Smartphonefotografie - Wie gut sind die eingebauten Kameras?

Smartphonefotografie - Wie gut sind die eingebauten Kameras?
Smartphones gelten als „Immer-Dabei-Kamera“, quasi als fotografisches Notizbuch. Durch sie ist die Anzahl der „Klicks“ in der Sekunde, die allein für Deutschland in 2013 laut Photoindustrie-Verband mit über 2.000 angegeben wird, weiter angestiegen. Wie die im Herbst von uns durchgeführte Verbraucherumfrage zum Thema Smartphonefotografie ergab, nutzen von den nahezu 1.400 Befragten 82 Prozent die Fotofunktion des Smartphone. Mit 18 Prozent der Befragten, die sich nicht der Fotofunktion bedienen, lag deren Anteil um 5 Prozent über dem Ergebnis der Prophoto-Verbraucherumfrage 2012, wo 13 Prozent der Befragten angaben, mit ihrem Smartphone nicht zu fotografieren.

Smartphoneskameras mit ihren Auflösungen von bis zu 20 Megapixeln und ihrer Farbtreue versprechen auf den ersten Blick sehr viel Bildqualität. Auszumachen ist jedoch, dass man aus fotografischer Sicht trotz der Weiterentwicklungen sehr schnell an die technischen Grenzen stößt, die sich beispielsweise in tonnen- oder kissenförmigen Verzeichnungen widerspiegeln. Konstruktionsbedingt, auch, wenn Smartphones immer größer werden, ist nicht nur das Objektiv sehr klein, sondern auch die Bildsensoren. Dies führt dazu, dass die Fotos fast immer durchgehend scharf sind und ein Spiel mit Schärfe und Unschärfe kaum möglich ist. Dass die Auflösung nicht alles ist und man sich von ihr nicht blenden lassen sollte, zeigt auch die Tatsache, dass das Bildrauschen und andere Bildartefakte zunehmen, je mehr Megapixel auf den kleinen Sensor gepackt werden. Eine zu hohe Auflösung hat zudem den Nachteil von zu großen Bildern. Werden diese nicht über WLAN oder per Kabelverbindung hochgeladen, so ist die Datenflatrate des Handytarifs schnell ausgeschöpft.

Bis auf wenige Ausnahmen verfügen Smartphones über keinen optischen Zoom, denn dieser macht es deutlich schwerer. Selbst wenn der Digitalzoom die Anpassung des Bildausschnitts zulässt, so sollte man ihn nicht einsetzen. Bei einer zu starken Vergrößerung werden die Aufnahmen schnell sehr pixlig. Auch, wenn immer mehr Smartphones über einen eingebauten Blitz verfügen, so sind die fotografischen Möglichkeiten begrenzt. Die Blitzreichweite ist meist sehr kurz, weshalb nur Naheliegendes optimal ausgeleuchtet werden kann.

Von den Megapixelangaben sollte man sich als Verbraucher nicht blenden lassen. Testberichte zeigen, dass in Smartphones der Oberklasse die besseren Kameras stecken – auch, wenn Einsteigergeräte vielfach mit hohen Megapixelwerten aufwarten.

Fotografisch aufmotzen lassen sich Smartphones mit entsprechendem Zubehör – seien es Objektivvorsätze, separates Blitzlicht oder kleine und flexible Stative. Wer viel mit dem Smartphone fotografiert, sollte an eine separate SD-Karte ebenso denken wie an einen zweiten Akku.

Faszination Fototechnik 01 / 2014

1 Kommentare

Genau so sehe ich das auch - aber es hat schon einen sehr großen Reitz - ich kann Szenen aufnehmen, Bilder machen, die ich ohne Smarty nie machen hätte können. Die eingebaute Panoramafunktion ist nett, aber nicht wirklich brauchbar - allerdings sind Panos einfach nach alter Form (ein Bild neben dem Anderen und dann zusammenschneiden) nicht schlecht.... Ich mag es als Dokubildermacher und/oder kreative Bildermacher sehr gerne und mache auch sehr viele Bilder mit meinem Smarty - allerdings wenn es um Spielerei mit Blende... geht, dann kommt die richtige (Oly) zum Einsatz...

gotti

von gotti
17. Januar 2014, 20:26:59 Uhr

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