Kameratechnik - Belichtungsmessung

© Fotograf: Hubert Sorgenfrei, Morgenstimmung, Blende-Fotowettbewerb
Aktuelle Kameras sind wahre Hightechgeräte. Zahlreiche Features, wie beispielsweise die Belichtungsmessung, sind heute selbstverständlich und man kann sich die Kamera gar nicht mehr ohne vorstellen. Die erste Belichtungsautomatik kam übrigens mit der Sucherkamera Agfa Optima 1959 auf den Markt. 1971 wurde mit der Autoreflex T die erste Spiegelreflexkamera von Konica mit Blendenautomatik vorgestellt, gefolgt von der Pentax Electro Spotmatic mit Zeitautomatik und 1978 der Canon A1, mit der heute üblichen Dreiteilung Blenden-, Zeit- und Programmautomatik. Auch, wenn die Belichtungsmessung immer ausgefeilter ist und dem Fotografen bestmögliche Ergebnisse garantiert, so sollte man dennoch stets prüfen, ob das Bildergebnis den gewünschten Intentionen entspricht. Die Messung von Daten ist die eine Sache, ihre Interpretation eine andere – und darauf kommt es in der Fotografie an.

© Fotograf: Felix Schilling, A Bug´s Life, Blende-Fotowettbewerb
Damit Belichtungssysteme funktionieren, ist es notwendig, die Lichtmenge über einen Belichtungssensor, die wahre Wunderwerke der Technik sind, zu ermitteln. Belichtungssensoren bestehen aus einer Matrix an Sensoren, die einzelnen Punkte eines Bildes auf Helligkeit abtasten. Je nach Hersteller variiert die Anzahl an Sensoren, aber auch die Art und Weise, wie die Punkte ausgewertet werden. Vom Prinzip her arbeiten alle nach dem Prinzip der Mehrfeldmessung. Das heißt, die vorgefundene Belichtungssituation wird mit Beispielbildern, die sich in einer kamerainternen Datenbank befinden, verglichen. Das allein reicht jedoch noch nicht, denn auch Informationen aus dem Autofokussystem über die Motiventfernung sind wichtig für die richtige Belichtung. Wie in der Literatur in diesem Zusammenhang zu lesen ist, ist bei einigen Herstellern die Belichtungsmessung stark von der Rückmeldung der Objektive abhängig. Kommen Fremdobjektive zum Einsatz, so kann es möglicherweise zu Fehlbelichtungen kommen, weil Objektiv und Kamera nicht die gleiche Sprache sprechen.

© Fotograf: Susanne Diericks, …vom Scheitel bis zur Sohle!, Blende-Fotowettbewerb
Neben der Mehrfeldmessung ist auch noch die mittenbetonte Integralmessung, die in einem Bereich um die Mitte des Suchers misst, anzutreffen. Ihre Stärke spielt diese Messung beispielsweise dann aus, wenn sich das Motiv in der Bildmitte befindet und um dieses sehr abweichende Lichtverhältnisse vorliegen. Denken wir beispielsweise an eine Person vor einer weißen Wand.

Höherwertige Kameras sind darüber hinaus noch mit einer Spotmessung ausgestattet. Der Messwinkel ist sehr eng, wobei der Bereich, der abgedeckt wird, vom Bildwinkel des Objektivs abhängt. Mit der Spotmessung ist es möglich, einzelne Stellen des Bildes auszumessen, um dann eine eigene Belichtungseinstellung vorzugeben. Wichtig ist hierbei, zu beachten, dass die angemessenen Stellen immer als 18-prozentiges Grau betrachtet werden. Die Spotmessung kommt bevorzugt bei extremen Kontrasten zum Einsatz.

Faszination Fototechnik 01 / 2014

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