Fototipp: Spieglein, Spieglein - Wasser-Spiegelungen

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Wasser an sich ist einfach ein geniales Fotomotiv und an Vielseitigkeit für uns kaum zu übertreffen – da ein einzelner Tropfen, hier ein plätschernder Bach, dort tosende Meeresbrandung, da ein Fluss, der sich durch die Landschaft zieht, oder dort ein Bergsee, auf dem sich überaus fotogen Motive spiegeln. Wir sehen sozusagen doppelt, und das ist das Reizvolle mit tollen einmaligen Impressionen.

Ein ruhiger See wirkt wie ein glatter Spiegel, in dem sich die umliegenden Berge, Bäume und Bauwerke auf dem Kopf stehend wiederfinden. Macht sich eine leichte Brise bemerkbar, so geraten diese Abbilder in Bewegung, werden mehr oder weniger verzerrt und bei stärkerem Wind zunehmend in abstrakte Formen verwandelt. Die Reflexe der Sonne tanzen über die Wasseroberfläche und machen sich als markante Spitzlichter oder außerhalb des Schärfebereichs des Objektivs als verwaschene Flecken bemerkbar. Auch die abendliche Stimmung am Meer, in dem sich die tiefrote, untergehende Sonne spiegelt, ist ein gefragtes Motiv, das vor allem dann gut im Foto wirkt, wenn eine lange Brennweite für eine größere Abbildung des Glutballs sorgt.

Um Spiegelungen einzufangen, ist jede Kamera und jedes Objektiv geeignet. Möchte man sie bewusst in seine Aufnahmen einbeziehen, so muss man auf den richtigen Bildausschnitt achten, denn Hauptmotiv und Konterfei gehören zusammen. Die Reflexionen sollten nicht an den unteren Rand des Bildes rücken und teilweise abgeschnitten werden. Um die reflektierten Sonnenstrahlen auf einem See oder dem Meer mit der Kamera einfangen zu können, muss immer in Richtung der Lichtquelle fotografiert werden. Es handelt sich also um Gegenlichtaufnahmen, die leicht zu dunkel ausfallen können, besonders dann, wenn sich ein starker Reflex im Bild breit macht und der Automatik eine viel zu große Allgemeinhelligkeit vorgaukelt. Man sollte dann die Gegenlichtkorrektur einschalten oder die Blende manuell um eine Stufe öffnen. Wer ganz sicher gehen will, der macht mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Blendenwerten. Dann ist ganz bestimmt eine Aufnahme mit Idealbelichtung dabei.

Das Spiel mit der Schärfentiefe lohnt sich, denn Sie haben es damit in der Hand, die spiegelnde Fläche hervorzuheben oder auszublenden. Ein Beispiel dafür ist das sich spiegelnde Wolkenspiel in einer Pfütze oder See. Man kann auf den Himmel fokussieren oder im umgekehrten Fall auf die Entfernung der Wasserfläche. Gegebenenfalls muss hierbei mit manuellem Fokus gearbeitet werden.

Fotografieren in der Praxis 11 / 2015

1 Kommentare

Danke für diesen Tipp

Tobias

von Tobias
15. November 2015, 16:31:39 Uhr

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