Zehn Fototipps für Bilder am Flughafen

Startende und landende Flugzeuge, große und kleine: Besucherterrassen an Flughäfen sind oft voll und viele Besucher haben natürlich eine Kamera. Das erstaunt nicht, denn mit einem Smartphone stößt man schnell an fotografischen Grenzen – das Resultat sind wenig überzeugenden Aufnahmen. Aber wie macht man eigentlich gute Fotos von startenden und landenden Flugzeugen? Was braucht man dafür? Und wieso ist die Besucherterrasse nur manchmal der richtige Ort, um solche Bilder zu machen? Zehn Tipps, damit die Anreise nicht umsonst war.

Zehn Fototipps für Bilder am Flughafen

  1. Planen Sie den Ausflug zum Flughafen im Voraus. Einfach mal hinfahren und dann schauen kann funktionieren, muss es aber nicht. Deshalb: Suchen Sie erst einmal Informationen, wo gute Plätze für Spotter sind. Wenn Sie „Spotterplätze“ in Verbindung mit dem Flughafen-Namen in eine Suchmaschine eingeben, finden sie schnell wichtige Infos.

  2. Überlegen Sie, wann Sie am Flughafen sind. Vormittags, am hellen Mittag oder erst gegen Abend? Schauen Sie dann, wo die Sonne steht. Die schönsten Flugzeuge bringen Ihnen wenig, wenn Sie jedes Mal die Sonne im Bild haben. Online-Beschreibungen, wie unter Punkt 1 genannt beinhalten meist auch Hinweise, wann wo mit Gegenlicht zu rechnen ist.

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  3. Bevor Sie losfahren, informieren Sie sich über den Wind. Schauen Sie online im Wetterbericht oder zum Beispiel auf der Website. Dort finden Sie recht aktuelle meteorologische Informationen, auch aufgeschlüsselt. Falls Sie nur die Metar-Daten eines Flughafens haben, suchen Sie nach etwas, das aussieht wie 17006KT. Das bedeutet: Der Wind kommt aus Richtung 170, also 170 Grad, mit einer Stärke von 06 Knoten. Flugzeuge starten und landen immer gegen den Wind. Laden Sie sich die App Flightradar 24 auf Ihr Smartphone, so können Sie live sehen, welche Flugzeuge gerade im Anflug sind.

  4. Wählen Sie die richtige Seite für Ihre Bilder. Abfliegende Flugzeuge können schön sein, allerdings sind die Landebahnen auf großen Flughäfen so lang, dass viele Maschinen schon auf halber Strecke in der Luft sind. Bis sie dann bei Ihnen sind, haben sie eine beträchtliche Höhe erreicht. Besser ist es, anfliegende Flugzeuge zu fotografieren, also auf der Seite zu stehen, auf der Flugzeuge hereinkommen. Weiterer Vorteil: Abfliegende Maschinen starten meist vom Ende der Runway, also nahe bei Ihnen, so können Sie diese Flugzeuge schon auf dem Boden fotografieren.

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  5. Rund um alle Flughäfen dieser Welt gibt es wunderbare Zufahrtsstraßen und Wege. Die sind aber nicht dafür gedacht, dass Spotter dort ihre Autos hinstellen. Achten Sie auf Halteverbotszeichen und beachten Sie diese unbedingt, gerade um Flughäfen herum ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihr Auto abgeschleppt wird, denn die breiten Zufahrtswege sind meist für Rettungskräfte angelegt. Gehen Sie lieber ein paar Meter mehr zu Fuß.

  6. An manchen Positionen am Zaun kann eine Trittleiter hilfreich sein – siehe Informationen unter Punkt 1. Eine Leiter wird Ihnen in Mitteleuropa niemand übel nehmen, aber lassen Sie die Finger vom Zaun. Und wenn Sie eine Tür finden, probieren Sie nicht aus, ob sie offen ist. Sie bekommen sonst ganz schnell Besuch von Uniformierten.

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  7. Kompaktkameras mit einem großen Zoombereich, also sogenannte Superzoomkameras/Bridgekameras und Kameras für Wechseloptik (kompakte System- und Spiegelreflexkameras) sind die Aufnahmegeräte, die beim Ablichten von Flugzeugen zum Einsatz kommen sollten. Nehmen Sie Objektive mit mittlerer Brennweite und solche mit besonders langer Brennweite mit. Vielleicht fährt ein tolles Flugzeug direkt „vor Ihrer Nase“ vorbei, dann können Sie mit Ihrem starken Teleobjektiv nur noch einen Ausschnitt fotografieren.

  8. Denken Sie an ein Einbeinstativ. Ein stabiles Dreibein ist nicht wirklich flexibel und so ein Flugzeug ist schnell, da wollen Sie sich schnell drehen können. Ohne Stativ kann die Kamera mit großem Teleobjektiv schnell ziemlich schwer werden.

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  9. Flugzeuge sind meist hell lackiert, verwenden Sie entsprechend Spotmessung für die Belichtung. Außerdem kann ein nachführender Autofokus hilfreich sein. Achten Sie darauf, entsprechend kurze Verschlusszeiten zu wählen und verwenden Sie gegebenenfalls eine höhere ISO-Zahl. Bei Flugzeugen mit Propeller sollte die Verschlusszeit 1/200 Sekunde nicht unterschreiten, sonst frieren die Propeller ein.

  10. Sparen Sie nicht mit Auslösungen Ihrer Kamera, benutzen Sie einen schnellen Serienbild-Modus. Denken Sie daran, dass ein toll lackiertes Flugzeug genau dann kommen wird, wenn entweder Ihr Akku leer oder die Speicherkarte voll ist. Packen Sie ausreichend Ersatz ein, damit beides nicht passiert.

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Fotografieren in der Praxis 09 / 2015

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1 Kommentare

Vielen Dank für die vielen nützlichen Tipps! Ich werde schauen, dass ich sie sobald wie möglich bei uns am Flughafen Wien umsetze. Die halbe Stunde Anreise wird sich dann sicher auszahlen. :-)

von nubinou
18. September 2015, 12:46:49 Uhr

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