Warum kamerainterne Filter eine kreative Erfindung sind und deutlichen Mehrwert bieten?

Von der Lochkamera zu Schwarzweiß – Alles ist möglich

© Fotograf: Uta Selig, erster Sprung ins kalte Wasser, Blende-Fotowettbewerb
Uta Selig, erster Sprung ins kalte Wasser, Blende-Fotowettbewerb
Alle aktuellen Kameramodelle verfügen über ein mehr oder weniger breites Portfolio an sogenannten kamerainternen Filtern. Ihre Bezeichnung variiert je nach Kamerahersteller. Geläufig ist auch die Bezeichnung Art-Filter – eventuell auch deshalb, weil die Fotos von besonderer Art sind. Diese Filter dürfen nicht verwechselt werden, mit denen, die man vor das Objektiv setzt. Die Bandbreite der Möglichkeiten der softwaregestützten kamerainternen Filter ist groß und reicht von Cross-Entwicklung, Pop Art, Schwarzweiß bis hin zum Lockkameraeffekt. Auch, wenn es zu Imaginginnovationen wie diesen stets auch Kritiker gibt, so stellen diese Filter eine fotografische Bereicherung dar, und zwar nicht nur im Hinblick auf die Entfaltung der eigenen fotografischen künstlerischen Kreativität. Und diese softwarebasierten Filter können Anwendern Zeit schenken, entfällt mit ihnen die eine oder andere anschließende Bildbearbeitung am Rechner beziehungsweise Tablet. Wie so vieles in der Fotografie, so der Tipp, sollte der Einsatz der internen Kamerafilter nicht einem Selbstzweck folgen, sondern bestmöglich Mittel zum Zweck sein und die gewünschte Bildaussage unterstützen. Doch wer entscheidet darüber? Der Fotograf oder der Betrachter?

Kamerainterne Filter – Softwarebasierte Einflussnahme

Kamerainterne Filter
Im gleichen Maße wie der technische Fortschritt im Bereich der softwaregestützten Einflussnahme an Beliebtheit zugenommen hat, scheint die Zahl ihrer Kritiker zu steigen. Ihre Argumente sind unter anderem, dass diese Fotografien:

  • ihre Authentizität verlieren
  • sie kein Abbild der Wirklichkeit sind
  • es um Effekthascherei geht und fotografische Defizite überdeckt werden
  • es auf fotografische Können nicht mehr ankommt

Manche Kritiker gehen heute sogar so weit, dass sie jegliche softwaregestützte Einflussnahme ablehnen. Dabei wird vergessen, dass die Einflussnahme auf die Wirkung von Fotografien nicht erst der digitalen Welt entspringt, sondern auch schon in der Analogfotografie gang und gebe war und zwar vielfach schon bei der Filmentwicklung. Wird digital fotografiert, so liegt strenggenommen immer eine softwaregestützte Einflussnahme vor, auch wenn die kamerainternen Filter nicht zum Einsatz kommen.

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

© Fotograf: Manfred B. Storn, Kampf von Giganten, Blende-Fotowettbewerb
Manfred B. Storn, Kampf von Giganten, Blende-Fotowettbewerb
Grundsätzlich sollte man allen Optionen, die Kameras heute bieten, offen gegenüberstehen. Der steigende Funktionsumfang, auch im Zusammenhang mit den kamerainternen Filtern, muss als zusätzliches Werkzeug der Einflussnahme verstanden werden. Einen Mehrwert stellen diese Filter in jedem Fall da. Und sie nehmen nicht nur im Moment der Anwendung auch Einfluss darauf, wie Motive gesehen und in Szene gesetzt werden können. Kamerainterne Filter fördern in jedem Fall die eigene fotografische Kreativität. Zum Kennenlernen gehört das Experimentieren, um für sich die Wirkungsweise der Kamerafilter zu visualisieren. Einige Kameramodelle bieten die Option, dass mit einmaligem Auslösen alle zur Verfügung stehenden Filter durchlaufen und die Einzelaufnahmen gespeichert werden. Das ist gerade beim Einstieg in die Thematik sehr praktisch. An ausreichend Speicherkartenplatz ist zu achten, denn mit einmal Auslösen werden je nach Kamera acht und mehr Einzelbilder gespeichert.

Filter sind als kreatives Werkzeug angekommen

Bis sich Kamerainnovationen, wie die kamerainternen Filter, bei Konsumenten in der Anwendung durchsetzen, braucht es bekanntlich seine Zeit. Beschleunigt wird die Akzeptanz und damit Nutzung, sobald die Anzahl der Fotos im Internet zunimmt, bei denen die kamerainternen Filter zum Einsatz kamen. Inzwischen, und das zeigen auch die über 80.000 eingereichten Wettbewerbsbeiträge zu „Blende 2017“, sind die kamerainternen Filter bei Konsumenten angekommen. Bei der Vielfalt an Filtern ist derzeit, anders als seinerzeit bei HDR (High Dynamic Range), nicht auszumachen, welche der Filter in der Beliebtheit ganz oben stehen. Sehr bewusst, und das zeigen auch die eingereichten „Blende“-Wettbewerbsbeiträge, kommen die Filter als Mittel zum Zweck zum Einsatz.

Fotografieren in der Praxis 02 / 2018

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden