Warum Fotografen jetzt die Bodennähe suchen

Frühlingsblüher im Fokus

© Fotograf: Rudi Boger, Kraft des Frühlings, Blende-Fotowettbewerb
Rudi Boger, Kraft des Frühlings, Blende-Fotowettbewerb

Mit voller Kraft und einem Farbenrausch macht die Natur jetzt auf sich aufmerksam. Krokusse, Tulpen Hyazinthen, Osterglocken sind unter anderem die Frühlingsboten, die Fotobegeisterte in die Knie zwingen, um von ihnen bildlich wirkungsvoll in Szene gesetzt zu werden. Und es lohnt sich, die fotografische Komfortzone zu verlassen, wie die „Blende“-Teilnehmer mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen eindrucksvoll unter Beweis stellen. Deutlich wird zudem, dass sich die Art und Weise, wie Frühlingsboten heute in Szene gesetzt werden, gewandelt hat. Es wird nicht nur abgelichtet, sondern es werden alle fotografischen Register gezogen, um Aufnahmen zu schaffen, die für sich stehen. Und diese Fotografien sind es, die inspirieren, sich diesem Sujet auch stellen zu wollen. Man sollte keine Zeit verstreichen lassen, denn schneller als man denkt ist der Frühling verflogen.

Warum man die Komfortzone verlassen sollte

© Fotograf: Werner Breitung, Bewunderung, Blende-Fotowettbewerb
Werner Breitung, Bewunderung, Blende-Fotowettbewerb

Möchte man die Frühlingsblüher wirkungsvoll in Szene setzen, so bedarf es dazu nicht nur dem entsprechenden Fotoequipment, sondern auf Augenhöhe mit ihnen zu gehen. Von oben fotografiert, und das wäre so, wenn die fotografische Komfortzone nicht verlassen wird, gelingen in der Regel keine mitreisende Fotos. Knien oder auf den Boden legen ist angesagt. Da der Boden feucht ist, sollte man sich entsprechend kleiden und auch eine Plastiktüte nicht vergessen, auf die man sich Knien kann. Wesentlich komfortabler ist übrigens ein gepolstertes Kniekissen für Gärtner und die kosten wenige Euros. Verfügt man über eine Kamera mit einem Display, das sich ausklappen lässt, so ist das Gold wert, denn man muss beim Anvisieren des Motivs den Kopf weniger verrenken. Wird in Bodennähe fotografiert, so ist ein Winkelsucher ein absolut geniales Fotozubehör. Dieser erlaubt die Betrachtung des Sucherbildes in einem Winkel von 90 Grad. Winkelsucher gibt es auch mit Lupenfunktion, so dass man auf zweifache Vergrößerung umschalten und im zentralen Bildbereich präzise scharfstellen kann.

Bewölkter Himmel ist perfekt

Ist der Himmel bewölkt, so ist das grundsätzlich perfekt, um die Frühlingsblüher fotografisch in Szene zu setzen. Doch bewölkte Tage lassen kaum oder nur unzureichend das in der Fotografie so wichtige Spiel mit Licht und Schatten zu. Das ist jedoch wichtig, um Motive wirkungsvoll in Szene zu setzen. Der Einsatz von Lichtquellen ist hier die Lösung.

Für Licht sorgen

© Fotograf: Nadja Wirth, Eingefrorenes Gänseblümchen, Blende-Fotowettbewerb
Nadja Wirth, Eingefrorenes Gänseblümchen, Blende-Fotowettbewerb

Wer mit einer Kompaktkamera fotografiert, der hat in der Regel nicht die Option, den Blitz von der Kamera zu entkoppeln. Alles kein Problem, denn in diesem Fall hilft eine Taschenlampe weiter. Sie ist perfekt geeignet, um wie mit einem entkoppelten Blitz seitliches Licht oder aber Gegenlicht zu erzeugen. Zudem hat man die Option, die Frühlingsblüher damit von unten anzuleuchten. Das garantiert Aufnahmen jenseits des Alltäglichen. Wird mit einer kompakten System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera fotografiert, so sollte man den Blitz von der Kamera entkoppeln. Sind natürliche Aufnahmen gefragt, so ist auf die Blitzleistung zu achten, die in der Regel reduziert werden muss. Ob ein Ringblitz, der eine ausgewogene Ausleuchtung garantiert, zum Einsatz kommt, ist Geschmackssache. Meist wird davon Abstand genommen, weil die Aufnahmen unnatürlich wirken.

Dem Licht eine Richtung geben

© Fotograf: Tina Heger, Frühlingsgefühle, Blende-Fotowettbewerb
Tina Heger, Frühlingsgefühle, Blende-Fotowettbewerb

Reflektoren, man kennt sie aus der Portraitfotografie, gibt es auch in klein, um beispielsweise zu perfekten Lichtbedingungen in der Makrofotografie zu gelangen. Als Einsteiger sollte man im ersten Schritt zunächst erst einmal mit einem Reflektor fotografische Erfahrung sammeln. Ist man im Umgang mit Reflektoren schon versierter, so steigt das fotografische Spiel mit dem Einsatz eines weiteren Reflektors.

Lacht die Sonne, so hat man mit starken Kontrasten sowie Schatten und mit sogenannten Spitzlichtern zu kämpfen. Diffusoren sind die Antwort darauf, dies zu verhindern beziehungsweise zu reduzieren.

Die beste Tageszeit

© Fotograf: Sabine Beyer, Tulpenzeit, Blende-Fotowettbewerb
Sabine Beyer, Tulpenzeit, Blende-Fotowettbewerb

Wenn es die eigene Zeitplanung zulässt, so sind die frühen Morgenstunden perfekt, wenn sich noch Tautröpfchen auf den Blüten befinden. Hat man beispielsweise Tulpen im Visier, so gelangt man auch später am Tage zu sehenswerten Aufnahmen, wenn zum Beispiel die Froschperspektive eingenommen wird. Grundsätzlich eignet sich im Frühling jede Tageszeit, denn die Sonne steht noch nicht so hoch wie im Sommer. Windstill sollte es sein, denn schon kleinste Bewegungen der Blüten führen zu unscharfen Aufnahmen, weil die Schärfentiefe auf einen winzigen Bereich zusammenschmilzt.

Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe

© Fotograf: Peter Stenzel, Frühlingserwachen, Blende-Fotowettbewerb
Peter Stenzel, Frühlingserwachen, Blende-Fotowettbewerb

Smartphones sind grundsätzlich geeignet, um auch die Frühlingsblüher groß in Szene zu setzen. Ihr Nachteil ist jedoch, dass hier das Spiel mit Schärfe und Unschärfe nicht möglich ist. Damit entfällt ein wichtiges Gestaltungsmittel, weshalb Kompaktkameras, die auch den Makrobereich abdecken, und kompakte System- sowie Spiegelreflexkameras mit einem Makroobjektiv ausgestattet, die besseren Aufnahmegeräte sind. Je näher man den Frühlingsblühern kommt, desto mehr schmilzt die Ausdehnung der Schärfentiefe auf einen winzigen Bereich zusammen, der oft nur wenige Millimeter beträgt. Um die Schärfentiefe so groß wie möglich zu halten muss man nicht nur sehr exakt fokussieren, sondern auch ziemlich weit abblenden. Ratsam ist der Einsatz eines Stativs, das auch gestattet, in Bodennähe fotografieren zu können. Der Fernauslöser verhindert während des Auslösens kleinste Erschütterungen, die Unschärfe hervorbringen können. Ist man im Besitz eines Kameramodells das sich über das Smartphone beziehungsweise Tablet steuern lässt, so ist dies eine Alternative zum Fernauslöser.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blende bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 03 / 2018

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