Brennweite - Normal-, Weitwinkel- und Teleobjektive

In der Fotografie ist es manchmal so wie beim Kochen – um Fachbegriffe kommt man oftmals nicht umhin, möchte man die Möglichkeiten, die sich einem bieten, auch voll ausschöpfen. Ein paar optische Grundkenntnisse aus der Physik sind in der Fotografie überaus hilfreich, weswegen wir uns in diesem Beitrag der Brennweite zuwenden. Keine Angst, zu theoretisch wird es nicht.

Die Brennweite wird in Millimetern angegeben und bedeutet die Entfernung zwischen der Aufnahmeebene (Sensor/Film) und der Objektiv-Hauptebene. In der Fotografie bestimmt die Brennweite des Objektivs zusammen mit dem Aufnahmeformat den Bildwinkel. Je größer die Brennweite, desto enger wird der Bildwinkel und somit der Bildausschnitt.

Brennweite - Normalobjektiv
Das 50-mm-Objektiv – vielfach auch als Normalobjektiv bezeichnet – bietet einen Blickwinkel der dem des menschlichen Auges weitestgehend entspricht. Dieses Objektiv ist dafür prädestiniert, dass festzuhalten, was man sieht. Porträts gelingen mit diesem Objektiv ebenso wie überzeugende Landschaftsaufnahmen oder Impressionen von Städten.

Als Weitwinkelobjektive werden all jene bezeichnet, die eine Brennweite von unter 50 mm haben. Wie der Name schon verrät, ist der Blickwinkel größer als bei einem Normalobjektiv.

Brennweite - Weitwinkelobjektiv
Liegt dieser unter 20 mm so spricht man von Superweitwinkelobjektiven. Weitwinkelobjektive kommen zum Beispiel dann gern zum Einsatz, wenn ein geringer Aufnahmeabstand vorliegt und man Räume – beispielsweise in der Hotelfotografie – größer erscheinen lassen möchte, als sie in Wirklichkeit sind. Weitwinkelobjektive beflügeln das Spiel mit der Perspektive – das Bild öffnet sich sozusagen. Die Weitwinkelfotografie lebt vielfach von der Übertreibung und lässt dadurch beeindruckende Aufnahmen entstehen. Kurze Brennweiten, wie sie Weitwinkel bieten, setzen in der Regel den gezielten Umgang mit Linien bei großer Schärfentiefe voraus. Die Fotografien müssen sozusagen erarbeitet werden. Viele Fotografen sagen, dass man mithilfe der Weitwinkeloptik ein Bild besser dritteln kann. Zudem erlaubt diese Optik eine Verbindung zwischen Protagonist und Umfeld. Es gibt aber auch Fotografen, die die Arbeit mit Weitwinkel als sperrig, launisch und von Rückschlägen geprägt empfinden.

Brennweite - Teleobjektiv
Objektive mit Brennweiten oberhalb von 50 mm werden als Tele bezeichnet. Von Super- oder Ultrateleobjektiven ist die Rede ab einer Brennweite von 300 mm. Teleobjektive lassen Entfernungen überbrücken. Für viele Fotografen noch wichtiger ist, dass sie sich unbeobachtet ihren Motiven stellen können und dadurch eine besondere Natürlichkeit in den Aufnahmen verankert werden kann, was beim Weitwinkel nicht gewährleistet ist. Teleobjektive schließen das Bild und können weiter entfernte Motive mit offener Blende freistellen. Das Experiment steht beim Fotografieren mit Teleobjektiven sicherlich nicht im Vordergrund, denn großartige Perspektiven und dramatische Linien lassen sich damit kaum in Szene setzen. Dies muss aber nicht als Nachteil gewertet werden, denn verrückte Sachen sind allein betrachtet auch keine Bildaussage. Die große Stärke von Teleobjektiven ist, dass sie dem Fotografen helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Motive können unaufdringlich, aber dennoch spürbar herangeholt werden – Reportagefotografen greifen bevorzugt zum 85-mm-Objektiv.

Faszination Fototechnik 11 / 2012

2 Kommentare

Der Satz „Die Brennweite [...] bedeutet die Entfernung zwischen der Aufnahmeebene (Sensor/Film) und der Objektiv-Hauptebene“ stimmt nicht! Die Brennweite ist der Abstand zwischen Objektiv-Hauptebene und Brennpunkt. Schöne Grüße Marcus Monshausen

Marcus Monshausen

von Marcus Monshausen
18. Juni 2015, 14:51:18 Uhr

Die Oben genannten Brennweiten stimmen aber nur bei dem 24x36mm Film oder Sensor. Richtig wäre zu sagen, das eine Normalbrennweite der Diagonale der Film oder Sensorgröße entspricht.

Manfred Rademacher

von Manfred Rademacher
23. November 2012, 20:36:07 Uhr

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