, sollte bei Tierportraits grundsätzlich auf die Augen scharf gestellt werden, denn unscharfe Augen wirken leblos. Jedes Tier sollte nach Möglichkeit in der Höhe seines Kopfes aufgenommen werden. Je schneller sich ein Tier bewegt, desto schwieriger ist es, es scharf abzubilden. Ein Autofokusobjektiv und die Belichtungszeit sind die Lösung. Als besonders hilfreich erweisen sich Autofokuszooms, da sich damit die Bildausschnitte optimieren lassen.
Wer in Wald und Flur photographiert, ist angehalten die geltenden Naturschutzbestimmungen beachten. Größte Vorsicht sollten Sie vor allem bei Nestaufnahmen walten lassen und bei gefährdeten Tieren auf das Photographieren ganz verzichten. Und bitte quälen Sie die Tiere für Ihre „tierischen“ Aufnahmen nicht. Wer mit wachsamem Auge unterwegs ist, dem bieten sich so viele Motive.
 

Fotografieren in der Praxis 05 / 2005

51 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden