Abgetaucht - eine Oase für unzählige Photomotive

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“Abgetaucht”
Nikolaos Kamberidis

Urlaubszeit ist Photozeit. Viele zieht es in fremde Regionen, um dem Alltag zu entfliehen und die Seele baumeln zu lassen. Erholung pur stellt für viele Menschen das Meer dar, mit seiner unendlichen Weite, aber auch mit seiner Schönheit unter Wasser, die sich einem erst erschließt, wenn abgetaucht wird. Die Kamera darf und sollte bei Unterwasserexkursionen nicht fehlen, denn das Atemberaubende was einem dort begegnet, sollte man - ob analog oder digital - im Bild dauerhaft festhalten. Damit die Kamera nicht im wahrsten Sinne des Wortes absäuft, sollte sie dafür ausgelegt sein, mit ihr auch abtauchen zu können. Zum einen gibt es spezielle Unterwasserkameras, viele Hersteller bieten aber zu ihren Kameras auch Unterwassergehäuse an, mit denen unbeschwert die Vielfalt unter Wasser eingefangen werden kann. Wichtig ist darauf zu achten, bis zu welcher Tauchtiefe das Unterwassergehäuse eingesetzt werden kann.

Landschaften über Wasser zu photographieren ist im Vergleich zur Unterwasserphotographie ein leichtes, denn wir sind den aufrechten Gang gewöhnt und können uns ganz auf das Motiv konzentrieren. Unter Wasser haben wir mit der Tarierung zu kämpfen, man kann im wahrsten Sinne des Wortes abkippen. Wichtig ist, auf eine stabile Tauchlage zu achten, die beispielsweise durch eine richtige Verteilung des Bleis erreicht wird. Bevor man das Motiv unter Wasser mit der Kamera anvisiert, sollte die Tarierung in jedem Fall überprüft und gegebenenfalls angepaßt werden. Während des Auslösens ist dafür keine Zeit. Was für den Taucher gilt, trifft auch für die Photoausrüstung zu. Um in jeder Situation frei schwebend bestehen zu können, sollten die Aufnahmegeräte nicht mehr als 250 Gramm Ab- oder Auftrieb haben. Die Kamera sollte schon in ausreichender Distanz auf das Motiv eingestellt werden. Ist man direkt vor dem Motiv, ist dafür keine Zeit. Zudem kann es sein, daß man das Objekt seiner Begierde durch sein Hantieren verscheucht.

Um die Unterwasserwelt nicht zu zerstören und damit zu gefährden, gilt Umsicht. Viele Unterwasserphotographen sind so mit dem Photographieren beschäftigt, daß es ihnen entgeht, wie sie gerade mit dem Flossenschlag beispielsweise beim umdrehen das gerade abgelichtete Motiv vom Felsen „fegen“. Um dies zu verhindern, ist ein „sauberer“ Abgang ebenso wichtig wie eine gute Annäherung. Der richtige Flossenschlag erleichtert das Photographieren unter Wasser und schont die Umwelt. Gemeint sind der „Flatter-“ und „Seitenkick“ sowie der „Entenschlag“. Befindet man sich nahe am Grund, empfiehlt sich der „Flatterkick“. Mit stark angewinkelten Knien werden die Flossen nicht auf und ab, sondern in einer halbrunden Bewegung nach oben zusammengeschlagen. Die Bewegung erfolgt nur über die Knie. Möchte man mehr Geschwindigkeit aufnehmen, so bietet sich der „Entenschlag“ an. Die Knie werden stark angewinkelt und die Flossen auf und ab bewegt. Beide Techniken werden beim Höhlentauchen angewendet, um kein Sediment aufzuwirbeln, das die Sicht trüben würde. Beim „Seitenkick“ werden die Flossen nicht nach oben und unten bewegt, sondern nach rechts und links. Die so durch die Flossen erzeugte Druckwelle, zieht den Taucher zur Seite weg. Auf diese Weise ist es möglich, weder Sand noch Sediment aufzuwirbeln, die Sicht bleibt klar.
 

Fotografieren in der Praxis 08 / 2006

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