Zehn Fototipps für bessere Herbstbilder

Hochsommer ist ja ganz nett, um sich am Badesee oder im Urlaub die Sonne auf den Bauch brennen zu lassen. Aber für Fotografen gibt es wesentlich interessantere Jahreszeiten. Frühjahr und Herbst gehören dazu, vor allem der Herbst mit seiner bereits tief stehenden Sonne und bunten Farben bietet sich für tolle Fotos geradezu an. Hier sind zehn Tipps für die eine oder andere Inspiration:

  1. © Fotograf: Jurijs Barsukovs, Gefangene Natur, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Jurijs Barsukovs, Gefangene Natur, Blende-Fotowettbewerb
    Es gibt kein schlechtes Wetter, schon gar nicht im Herbst. Und vor allem: Es gibt auch kein ungeeignetes Wetter, denn egal ob Regen oder nicht, ob Nebel oder Sonnenschein, der Fotograf muss nur sein Motiv den äußeren Umständen anpassen. Also beim Regen eben den Regen fotografieren, bei Sonne bunte Blätter, bei Nebel die fahle Landschaft. Nie gibt es so viele Motive zum Fotografieren wie im Herbst.

  2. Gehen Sie rechtzeitig los. Wenn Sie Nebel fotografieren möchten, seien Sie rechtzeitig vor Ort. Denn Nebel kann sich ganz schnell auflösen, da ist es unpraktisch, wenn Sie dann noch den idealen Standort für das Foto suchen. Die besten Bilder entstehen in der Regel beim Wetterumschwung oder beim Übergang von Nacht zum Tag (oder umgekehrt am Abend).

  3. © Fotograf: Sebastian Jakob, Herbststimmung, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Sebastian Jakob, Herbststimmung, Blende-Fotowettbewerb
    A propos Nebel. Überlegen Sie sich vorher, was Sie fotografieren. Herbstnebel sammelt sich in der Regel in Senken und Tälern. Suchen Sie sich also vielleicht einen etwas erhöhten Standort, so dass Sie den Übergang vom Nebel zum klaren Himmel fotografieren können. Der aus dem Nebel ragende Kirchturm ist ein bekanntes Motiv. Oder suchen Sie sich als Hauptmotiv eine Burg, die über dem Nebel wacht.

  4. Auch wenn Sie eine nebelige Landschaft fotografieren, denken sie daran, dass der Betrachter auch irgendetwas sehen muss. Einfach eine Wiese mit Nebel kann natürlich durch die Weite wirken. In der Regel ist es aber einfacher, ein Hauptmotiv ins Bild zu nehmen. Nur wenn es etwas zu sehen gibt, werden Ihre Bilder auch angeschaut, Sie wollen ja keine belanglosen Knipsbilder machen.

  5. © Fotograf: Chalotte Link, die Sonne vertreibt den Nebel im Herbstwald, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Chalotte Link, die Sonne vertreibt den Nebel im Herbstwald, Blende-Fotowettbewerb
    Wenn Sie bei wechselnden und unsicheren Lichtverhältnissen fotografieren, verwenden Sie unbedingt das RAW-Format Ihrer Kamera. Bilder, die in RAW aufgenommen wurden, haben noch einige Reserven, deren Sie sich bei JPEG-Bildern ohne Not berauben. So kann der ausfressende Himmel vielleicht noch gerettet werden, Schatten haben doch noch Zeichnung. Nehmen Sie ausreichend Speicherkarten mit, RAW-Bilder sind größer. Und machen Sie im Zweifelsfall Belichtungsreihen.

  6. Setzen Sie die Sonne in Szene. Wenn die Sonne im Herbst schon tiefer steht und die Schatten länger werden, nutzen Sie diese Möglichkeit. Dass man Bilder am besten mit der Sonne im Rücken macht, ist noch eine Weisheit aus dem vorherigen Jahrhundert und war technisch bedingt. Dieses gilt heute nicht mehr, nutzen Sie das Licht und spielen Sie damit, machen Sie Bilder im Gegenlicht.

  7. © Fotograf: Zaneta Weidner, Herbstliche Symphonie, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Zaneta Weidner, Herbstliche Symphonie, Blende-Fotowettbewerb
    Im Gegenlicht und im Nebel sind die Farben anders, als sonst. Denken Sie daran, wenn Sie Ihre Bilder bearbeiten, eliminieren Sie nicht noch hinterher die besondere Stimmung. Wenn Sie einen durchgängigen Workflow mit Farbmanagement haben, macht das die Sache natürlich einfacher.

  8. Ein Polarisationsfilter gehört zur Grundausstattung jedes Fotografen. Den sollten Sie natürlich nicht unbedingt für Ihr Bild im Nebel nehmen, aber vielleicht mal wenn Sie bunte Blätter vor blauem Himmel fotografieren. Stellen Sie sich etwa im 90-Grad-Winkel zur Sonne, so wirkt der Polfilter am besten, die Herbstblätter werden strahlen, der Himmel dunkelblau erscheinen.

  9. © Fotograf: Dirk Lübke, Auf der Lippe, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Dirk Lübke, Auf der Lippe, Blende-Fotowettbewerb
    Wenn Sie Ihr Motiv sorgsam gestalten, wenn Sie im Morgengrauen unterwegs sind, denken Sie daran, ein Stativ mitzunehmen. Vielleicht haben sie das perfekte Bild und müssen nur noch warten, dass sich die Sonne ein paar Grad über den Horizont hebt. Dann können Sie natürlich auch die Kamera im Anschlag halten, ein Stativ macht das Leben dann aber doch leichter. Und bei sehr langen Brennweiten oder in der Dämmerung versteht es sich ja fast von selbst, das Stativ mitzunehmen.

  10. Und wenn Sie Ihre Bilder zum Ausbelichten geben, achten Sie darauf, dass die Fotos dort nicht noch automatisch optimiert werden. Sonst kann der Blaustich des Nebels ganz schnell eliminiert werden. Gleiches gilt, wenn Sie ihre Bilder mit anderen teilen. Greifen Sie am besten auf einen gängigen Farbraum zurück, beispielsweise sRGB, der auch von den meisten Internetbrowsern richtig ausgelesen wird.

Fotografieren in der Praxis 10 / 2014

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