Fototipp: Unterwasserfotografie - jeder kann sich diese für kleines Geld erschließen

Die Unterwasserfotografie bringt Fotomotive hervor, die schon allein deswegen zu begeistern verstehen, weil allein prozentual von der Gesamtbevölkerung gesehen nur wenige in diese reizvolle Unterwasserwelt abtauchen. Rein aus fotografischer Sicht kann sich heute jeder auch mit kleinem Budget die Unterwasserwelt fotografisch erschließen – man muss noch nicht einmal tief abtauchen, um zu sehenswerten Aufnahmen zu gelangen, wie der „Blende“-Wettbewerbsbeitrag „Karettschildkröte auf Grand Cayman“, eingereicht von Robert Müller zur diesjährigen thematischen Vorgabe „Tierische Begegnungen“, eindrucksvoll zeigt. Es bedarf natürlich entsprechenden wassertauglichen Fotoequipments – das Angebot an Aufnahmegeräten in unterschiedlichen Preisklassen ist groß. Schnorchelt man nicht nur und geht es ab in die Tiefe, dann muss man im Besitz eines Tauchscheins sein und auch über entsprechende Ausrüstung verfügen.

Robert Müller, Karettschildkröte auf Grand Cayman, Blende-Fotowettbewerb
Robert Müller, Karettschildkröte auf Grand Cayman, Blende-Fotowettbewerb

Fotoequipment

Das Angebot an Aufnahmegeräten für die Unterwasserfotografie ist vielfältig. Für welches man sich entscheidet, hängt von den Begebenheiten unter Wasser, der Tauchtiefe und den Ansprüchen an die Aufnahmen ab. So kann man auf die sogenannten wasserdichten Single Use Kameras zurückgreifen. Ihr Leistungsumfang ist jedoch begrenzt. Wesentlich bessere Bildergebnisse garantieren die sogenannten Outdoorkameras die, je nach Modell, bis zu einer definierten Wassertiefe, wasserdicht sind. Ist man im Besitz einer hochwertigen Kompaktkamera, einer kompakten System- oder Spiegelreflexkamera, so bieten die Kamerahersteller, aber auch andere Unternehmen spezielle Unterwassergehäuse an. Diese sind auch dann anzuraten, wenn nicht abgetaucht wird und man die Kamera beispielsweise beim Aufenthalt auf einem Segelschiff oder am Sandstrand vor Feuchtigkeit schützen möchte. Unterwassergehäuse können in der Regel bis zu einer Tauchtiefe von 40 oder 50 Metern eingesetzt werden – die sogenannten wasserdichten Outdoorkameras hingegen nur – je nach Modell – zwischen 10 bis 25 Meter. Die größte fotografische Bandbreite garantieren spezielle Unterwasserkameras. Einige Tauchschulen bieten Leihgeräte an, mit denen das Abenteuer unter Wasser festgehalten werden kann. Wer jedoch regelmäßig abtaucht und das Gesehene in Bildern festhalten möchte, der sollte sich sein eigenes fotografisches Equipment zulegen. Nur wer seine Kamera wie im Schlaf beherrscht, kann sich unter Wasser ausschließlich auf die Motivvielfalt konzentrieren. Je nachdem in welche Tiefen es geht, ist der Einsatz von Taucherlampen und/oder eines Blitzes ratsam.

Vorbereitung und nach dem Tauchgang

Wird mit einer Kamera mit Unterwassergehäuse fotografiert, so ist die Fotoausrüstung vor dem Tauchgang durchzuchecken. Damit die Kamera keinen Schaden unter Wasser erleidet, sollte das Gehäuse an Land auf seine Dichtheit – zum Beispiel in der Badewanne – geprüft werden. Aber auch während des Tauchgangs sollte man immer wieder beobachten, ob nicht vielleicht Luftbläschen aus dem Gehäuse aufsteigen. Die Gummidichtungen gilt es zu überprüfen. Ihre Pflege sollte nach Herstellerangaben erfolgen, um auf der sicheren Seite zu sein. Vor dem Tauchgang gilt es, die Kamera mit frischen Akkus und einer leeren Speicherkarte mit großer Kapazität zu bestücken – erst recht dann, wenn unter Wasser die Videofunktion aktiviert wird.

Die Kameraausrüstung sollte beim Schnorcheln oder Tauchgang immer am Handgelenk gesichert werden, denn schneller als gedacht lässt man in bestimmten Situationen wie zum Beispiel Gefahren die Kamera los. Geht es in die Tiefen, dann kann es je nach verwendetem Kameraequipment zudem zum Abtrieb kommen und dann ist die Ausrüstung auf dem Meeresgrund verschollen.

Auch nach dem Tauchgang verlangt die Ausrüstung nach Pflege. Gerade, wer in salzhaltigen Gewässern unterwegs ist, der sollte nach jedem Tauchgang die Outdoorkamera beziehungsweise das Unterwassergehäuse reinigen. Niemals sollten Gummidichtungen mit Wattestäbchen oder einem fußelnden Tuch gereinigt werden – kleinste Partikel können zur Undichtigkeit des Unterwassergehäuses führen.

Die beste Zeit zum fotografieren und Filmen

Die besten fotografischen Ergebnisse werden nahe der Wasseroberfläche um die Mittagszeit erzielt, wenn die Sonne senkrecht aufs Wasser scheint. Mit zunehmender Tauchtiefe nehmen die Schwebeteilchen im Wasser zu, und das sichtbare Farbspektrum nimmt mit zunehmender Wassertiefe ab. In etwa fünf Metern Tiefe ist der langwellige Rot- und Orange-Anteil des Tageslichts bereits ausgefiltert, in 15 Metern gelb und in 25 Metern auch grün und violett. Um die volle Farbenpracht wiederzugeben, bedarf es des Einsatzes des künstlichen Lichts aus Taucherlampen und/oder Blitz. Oftmals kann beim Abtauchen der Weißabgleich an seine Grenzen geraten. Abhilfe schaffen spezielle orangerote Unterwasserfilter, die sich von den Orangefiltern für die Schwarzweißfotografie unterscheiden. Zu beachten ist jedoch, dass die Filter rund zwei Blenden Licht schlucken. Zudem sind wegen der extremen Farbverschiebung Aufnahmen unmittelbar unter der Wasseroberfläche schwierig.

Unterwasserwelt schützen

Wie an Land so hat man auch unter Wasser die große Verantwortung, zum Erhalt der Unterwasserwelt beizutragen, in die man eindringt. Dazu gehört, diese für ein Fotomotiv nicht zu gefährden und beispielsweise durch den Flossenschlag Korallen zu beschädigen.

Voraussetzung für Unterwasserfotos ist, dass man diese Welt als Taucher beherrscht. Hat man gerade seinen Tauchschein bestanden oder liegt der letzte Tauchgang schon einige Zeit zurück, so sollte man auch im Eigeninteresse sein Wissen auffrischen und einige Tauchgänge unter Anleitung machen, bevor man sich auf Fotopirsch begibt. A und O ist, sich bei aller Faszination für die Unterwasserwelt niemals in Gefahr zu bringen.

Fotospaß unter Wasser setzt voraus, dass die Bewegungsabläufe unter Wasser automatisiert sind. Dazu gehört der Flossenschlag ebenso wie die Tarierung, also die Fähigkeit unter Wasser zu schweben, oder beispielsweise der Trimm, also die Stabilität und Lage als Taucher mitsamt Ausrüstung.

Fotografieren in der Praxis 06 / 2017

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3 Kommentare

Ich schließe mich Aron definitiv an. Dieser Artikel und auch das Foto bringen auf jeden Fall Laune und werde mir sobald es einmal passt das entsprechende Equipment zulegen und dann zunächst einmal im Urlaub Tauchgänge unter Anleitung machen.

nubinou

von nubinou
21. Juni 2017, 01:25:36 Uhr

Hallo Aron, die kleinen Outdoorkameras vermögen viel zu leisten. Wenn man nicht in zu großer Tiefe (schlechte Lichtbedingungen) mit ihnen fotografiert und das Motiv nicht zu weit weg ist dann gelingen solche Fotos auch mit ihnen.

Prophoto-Team

von Prophoto-Team
08. Juni 2017, 08:14:52 Uhr

Da bekommt man Laune. Gelingt so eine Aufnahme auch mit einer Outdoorkamera?

Aron

von Aron
07. Juni 2017, 17:23:51 Uhr

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