Wirkungsvolle Wintermotive: Eiszapfen

Eiszapfen Bildgalerie betrachten “Eiszapfen”
Julius Behnke

Ein immer wieder beliebtes Photomotiv in der kalten Jahreszeit sind Eiszapfen, deren bizarre Formenvielfalt unerschöpflich zu sein scheint. Tatsächlich ist es unmöglich, jemals eine Dublette zu finden. An Motiven mangelt es wahrlich nicht. Es geht also darum, die originellsten und interessantesten Ausführungen effektvoll auf den Film beziehungsweise auf die Speicherkarte zu bannen. Die Totale - also lange Reihen von Eiszapfen an Regenrinnen, Brunnenrändern oder Gartenzäunen - ist dafür nicht geeignet. Am wirkungsvollsten sind Detailphotos mit graphischem Einschlag, also Großaufnahmen. Ein Teleobjektiv ist bei weiter entfernten Eisgebilden nützlich, aber oft genügt schon das Normalobjektiv, mit dem man aus etwa einem Meter Entfernung photographiert. Je nach Temperatur stellen sich die Eiszapfen ganz unterschiedlich dar, weich schimmernd an wärmeren Tagen, wenn sie zu tauen beginnen, gläsern hart bei Frost.

Durch die richtige Beleuchtung muß die Eisstruktur deutlich gemacht werden. Von Vorteil ist Gegenlicht oder seitliches Streiflicht bei Sonnenschein. Aber auch bei diffusem Licht sind eindrucksvolle Bilder möglich, wenn ein Blitzgerät eingesetzt wird. Allerdings muß der Blitz von der Kamera getrennt und seitlich vom Motiv oder seitlich hinter ihm plaziert werden.

Will man sich ausschließlich auf die Schönheit der Eiszapfen konzentrieren, wirken diese vor einem dunklen, ruhigen Hintergrund am besten. Beim Photographieren mit Schwarzweißfilm, der für solche Motive geradezu prädestiniert ist, wird der Himmel, den man beispielsweise als Hintergrund wählt, durch einen Rotfilter dunkel abgebildet. Und wenn sich weder eine dunkle Wand noch dunkle Bäume als Hintergrund anbieten, dann kann ein schwarzer Karton helfen, die Wunderwerke aus Eis richtig zur Geltung zu bringen.

Wer analog photographiert, der sollte einen Film mit geringer Empfindlichkeit von beispielsweise ISO 64 wählen. Sehr genau muß sowohl in der analogen wie auch in der digitalen Photographie die Einstellung der Schärfe auf die Eiszapfen erfolgen, während der Hintergrund unscharf gehalten werden sollte. Wird digital photographiert, so sollte auf den Weißabgleich geachtet werden. Bei fast allen Kameras kann dieser manuell eingestellt werden. Das Bildrauschen soll in der kalten Jahreszeit keine so große Rolle spielen, da der Sensor gekühlt wird und dadurch das Bildrauschen reduziert wird.

Mit wenig technischem Aufwand kann der Photofreund sich hier ein Gebiet erschließen, das in seiner Vielfalt kaum zu übertreffen ist, vorausgesetzt, dieser Winter bringt ihm viele Eiszapfen vors Objektiv.
 

Fotografieren in der Praxis 07 / 2006

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