Warum der Blitz ein wichtiges und damit unerlässliches Fotozubehör ist

Möchte man die volle Kontrolle über das Licht haben, dann führt meist kein Weg am Blitz vorbei

© Fotograf: Janko Offen, Feuerigel, Blende-Fotowettbewerb
Feuerigel
Dieses Bild habe ich in unserem Garten aufgenommen, es zeigt einen Sonnenhut, zumindest einen Teil der Blüte. Die Bildidee reifte in den letzten Wochen in mir. Mein Ziel war es, den Blütenstand zu hinterleuchten und im Vordergrund einen Schatten zu erzeugen. Gleichzeitig wollte ich einen Teil der Blätter mit im Bild haben, um einen farblichen Kontrast ins Bild zu bekommen. Ich nutzte meine Canon EOS 60D mit einem 100mm Makroobjektiv und den Blitz setzte ich entfesselt schräg von links hinter der Blüte. Die Steuerung erfolgte manuell, somit konnte ich die Blüte schön frei stellen.

Aktuelle Kameramodelle warten mit Sensorempfindlichkeiten auf, die nicht nur atemberaubend sind, sondern Fotografen einen noch größeren Spielraum bei nicht so günstigen Lichtbedingungen garantieren. Und war bis vor wenigen Jahren noch vom Bildrauschen die Rede, dass mit der Erhöhung der ISO-Empfindlichkeit einherging, so ist das heute nicht mehr von so elementarer Bedeutung. Fakt ist bei allen noch so herausstechenden Kamerainnovationen, dass zu hohe Sensorempfindlichkeiten sich nicht immer positiv auf die Bildqualität auswirken. Der Blitz ist also nach wie vor ein wichtiges Zubehör, auf das Fotografen nicht verzichten sollten. Und der Blitz-Einsatz lohnt sich auch dann, wenn die Lichtbedingungen gut sind.

Eingebauter Blitz – Aufsteckblitz

© Fotograf: Christian Vetter, Abstrakt, Blende-Fotowettbewerb
Abstrakt
Die Aufnahme entstand an einem verregneten Tag in meiner Wohnung. Aufgenommen mit einer Canon 100D, Canon 40mm Pencake-Objektiv und Yongnuo-Blitz.

Sehr viele Kameramodelle aus den Segmenten Kompaktkamera, Spiegelreflexkamera und kompakte Systemkamera verfügen über einen fest eingebauten Blitz. Das ist von Vorteil, denn so führt man den Blitz immer mit sich. Die Leistungsfähigkeit der eingebauten Blitzgeräte ist inzwischen beachtlich. Dennoch verfügen zahlreiche Kameramodelle neben einem fest eingebauten Blitz zusätzlich über einen sogenannten Blitzschuh, so dass Aufsteckblitzgeräte zum Einsatz kommen können. Und das ist auch von Vorteil, denn Aufsteckblitzgeräte sind wesentlich leistungsfähiger, als die eingebauten. Zudem sagt man ihnen nach, dass ihr Licht weicher ist. Und ein weiterer Pluspunkt der für den Aufsteckblitz spricht ist, dass sie besser gesteuert werden können. Man denke hier an das indirekte Blitzen über eine Zimmerdecke. Warum Aufsteckblitze leistungsfähiger sind als die eingebauten Modelle liegt auf der Hand. Kamerahersteller gehen mit den eingebauten Blitzgeräten einen Kompromiss ein. In der Regel ist dieser nämlich längst nicht so groß wie ein Aufsteckblitzgerät und zudem ist an den Energiehaushalt der Kamera zu denken. Aufsteckblitzgeräte werden separat mit Energie versorgt, denn sonst hätte sie nicht diese Leistungsfähigkeit. Und dann gibt es hochwertige Kameramodelle die nur über einen Blitzschuh verfügen. Hier gehen die Hersteller davon aus, dass ein eingebauter Blitz die Nutzer bei ihren Ansprüchen nicht zufriedenstellen würde.

Blitzen lohnt sich

© Fotograf: Christian Herzig, Mystic Legs, Blende-Fotowettbewerb
Mystic Legs
Model indoor vor grauem Fotopapier fotografiert. Hintergrund als Compositing ausgetauscht. Blitz war Beautydish hochfrontal und Tube für Hintergrund auf Mitte des Papiers.

Der Einsatz des Blitzes stellt eine Erweiterung der kreativen fotografischen Optionen dar und zwar auch dann, wenn die Lichtbedingungen optimal sind. Mit Hilfe des Blitzes – insbesondere der Aufsteckblitze – hat man die volle Kontrolle über den Bilderlook. Man kann Einfluss nehmen auf die Lichtstärke, die Richtung und die Intensität von Schatten. Aufsteckblitze sind flexibel einsetzbar – sie lassen sich drehen und schwenken. Das ermöglicht das bereits erwähnte indirekte Blitzen. Die Ausleuchtung ist in der Regel angenehmer, weil das Licht nicht nur weicher sondern auch gleichmäßiger ist. Übrigens: Je größer die Lichtquelle ist, desto weicher und gleichmäßiger wirkt die Ausleuchtung, wenn indirekt geblitzt wird. Im Gegensatz zum eingebauten Blitz reduzieren Aufsteckblitze auch das Risiko von roten Augen. Grund dafür ist, dass sie als Lichtquelle weitgenug von der optischen Achse entfernt sind.

Kenngröße für die Leistungsfähigkeit

Aufschluss über die Leistungsfähigkeit gibt die Leitzahl. Diese steht in Abhängigkeit vom eingestellten ISO-Wert und der Reflektorposition. In der Regel – aber eben nicht immer – wird die Leitzahl für ISO 100 und maximal gezoomten Reflektor angegeben.

Welcher Blitz ist der passende?

© Fotograf: Reinhard Hauke, Kleines Ungeheuer, Blende-Fotowettbewerb
Kleines Ungeheuer
Eine Goldfliege auf einer Zauberschneeblüte. Aber bitte nicht auf unserem Schweinebraten. (Kurzzeitbelichtung mit Ringblitz)

Liebäugelt man mit der Anschaffung eines Aufsteckblitzes, so muss die Kamera über einen Blitzschuh verfügen. Das Angebot an Aufsteckblitzen ist umfangreich, so dass gewährleistet ist, dass jeder den passenden Blitz für sich findet. Kaufkriterien sollten neben der Leistungsfähigkeit (Leitzahl) auch Ausstattung, Größe und Gewicht, aber auch zur Verfügung stehendes zusätzliches Zubehör sein. Es gibt Blitzgeräte mit einer sehr einfachen Tastensteuerung aber auch Modelle, bei denen die Blitzsteuerung über das Touchdisplay erfolgt. Möchte man viel Spielraum in der Blitzanwendung haben, dann sollte man sich für einen möglichst leistungsstarken Blitz entscheiden. Wenn nicht die volle Blitzleistung benötigt wird, so kann man Herunterregeln – hinzuregeln gelingt jedoch immer nur bis zur maximalen Leistung des Blitzgerätes. Hat man seinen fotografischen Schwerpunkt in der Makrofotografie so ist ein ringförmiger Blitz eine gute Option. Dieser sorgt für eine schattenfreie Ausleuchtung – das Blitzlicht liegt auf der Objektivebene, wodurch man keinen Schatten auf das Motiv wirft. Soll der Blitz auch als Lichtquelle für den Videodreh herangezogen werden, so ist beim Kauf darauf zu achten, dass er über ein integriertes Videolicht (LED-Leuchte) verfügt. Dieses ist für eine gute Ausleuchtung im Nahbereich meist ausreichend. Zahlreiche Aufsteckblitze sind heute mit einem USB-Anschluss ausgestattet. Damit ist gewährleistet, dass man auf einfache Art und Weise Firmware-Updates auf den Blitz laden kann.

„Blende“ – Der generationsübergreifende Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

Blende, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

Blende bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. „Blende“ schärft mit seinen jährlich wechselnden thematischen Vorgaben die Sinne. Die eingereichten Wettbewerbsbeiträge, zu „Blende 2017“ gingen über 80.000 Fotografien ein, sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch die Teilnahme an „Blende“ den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten.

„Blende“-Teilnehmer sind mit ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen nicht nur wichtige Botschafter für die Fotografie. Sie treten den Beweis an, wie lohnenswert es ist, die Welt in der man sich aufhält aktiv wahrzunehmen.

Weitere Informationen zu „Blende“: https://www.prophoto-online.de/fotowettbewerb-blende

Fototechnik 03 / 2018

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