Unterwasserfotografie

Basistipps für Unterwasserfotografen

Ob Thyrrenisches Meer, Great Barrier Reef, Malediven oder in heimischen Seen und Gewässern: Die Erde bietet viele phantastische Reviere, die nicht nur die Herzen von Tauchsportlern höher schlagen lassen, sondern ebenso Unterwasser-Fotografen begeistern. Dabei sind die Optionen für das richtige Fotoequipment sehr vielseitig. Die Investitionen müssen nicht hoch ausfallen, zumal auch die Möglichkeit besteht, sowohl Kameras als auch Zubehör auszuleihen.

Von Single-Use-Camera bis spezielle Unterwasserkameras

Um in die Unterwasserfotografie einzusteigen, gibt es von Seiten der Kameraausrüstung her verschiedene Möglichkeiten. Einfachste und preiswerteste ist der Gebrauch einer wasserdichten Single Use Camera. Sie reicht für einen ersten Blick in eine Unterwasserwelt bis etwa drei Meter Tauchtiefe. Ist man im Besitz einer Action-Cam, so kann man mit manchen Vertretern auch abtauchen – einfach einmal in der Bedienungsanleitung nachschauen. Die sogenannten Outdoor-Kameras sind nicht nur staub- sondern auch wasserdicht. Mit ihnen ist schnorcheln in jedem Fall möglich, manche lassen sogar einen Einsatz bis 10 Meter Tiefe zu. Für Fortgeschrittene gibt es spezielle Unterwasserkameras. Sie können in tieferen Bereichen eingesetzt werden und garantieren bestmögliche Bildqualitäten. Wenn Sie sich eine Kamera ausleihen, ist es ratsam, sich vor Urlaubsantrittmit der Ausrüstung vertraut zu machen. Des Weiteren haben Hersteller von Digitalkameras für viele ihrer Modelle spezielle Unterwassergehäuse entwickelt, die ihre High-Tech-Geräte vor mechanischen und chemischen Belastungen schützen. Alle Funktionen, inklusive Display, Zoom oder Blitz lassen sich ebenso schnell, sicher und unkompliziert nutzen wie bei der “normalen” Kamera, und das bis zu einer Wassertiefe von 40 Metern. Damit lassen sich dann nicht nur die Seesterne oder die Füße der Kinder im ufernahen Bereich, sondern auch Fischschwärme, Polypen oder Moränen in tieferen Gefilden ablichten.

 

Nicht nur das Aufnahmegerät entscheidet über die Bildqualität

Für gute Ergebnisse ist nicht allein die Ausrüstung entscheidend. Denn ebenso wie der Körper folgt auch die Fotografie unter Wasser anderen Gesetzen als an Land. So ist die Kenntnis der physikalischen Bedingungen eine wichtige Voraussetzung, um im nassen Element erfolgreich auf die Fotopirsch zu gehen. Mit zunehmendem Weg, den das Licht durch das Wasser zurücklegen muss, verschwinden beispielsweise immer mehr Farben. So haben die Bilder nach drei Metern kein Rot mehr, nach zehn Metern verschwindet Orange und nach 30 Metern fehlt Gelb, übrig bleiben blaue und grüne Farbtöne. Hier ist es wichtig zu wissen, dass der Weg des Lichtes nicht mit der Tauchtiefe identisch ist. Vielmehr wird unter Wasser der Weg von der Oberfläche zum Objekt plus dem Weg vom Objekt zur Kamera gerechnet. Ist also der Taucher beispielsweise zwei Meter vom Objekt entfernt, und befindet sich dieses (nur) zwei Meter unter der Wasseroberfläche, wird bereits Rot weggefiltert (weil der Weg des Lichtes insgesamt vier Meter beträgt).

Um dem Problem fehlender Farben entgegenzuwirken, sollte unter Wasser immer mit Blitz gearbeitet werden. Dabei ist zu beachten, dass sich die Leitzahl des Blitzgerätes halbiert. Hat das Blitzgerät die Leitzahl 32 bei ISO 100, so muss bei einem Meter Entfernung zum Motiv die Blende 16 und bei einem halben Meter Entfernung die Blende 32 eingestellt werden. Blitzaufnahmen mit Reichweiten von mehr als einem Meter sind nicht ratsam, da durch die angeblitzten Schwebeteilchen und Plankton die Aufnahmen meist zu flau erscheinen. Sollte es doch einmal notwendig sein, auf größere Distanz zu fotografieren, wird man bei ausgestelltem Blitz zu besseren Ergebnissen kommen, jedoch muss dann mit einem Blaustich gerechnet werden.

Ratsam ist es, sich auf zwei bis drei Brennweiten zu fokussieren

Unter Wasser begegnet dem Fotografen ein großes Motivspektrum von der Makro- bis zur Fisheye-Aufnahme. Als Fotograf sollte man sich auf zwei bis drei Brennweiten konzentrieren und die Ausrüstung kontinuierlich nach seinem fotografischen Können ausbauen. Einsteiger sollten sich zuerst ein 50 – 60 mm Makroobjektiv zulegen, dann ein 20er Weitwinkel.

Auch unter Wasser die äußeren Einflüsse im Blick haben

Ebenso bedeutsam ist das Wissen um äußere Einflüsse, die sich auf die fotografischen Ergebnisse auswirken können. Als wichtigste sind hier die Windrichtung (ablandiger oder anlandiger Wind sorgen für unterschiedlichen Wellengang), die Strömung und der Stand der Sonne zu nennen. Schließlich kann das Verhalten des Tauchers selbst die Ergebnisse im wahrsten Sinne des Wortes trüben: Durch falsche Bewegungen oder falschen Flossenschlag kann er Sediment aufwirbeln, das, im Wasser treibend, durch Refexionen für diffuse Bilder ohne Brillanz sorgt.