Wie gelingen tolle Hundeaufnahmen

Zehn Fototipps zu richtig ausdrucksstarken Hundebildern

Hunde wirkungsvoll fotografisch in Szene zu setzen ist kein Hexenwerk. Die Funktionsweise seiner Kamera sollte man weitestgehend beherrschen. Wichtig ist zudem, sich Zeit zu nehmen, zum Vierbeiner Kontakt aufzubauen und seine Verhaltensweisen zu studieren, denn das erhöht die Vorhersehbarkeit und damit die fotografische Trefferquote. Diese lässt sich durch Leckerlies steigern. Nachstehend zehn Fototipps, die helfen, Vierbeiner gekonnt in Szene zu setzen.

© Fotograf: Michael Frieser, Windhund, Blende-Fotowettbewerb
Michael Frieser, Windhund, Blende-Fotowettbewerb

  1. Auf Schnauze und Augen scharfstellen
    Wer schon einmal versucht hat, einen schwarzen Hund formatfüllend zu fotografieren, kennt vielleicht das Problem, dass der Autofokus irgendwo im Fell scharf stellt oder im ungünstigsten Fall auf den Hintergrund. Die kontrastarme dunkle Fläche ist eine Herausforderung für jeden Autofokus. Ratsam ist, auf die Schnauze scharf zu stellen – diese sollte man auch dann im Autofokus-Feld behalten können, wenn der Hund rennt. Auch wenn es besser ist, wenn der Schärfepunkt auf den Hundeaugen liegt, so ist die Fokussierung hier weitaus schwieriger. Sofern es die Situation zulässt hilft abblenden. Neben der Schnauze werden dann auch die Augen scharf abgelichtet. Wenn nötig, muss die ISO-Empfindlichkeit erhöht werden, um mit kleinerer Blende (große Blendenzahl) arbeiten zu können.

  2. Sport-Modus für viele Situationen perfekt
    Soll der Hund in Bewegung fotografiert werden, so ist der Sport-Modus die perfekte Wahl. Der Sport-Modus heißt: große Blende, kurze Zeiten. Sollte man wegen der Schärfe abblenden müssen, ist die ISO-Empfindlichkeit zu erhöhen, damit die Belichtungszeit kurz bleibt. Sofern die Kamera die Option bietet, sollte der Autofokus auf kontinuierliche Schärfeanpassung umgestellt werden, damit der Hund nicht aus dem Fokus rennt.

    © Fotograf: Andreas von Mentz, A- und B-Note 6.0, Hundefrisbee, Blende-Fotowettbewerb
    Andreas von Mentz, A- und B-Note 6.0, Hundefrisbee, Blende-Fotowettbewerb

  3. Serienbildfunktion und 4K erhöhen Trefferquote
    Möchte man Hunde in Bewegung fotografieren, so ist die Serienbildfunktion dafür perfekt geeignet. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, wenigstens einen fotografischen Volltreffer zu landen. In Vorteil sind alle Anwender, die über ein aktuelles Kameramodell verfügen, denn hier ist die Serienbildfunktion noch flotter und man fängt mehr Aufnahmen bei gleicher Zeit ein.

    Kameras die über das Feature 4K Video verfügen erhöhen nochmals die Wahrscheinlichkeit, den entscheidenden fotografischen Moment einzufangen. 4K steht dabei für die vierfache HD-Auflösung, was sich in rund acht Millionen statt der üblichen zwei Millionen Bildpunkte („Full HD“) und damit höchster Qualität bemerkbar macht. Aus 4K Videos können Einzelbilder herausgelöst werden.

    Kommen die Kamerafeatures Serienbild oder 4K zum Einsatz, so ist an Ersatzspeicherkarten zu denken, um am Ende die besten Bilder nicht verpasst zu haben.

    © Fotograf: Constanze Finsterwalder, Der perfekte Winterspaß, Blende-Fotowettbewerb
    Constanze Finsterwalder, Der perfekte Winterspaß, Blende-Fotowettbewerb

  4. Geduldig sein und sich Zeit nehmen
    Ein Hund mag gut trainiert sein, er ist und bleibt ein Hund. Wenn man als Fotograf hektisch wird, wie soll der Hund dann ruhig bleiben und das machen, was man von ihm erwartet? Die Erwartungen sollten, insbesondere wenn man sich erstmalig der Hundefotografie zuwendet, nicht überzogenen sein. Und wenn beim ersten Shooting die Fotos nicht wie gewünscht sind, dann liegt der Reiz in der Wiederholung, denn Hunde sind lernfähig.

  5. Warum ein Einbeinstativ besser ist
    Kommt ein Stativ wegen einer langen Brennweite zum Einsatz, dann sollte die Wahl auf ein Einbeinstativ – auch als Monopod bezeichnet – fallen. Ein Dreibein-Stativ ist zwar bequemer und vielleicht stabiler, aber es ist hinderlich, wenn man bewegte Objekte wie Hunde fotografiert. Und es steht womöglich auch noch im Weg. Mit einem Einbeinstativ lassen sich auch Fotos mit längerer Belichtungszeit machen. Mitziehen ist angesagt – so wird der Hund scharf abgebildet und der Hintergrund verwischt. Das Resultat ist mehr Dynamik im Bild, und zudem lenkt der unscharfe Hintergrund nicht vom Hund ab.

    © Fotograf: Dagmar Dowdle, Schleudergang, Blende-Fotowettbewerb
    Dagmar Dowdle, Schleudergang, Blende-Fotowettbewerb

  6. Auf die Perspektive achten
    Die meisten schlechten Hundebilder sind von schräg oben aufgenommen. Ein Motiv wirkt aber meistens besser, wenn es auf Augenhöhe fotografiert wird, und das ist bei einem Hund nicht anders. Das heißt im Umkehrschluss: Als Fotograf muss ich in die Knie gehen. Ausnahme: Wenn der Hund herumtollt, dann darf es wegen der größeren Mobilität auch mal ein etwas erhöhter Standpunkt sein.

  7. Die richtige Brennweite
    Was schlechte Hundefotos noch schlechter macht, ist neben der Perspektive auch noch das Weitwinkelobjektiv. Das verzerrt die Proportionen und sorgt für eher lächerliche Porträts. Soll ein Weitwinkelobjektiv, um eine ungewöhnliche Perspektive zu erhalten, zum Einsatz kommen, dann ist das Fisheye-Objektiv und ein minimaler Abstand zum Motiv die perfekte Wahl. So überzeichnet kann ein Weitwinkelbild auch wieder gut aussehen.

    © Fotograf: Lilli Böttcher, Blumenbringer, Blende-Fotowettbewerb
    Lilli Böttcher, Blumenbringer, Blende-Fotowettbewerb

  8. Auf den Hintergrund achten
    Der Hintergrund sollte bestmöglich in Unschärfe versinken damit er nicht vom Hauptmotiv, also dem Hund, ablenkt.

  9. Kontrast setzen
    Ist der Hund in Bewegung und tobt mit seinem Spielzeug, dann sollte dieses bunt sein. Dies sorgt für den notwendigen Kontrast, der die Aufnahme in der Regel aufwertet.

  10. Gegen die Sonne fotografieren
    Ein glänzendes Fell lässt einen Hund gleich besser aussehen. Man kann den Vierbeiner natürlich erst einmal ins Wasser schicken, dann glänzt der Hund zwar, ist aber auch nass. Glanz bekommt man auch ins Fell, wenn gegen die Sonne fotografiert wird. Die besseren Bilder entstehen ohnehin nicht am Mittag, wenn die Sonne senkrecht am Himmel steht. Flach von hinten einfallende Sonne betont das Fell. Wichtig ist, auf die Belichtung zu achten, indem man an der Kamera die Spot-Messung einstellt.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blende bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fotografieren in der Praxis 09 / 2018

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