Weihnachtsmärkte im Sucher

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Moritz Maler

Die Weihnachtszeit, vor allem aber die Adventszeit, ist die Zeit leuchtender Kinderaugen, der Augenblick festlicher Lichter und traumhaftem bis hin zu kitschigem Schmuck. Kaum nirgendwo läßt sich die Adventszeit so intensiv erleben wie auf einem Weihnachtsmarkt, die landauf, landab in fast jeder Stadt zum vorweihnachtlichen Bummel einladen. Da bietet es sich geradezu an, die Kamera zu einem Ausflug auf solch einen Weihnachtsmarkt mitzunehmen - schließlich beginnt die Weihnachtszeit nicht erst mit dem Aufstellen des Baums im heimischen Wohnzimmer kurz vor Heilig Abend.

Ein Weihnachtsmarkt bietet eine Fülle verschiedener Motive und photographischer Herausforderungen. Je nachdem ob man Menschen, Stände, Details oder eine Übersicht aufs Bild bannen möchte, das photographische Spektrum reicht von der klassischen Reportagephotographie bis hin zur Langzeitbelichtung mit Stativ. Besonders stimmungsvoll sind die beleuchteten Stände der Märkte, wenn es bereits dämmert, in der Winterzeit also ab etwa 16.00 Uhr. Dann kann der Photograph zum einen den Schein von Kerzen und elektrischen Lichtern einfangen, zum anderen erleichtert das noch vorhandene Umgebungslicht, die Szenerie etwas aufzuhellen.

Möchte man eine Übersichtsaufnahme von einem Weihnachtsmarkt machen, ist es ratsam, einen etwas erhöhten Standpunkt aufzusuchen. Allerdings sollte der sich nicht gerade hinter einem Bratwurststand oder ähnlichem befinden, denn die Dächer der Weihnachtsmarktsstände sind meist nur mit häßlichen Planen abgedeckt - so etwas sollte nach Möglichkeit nicht unbedingt im Vordergrund einer Aufnahme zu sehen sein. Besser ist ein Standort, der einen Blick entlang einer der Gassen ermöglicht. Auch ist darauf zu achten, daß beim Auslösen nicht gerade ein einzelner Hinterkopf oder ein Marktbesucher im Profil dominant vorne im Bild steht. Ein Stativ hilft, die Kamera während der längeren Belichtungszeit ruhig zu halten.

Ist man zwischen Menschenmassen und Ständen unterwegs, kann ein Einbeinstativ helfen, mit längeren Belichtungszeiten verwacklungsfrei zu photographieren. Eine kurze bis mittlere Brennweite ist klassisch für die Reportagephotographie. Dann allerdings muß der Photograph nah ans Motiv ran. Wenn ein Photograph fremden Menschen so nahe kommt, sollte er diese aber vorher um Erlaubnis fragen, ob er sie denn ablichten darf. Da sich Menschen zum einen bewegen, zum anderen zwischen all den anderen Marktbesuchern selten so viel Platz und Ruhe ist, mit langen Belichtungszeiten zu photographieren, ist der Einsatz eines Blitzgeräts empfehlenswert.

Der Blitz bietet viele Vorteile, um die Bildaussage zu steigern. Externe Blitzgeräte zeichnen sich dadurch aus, daß sie mehr Einstellungsmöglichkeiten garantieren. Gerade, wenn es gilt, Kerzenlicht oder schummrige Beleuchtung einzufangen, ist ein Aufhellblitz ratsam. Dazu wird die Leistung des Blitzgeräts gedrosselt, gerade so, daß es das Hauptmotiv richtig ausleuchtet. Gepaart mit einer langen Belichtungszeit von 1/8 bis 1/20 Sekunde kann so auch die vorweihnachtliche Lichtstimmung überzeugend dargestellt werden. Die lange Belichtungszeit kann zwar kaum aus der Hand verwacklungsfrei gehalten werden, allerdings wird das Hauptmotiv durch den Blitz scharf abgebildet, so daß eine leicht verwackelte Kerze im Hintergrund überhaupt nicht stört.

Bei der Filmwahl beziehungsweise beim Einstellen der Farbbalance an der Digitalkamera sollte darauf geachtet werden, daß die Farbtemperatur nicht auf Kunstlicht abgestimmt wird. Dann würde zwar das Weiß wunderbar strahlend weiß werden, doch ginge ein Großteil der Stimmung, die durch warmes, also rot-gelbes, Licht erzeugt wird, verloren.
 

Fotografieren in der Praxis 12 / 2005

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