Wie gelingen wirkungsvolle Katzenporträts

Kamerastandpunkt sollte auf Augenhöhe sein

Serienbildfunktion hilft, den entscheidenden Moment nicht zu verpassen

© Fotograf: Karl-Heinz Günster, Waaas willlssst duuuu?, Blende-Fotowettbewerb
Karl-Heinz Günster, Waaas willlssst duuuu?, Blende-Fotowettbewerb

„Schau mir in die Augen“, so sollte für den perfekten fotografischen Standpunkt die Devise lauten, möchte man Katzen so wirkungsvoll einfangen, wie es dem Blende 2017-Teilnehmer Karl-Heinz Günster mit seinem Wettbewerbsbeitrag „Waaas willlssst duuuu?“, eingereicht zur thematischen Vorgabe „Tierische Begegnungen“, gelungen ist. Dafür ist es notwendig, sich auf Augenhöhe der Katze zu begeben. Das bedeutet, sich als Fotograf hinlegen zu müssen oder die Katze dazu zu bewegen, einen erhöhten Standpunkt einzunehmen. Geduld ist eine weitere Zutat, die man als Fotograf mitbringen muss, möchte man ein Katzenporträt jenseits des Alltäglichen einfangen. Karl-Heinz Günster führt zu seiner Aufnahme aus: „Die Aufnahme zeigt „Simba“ den Kater unserer Nachbarin, in einem speziellen Augenblick, der in dieser Form wirklich schwierig einzufangen war. Es ist ein wunderschönes Tier, mit eisblauen Augen. Ich musste viele Aufnahmen machen und lange auf genau diesen Moment warten. Im Normalfall halten Katzen nicht so still den Blick, wenn ein Mensch etwa einen halben Meter mit einer Kamera vor Ihnen auf dem Boden liegt. Aber Geduld führt auch hier zum Ziel.“

Welche Kameraeinstellung sollte man wählen?

Als Kameraeinstellung empfiehlt sich, sofern die Kamera darüber verfügt, der Sportmodus. Der sorgt dafür, dass mit kurzer Verschlusszeit bei offener Blende fotografiert wird. Wählt man die manuelle Einstellung so ist hier einer kurzen Verschlusszeit der Vorzug zu geben. Lange Verschlusszeiten bergen die Gefahr des Verwackelns. Gegebenenfalls muss die ISO-Empfindlichkeit erhöht werden. Bei aktuellen Kameramodellen kein Problem, da mögliches Bildrauschen nicht mehr so ins Gewicht fällt.

Katzen nicht zu nahe kommen

Katzen lieben vielfach die Distanz – mit einem mittleren oder großem Teleobjektiv gelingt es, sie formatfüllend aufs Bild zu bekommen. Mittels Bildbearbeitung kann natürlich auch nachträglich der Bildausschnitt verändert werden. Nicht nur in Wohnräumen oder auf kurze Distanz macht ein Blitz Sinn – aber mit Umsicht. Katzen mögen in der Regel kein Blitzlicht. Statt das Tier direkt anzublitzen, ist es deshalb besser, indirekt zu blitzen. Das funktioniert über eine helle Decke ganz gut. Wenn der Stubentiger still hält, führt der Einsatz eines Reflektors zu einer harmonischen Ausleuchtung. Gerade bei Katzen mit gedeckter Farbe macht es Sinn, ein wenig für Aufhellung zu sorgen. Möchte man beim Katzenporträt auch ein Stückweit den Hintergrund mit einbeziehen dann sollte man Aufblenden (Blende mit kleiner Zahl), da der Hintergrund in Unschärfe versinkt. Wichtig ist, dass die Augen scharf abgebildet werden.

Fotografieren in der Praxis 05 / 2018

Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden