Zehn Fototipps für bessere Hundebilder – Auf den Hund gekommen

© Fotograf: Christine Hemlep, Mäusezähnchen, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Christine Hemlep, Mäusezähnchen, Blende-Fotowettbewerb
Sie sind nicht nur der beste Freund des Menschen, wie man sagt, oft sind Hunde auch so etwas wie Familienmitglieder. Und Mitglieder der Familie werden natürlich immer wieder im Bild festgehalten. Nun sind Hunde aber keine Tanten, denen man eben mal sagen kann, sie sollen still halten oder sich ein bisschen drehen. Trotzdem ist es kein Hexenwerk, Hunde zu fotografieren. Wichtig ist es natürlich, zum Vierbeiner Kontakt aufzubauen und seine Verhaltensweisen zu studieren, denn das erhöht die Vorhersehbarkeit. Leckerlies erhöhen zudem die fotografische Trefferquote. Wir geben Ihnen zehn Fototipps, die helfen, Vierbeiner richtig ins Bild zu setzen.

  1. Wer schon einmal versucht hat, einen schwarzen Hund formatfüllend zu fotografieren, kennt vielleicht das Problem, dass der Autofokus irgendwo im Fell scharf stellt oder im ungünstigsten Fall auf den Hintergrund. Und Hunde mit dunklem beziehungsweise schwarzem Fell machen die Sache nicht leichter, vor allem dann, wenn die Sonne nicht gerade knallt. Die kontrastarme dunkle Fläche ist eine Herausforderung für den Autofokus. Versuchen Sie deshalb, zumindest auf die Schnauze scharf zu stellen, die sollten Sie auch dann im Autofokus-Feld behalten können, wenn der Hund rennt. Das Auge kann schon schwieriger zu fokussieren sein, obwohl das der bessere Schärfepunkt ist. Gegebenenfalls blenden Sie ein wenig ab, damit neben der Schnauze auch noch die Augen scharf sind. Wenn nötig, erhöhen Sie gleichzeitig die Empfindlichkeit, um mit kleinerer Blende (große Blendenzahl) arbeiten zu können.

  2. © Fotograf: Marcus Heinz, Magyar Vizsla in Action, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Marcus Heinz, Magyar Vizsla in Action, Blende-Fotowettbewerb
    Stellen sie Ihre Kamera auf Sport-Modus. Wenn Sie ein Porträt Ihres Hundes machen und er still hält, können sie natürlich mit offener Blende in aller Ruhe ein Foto machen. Aber wenn der Hund in Bewegung ist, nutzen Sie die Möglichkeiten Ihrer Kamera. Sport-Modus heißt: große Blende, kurze Zeiten. Wenn Sie wegen der Schärfe abblenden müssen, erhöhen Sie die Empfindlichkeit, damit die Belichtungszeit kurz bleibt. Stellen Sie, wenn vorhanden, den Autofokus auf kontinuierliche Schärfeanpassung um, damit Ihnen der Hund nicht aus dem Fokus rennt.

  3. Ein Hund ist kein professionelles Model. Wenn sie auf dem Hundesportplatz sind, wissen Sie nach einigen Minuten, wie die Hunde laufen. Auf der Wiese kann das schon anders sein, da kann der Hund einfach mal da hin laufen, wo Sie nicht mit ihm rechnen. Wenn Sie Hunde in Bewegung fotografieren, nutzen Sie den Serienbildmodus Ihrer Kamera, er macht das Leben des Fotografen in diesem Fall wirklich einfacher. Packen Sie lieber ein paar Speicherkarten zusätzlich ein, um am Ende die besten Bilder nicht verpasst zu haben.

  4. © Fotograf: Ingo Weber, I like water, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Ingo Weber, I like water, Blende-Fotowettbewerb
    Und bei all dem gilt: Seien Sie geduldig! Ein Hund mag gut trainiert sein, er ist und bleibt ein Hund. Wenn der Fotograf nervös wird, wie soll der Hund dann ruhig bleiben und das machen, was man von ihm erwartet? Gehen Sie nicht mit überzogenen Erwartungen zum Fotografieren, planen Sie stattdessen großzügig. Und wenn es beim ersten Mal nicht so klappt, dann wiederholen Sie das Ganze eben noch einmal. Auch Hunde sind lernfähig und beim zweiten Mal läuft vielleicht alles viel besser als aus dem Stand.

  5. Wenn Sie ein Stativ benutzen wollen, weil Sie eine lange Brennweite im Einsatz haben, dann nehmen Sie ein Einbeinstativ. Ein Dreibein-Stativ mag ja bequemer und vielleicht stabiler sein, aber es ist nur hinderlich, wenn Sie bewegte Objekte fotografieren. Und es steht womöglich auch noch im Weg. Mit einem Einbeinstativ lassen sich auch Fotos mit längerer Belichtungszeit machen. Ziehen Sie dann mit dem Hauptobjekt, also dem Hund, mit, so verwischt der Hintergrund. Das Resultat ist mehr Dynamik im Bild, und zudem lenkt der unscharfe Hintergrund nicht vom Hund ab.

  6. © Fotograf: Matthias Walder, Nachdenklicher Hund, Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Matthias Walder, Nachdenklicher Hund, Blende-Fotowettbewerb
    Achten Sie auf die Perspektive, wenn Sie einen Hund fotografieren. Die meisten schlechten Hundebilder sind von schräg oben aufgenommen. Ein Motiv wirkt aber meistens besser, wenn es auf Augenhöhe fotografiert wird, und das ist bei einem Hund nicht anders. Das heißt im Umkehrschluss: Der Fotograf muss in die Knie gehen. Ausnahme: Wenn der Hund herumtollt, dann darf es wegen der größeren Mobilität auch mal ein etwas erhöhter Standpunkt sein.

  7. Wählen Sie die Brennweite Ihres Objektivs richtig. Was schlechte Hundefotos noch schlechter macht, ist neben der Perspektive auch noch das Weitwinkelobjektiv. Das verzerrt die Proportionen und sorgt für eher lächerliche Porträts. Wenn Sie ein Weitwinkel benutzen wollen, um eine andere Perspektive zu erhalten, dann machen Sie es richtig, mit einem Fisheye-Objektiv und minimalem Abstand zum Motiv. So überzeichnet kann ein Weitwinkelbild auch wieder gut aussehen. Auf jeden Fall ist es mal etwas anderes und damit auch ein Blickfang.

  8. © Fotograf: Anita Radtke, den Ball im visier...., Blende-Fotowettbewerb
    © Fotograf: Anita Radtke, den Ball im visier…., Blende-Fotowettbewerb
    Und wenn Sie schon dabei sind, ein besseres Bild zu machen, und Sie dazu vielleicht den Standort wechseln, dann achten Sie auf den Hintergrund. Das gilt natürlich für alle Bilder, denn ein Geländer in Kopfhöhe sieht immer schlecht aus. Gleiches gilt für Bäume oder Büsche, die aus Köpfen oder Körpern herauswachsen. Da macht der Hund keinen Unterschied zum Menschen.

  9. Ein Hund kann auch ganz seriös wirken. Auf einem Porträtbild zum Beispiel, mit neutralem Hintergrund. Aber wenn der Hund in Bewegung ist und tobt sowie vielleicht ein Spielzeug herumträgt, dann setzen Sie doch einen Kontrast, indem Sie Ihrem Hund ein buntes Spielzeug geben. Hundefell ist ja meinst nicht allzu bunt, da tut einem Foto so ein Farbklecks schon gut.

  10. Apropos Fell. Ein glänzendes Fell lässt einen Hund gleich besser aussehen. Sie könnten den Vierbeiner natürlich erst einmal ins Wasser schicken, dann glänzt der Hund zwar, ist aber auch nass. Glanz bekommen Sie aber auch ins Fell, wenn Sie gegen die Sonne fotografieren. Die besseren Bilder entstehen ohnehin nicht am Mittag, wenn die Sonne senkrecht am Himmel steht. Flach von hinten einfallende Sonne betont das Fell. Achten Sie dabei auf richtige Belichtung, indem Sie an der Kamera Spot-Messung einstellen.

Fotografieren in der Praxis 11 / 2014

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