Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras - Objektivwechsel

© Blende, Dennis Mohrmann, Greta Oto Bildgalerie betrachten

© Blende, Dennis Mohrmann, Greta Oto

Spiegelreflex- und kompakte Systemkameras bieten als Aufnahmesystem Anwendern unter anderem den großen Vorteil, dass man, je nach fotografischer Situation beziehungsweise Motiv, das Objektiv – also die Augen der Kamera – wechseln kann. Beide Kamerasysteme gelten zusammen mit den Mittelformatkameras als das Nonplusultra in der Fotografie. Sie garantieren durch den Objektivwechsel, aber auch durch ihren Funktionsumfang den größtmöglichen fotografischen Spielraum. Gerade Einsteiger in die Fotografie mit Wechseloptik kaufen diese Kameras im Kit – also einem Gehäuse und einem Objektiv. Oftmals, so scheint es, berauben sie sich ihrer Möglichkeiten, weil sie den großen fotografischen Nutzen durch einen Objektivwechsel aus dem Fokus verlieren und stattdessen nur mit dem Objektiv fotografieren, das zusammen mit der Kamera erworben wurde. Ein möglicher Grund dafür kann sein, dass Hintergrundwissen um die vielfältigen Möglichkeiten fehlt und/oder dass man durch das Objektivangebot nicht durchblickt. Ja, und dann ist da auch noch die Sache mit dem Crop-Faktor, also der Sensorgröße und der Brennweite. In diesem Zusammenhang möchten wir nicht wetten – auch, wenn wir glauben, zu gewinnen: Wir gehen davon aus, dass nur die wenigsten wissen, welche Größe ihr Kamerasensor hat.

Kommen wir zum ersten Punkt unserer Annahme, dass Hintergrundwissen fehlt. Das ist nicht schlimm, denn dieses kann man sich im Handumdrehen aneignen und glauben Sie uns, das ist nicht schwer. Wer keine Lust zum Weiterlesen hat, der sucht einfach mit seiner Kamera ein Fotofachgeschäft auf, probiert die verschiedenen Objektive an seiner Kamera aus und kann auf diese Art und Weise ganz schnell ihre Wirkungsweise kennen lernen.

Für welches Objektiv man sich entscheidet, hängt natürlich vom Motiv ab. Wer gerne Kleines ganz groß herausbringen möchte, der muss natürlich auf ein Makroobjektiv zurückgreifen. Stehen Landschaften im Mittelpunkt des fotografischen Interesses, so sollte die Wahl auf ein Weitwinkelobjektiv fallen. Möchte man, wie in der Sport- und Tierfotografie, Entferntes nah heranholen, dann ist ein Teleobjektiv die erste Wahl. Und für die Porträtfotografie bietet sich ein Standardobjektiv – auch als Normalobjektiv bezeichnet – mit 50 mm an, denn es entspricht mit seinem Bildwinkel dem menschlichen Sehfeld. Wer, wie wir, in der Porträtfotografie lieber etwas Abstand hält, für den ist ein leichtes Teleobjektiv die bessere Wahl. Die hier aufgeführten Objektive unterscheiden sich in ihrer Brennweite. Bleiben wir beim Teleobjektiv, das es ab 70 mm bis 800 mm Brennweite gibt. Noch längere Brennweiten sind selten. Auch die Makro- und Weitwinkelobjektive werden in unterschiedlichen Brennweiten angeboten. Als Fisheye werden extreme Weitwinkelobjektive bezeichnet. Ihr Bildwinkel ist riesengroß und die tonnenförmige Verzeichnung dementsprechend gewaltig ist.

Im Zusammenhang mit Objektiven fällt immer wieder der Begriff Brennweite – wir haben ihn hier bereits auch schon einige Male genannt. Die Brennweite bezeichnet den Abstand zwischen der Frontlinse des Objektivs und dem Sensor der Kamera in Millimetern. Je länger die Brennweite – zum Beispiel bei einem Teleobjektiv 800 mm – desto kleiner der Bildwinkel und dementsprechend ausgeprägter ist der Vergrößerungseffekt. Wichtig ist zudem um die Blendenöffnung – gekennzeichnet durch das Symbol „f“ – zu wissen. Je kleiner der Wert ist, desto größer die Blende und umso hochwertiger das Objektiv. Große Blendenöffnungen garantieren Fotografen eine geringe Schärfentiefe und gewährleisten auch unter schwierigen Lichtverhältnissen überzeugende Aufnahmen.

Unterschieden wird zudem zwischen Festbrennweiten und Zoomobjektiven. Festbrennweiten wird nachgesagt, dass sie eine bessere Abbildungsqualität liefern. Der Bildausschnitt lässt sich jedoch nur verändern, indem sich der Fotograf selbst bewegt. Zoomobjektiven sagt man nach, dass sie flexibler einsetzbar sind. Sicherlich ist es auch eine Sache des Glaubens beziehungsweise der Vorliebe. Zahlreiche Fotografen entscheiden sich für Festbrennweiten, weil sie der Ansicht sind, dass man sich dann intensiver mit seinem Motiv und dem Bildaufbau auseinandersetzt.

Faszination Fototechnik 09 / 2015

32 Bewerten  |  Drucken  |  Weiterempfehlen
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben.

Artikel kommentieren
* Diese Felder müssen ausgefüllt werden