Wüste - Atemberaubende Landschaftsfotografie und fotografische Herausforderung

© Fotograf: Max Fleischer, In der Wüste von Namibia, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Max Fleischer, In der Wüste von Namibia, Blende-Fotowettbewerb
Die Fotografie besitzt die einmalige Gabe, uns visuell in Gegenden zu entführen, die wir möglicherweise selbst noch nie wahrnehmen durften. Die Wüste ist ein solches Beispiel – viele, wie wir, kennen sie nur aus Fotografien/Filmen und haben das Vorhaben, sie irgendwann zu bereisen. Uns hat es die atemberaubende Schönheit, die sich in einem ständigen Wandel zu befinden scheint, angetan. Die Wüste zählt mit zu den reizvollsten Motiven der Fotografie. Hohe Temperaturen, Staub und Sand, wie sie in der Wüste vorliegen, verlangen nach Vorkehrungen – nicht nur für die Kameraausrüstung -, möchte man nicht an seine fotografischen Grenzen stoßen.

Fotoausrüstung – Ich packe meine Fototasche/meinen Fotorucksack

© Fotograf: Carsten Krüger, Namaqua Chameleon, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Carsten Krüger, Namaqua Chameleon, Blende-Fotowettbewerb
Ist man zu Fuß beziehungsweise in tierischer Begleitung mit Kamelen in der Wüste unterwegs, so sollte man sich bei der Fotoausrüstung sicherlich auf das Nötigste beschränken. Im kühlen Hotelzimmer beispielsweise lässt sich kaum feststellen, wie schwer eine Fotoausrüstung bei einem mehrere Kilometer langen Gang durch die heiße Wüste werden kann. Hochwertige Kompaktkameras mit einem weiten Zoombereich, die auch manuelle Einstellungen bieten, eigenen sich ebenso für das Fotografieren in der Wüste wie kompakte System- und Spiegelreflexkameras. Kompakte Systemkameras sind in der Regel kleiner und leichter als Spiegelreflexkameras. Dies ist möglicherweise relevant, wenn es um jedes Gramm an Gewicht geht. In die Fototasche gehört in jedem Fall für uns ein Weitwinkelobjektiv. Es ist prädestiniert, um die Weite der Wüste wirkungsvoll einzufangen. Da wir das Normalobjektiv mit 50 mm Brennweite für uns wiederentdeckt haben, würde dieses ebenso mitkommen wie ein leichtes Teleobjektiv. Um die Frontlinsen der Objektive vor dem Sand zu schützen, sind sie natürlich mit einem Schutzfilter – z.B. UV, Skylight – ausgestattet. Ersatzspeicherkarten und -akkus sind Pflicht. Wie viele man davon einpackt, hängt davon ab, wann man wieder Stromversorgung hat. Sehr praktisch sind für uns die Powerbanks, also Stromspeicher für unterwegs. Ein Stativ ist ratsam. Favorisieren würden wir ein leichtes. Ganz wichtig ist Kamerareinigungszubehör, damit man seine Ausrüstung auch unterwegs vom Wüstensand befreien kann. Und hier sind wir auch bei einem ganz wichtigen Thema, nämlich dem Schutz des Kameraequipments. Den besten Schutz bieten für uns Unterwassergehäuse – ja, Sie lesen richtig. Gerade wenn der Wind zulegt, dann wirbeln die feinsten Sandkörner nur so umher, die sich auch auf die Kameraausrüstung setzen. Möchte man finanziell nicht so tief in die Tasche greifen, dann sind transparente Kunststoffhüllen für € 10,— bis € 15,—, wie sie der Handel anbietet, eine Option, wenn auch nicht die beste. Etwas komfortabler, dafür auch etwas kostspieliger, sind wasserdichte Hüllen mit Sichtfenster. Wird nicht fotografiert, dann gehört für uns die Ausrüstung in die Fototasche beziehungsweise in den Fotorucksack. Hier sollte man drauf achten, dass der Tragekomfort perfekt und der Reißverschluss geschützt ist, damit möglichst wenig Sand in das Innere gelangt. Ganz ausschließen wird man es aber wohl nicht können. Hellen Fototaschen/-rucksäcken, die die Sonnenstrahlen reflektieren, ist der Vorzug zu geben. Schwarze Kamerabodys können übrigens durch die extremen Sonneneinstrahlungen so heiß werden, dass man sie womöglich nicht mehr anfassen, geschweige denn bedienen kann. Die Fachliteratur empfiehlt hier das Bekleben mit weißem Klebeband. Bevor man jedoch die Kamera beklebt, sollte in jedem Fall im Fotofachgeschäft oder beim Hersteller Rat eingeholt werden, denn nichts ist ärgerlicher, als wenn sich beispielsweise der Klebstoff löst und das Kameragehäuse Schaden erleidet. Der Kamera selbst, so ist zu lesen, machen die hohen Temperaturen in der Regel nichts aus.

Analog fotografieren, um Strom zu sparen

© Fotograf: Anne Böhm, Skarabäus-Spuren im Wüstensand, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Anne Böhm, Skarabäus-Spuren im Wüstensand, Blende-Fotowettbewerb
Der eine oder andere wird möglicherweise in Erwägung ziehen, auf seine Analogkamera zurückzugreifen, weil man damit stromsparender fotografieren kann. Weiß man eine sehr gute Analogkamera in seinem Besitz, so wird einen diese Qualität auch heute noch zufriedenstellen. Bei weniger guten Analogkameras ist die Digitaltechnik gerade bei neueren Kameramodellen dieser klar überlegen – hinsichtlich der Bildqualität, aber auch den kreativen Möglichkeiten. Empfehlenswert ist, nur die Filmmenge mitzunehmen, die voraussichtlich benötigt wird – ein oder zwei Filme in Reserve schaden natürlich nicht, denn die Wüste liefert eine Vielzahl an beeindruckenden Motiven. Bewusst sollte man sich darüber sein, dass hohe Temperaturen den Alterungsprozess des Filmmaterials beschleunigen, so dass dessen Lichtempfindlichkeit nachlässt oder, falls es schon belichtet ist, sich die Bildqualität verschlechtert. Bei Farbaufnahmen, die bei extrem hohen Temperaturen gemacht wurden, kann es eventuell zu Farbverschiebungen kommen. Das oberste Gebot kann nur lauten, Filmmaterial und auch Kamera nicht über einen längeren Zeitraum extremer Hitze auszusetzen. Steht ein Filmwechsel an, so bitte nicht, wenn gerade ein Sandsturm ist. Möchte man nahezu gänzlich verhindern, dass Sand in das Innere der Kamera gelangt, dann hilft ein Filmwechselsack.

An was sollte man noch denken?

© Fotograf: Beate Virchow, Bohrturm in der Wüste, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Beate Virchow, Bohrturm in der Wüste, Blende-Fotowettbewerb
Eine Sonnenbrille ist beispielsweise unentbehrlich, um die Augen vor zu starker Sonneneinstrahlung, aber auch vor Sand und Staub zu schützen. Wer mit einem Polfilter arbeitet, der sollte auf eine polarisierende Sonnenbrille verzichten, weil sonst Schwierigkeiten bei der richtigen Stellung des Polfilters auftreten. Wurde als Kopfbedeckung ein breitkrempiger Hut gewählt, so ist auf die Krempe zu achten, dass sie beispielsweise bei Weitwinkelaufnahmen nicht mit aufs Bild kommt. Um sich besser auf die Aufnahmen konzentrieren zu können, sollte die Körperbekleidung möglichst bequem sein, denn es kann durchaus ratsam sein, mal aus der Hocke zu fotografieren. Von Vorteil sind in der Wüste helle Stoffe aus Naturfasern. Für den sicheren Stand, aber auch für die Wanderung durch die Wüste ist festes Schuhwerk ein Muss, denn zum einen lebt so manches giftiges Getier in der Wüste, aber es gilt auch, die Füße vor Sand und steinigem bis felsigem Untergrund zu schützen. Und denken Sie an ausreichend Getränke.

Die beste Zeit

Wer in der Wüste frühmorgens oder am Abend fotografiert, der ist klar im Vorteil. Zum einen herrschen zu dieser Tageszeit niedrigere Temperaturen und zum anderen tragen die längeren Schatten dazu bei, die Konturen der Wüstenlandschaft eindrucksvoller im Bild festhalten zu können.

Fotografieren in der Praxis 04 / 2016

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1 Kommentare

Wenn Sie so ein Fan von Wüsten ( Landschaftsfotogaphie ) sind, dann kann ich Ihnen nur eine Wüstencampingtour durch die Skeletküste in Namibia empfehlen. Mein Guide Durr Feirera macht die Planung und fährt mit Ihnen 2800 Km in 16 Tagen durch die Ausläufer der Namib bis an die Angolanische Grenze in 16 Tagen, ohne einer Menschenseele noch Funkkontakt zu begegnen. Sie werden von der Lanschaft und der Tierwelt begeistert sein. Beste Reisezeit August /September.

von Lerche
20. April 2016, 23:16:54 Uhr

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