Weißabgleich - Vollautomatisch

Beim vollautomatischen Weißabgleich (Automatic White Balance, AWB) sucht die Kamera nach einer für sie weiß erscheinenden Fläche im Motiv. Wenn tatsächlich eine nahezu weiße Fläche im Messfeld des Sensors liegt, funktioniert das auch sehr gut. Die Kamera ermittelt jedoch in der Realität nur die hellste Stelle des Bildes, die im Motiv naturbedingt nicht unbedingt weiß sein muss. Das Ergebnis sind ungewollte Farbstiche, die in der Regel nichts mit künstlerischer Verfremdung zu tun haben.

Die Festlegung des Weißabgleichs wird dann schwierig, wenn verschiedene Lichtquellen im Motiv mit beispielsweise Innenbeleuchtung und Tageslicht durchs Fenster aufeinandertreffen. In diesem Fall muss sich der automatische Weißabgleich der Kamera für eine der beiden Farbtemperaturen entscheiden und wählt dabei nicht unbedingt die Farbtemperatur, für die sich der Fotograf entschieden hätte. Blitz und Tageslicht harmonieren wegen der relativ dicht beieinanderliegenden Farbtemperatur noch gut, Kunst- und Tageslicht hingegen weniger. Hierbei entstehen weitere Komplikationen, wenn das Licht von farbigen Objekten reflektiert wird, die einen zusätzlichen Farbstich im Bild erzeugen. Da ist selbst der technisch perfekte automatische Weißabgleich überfordert: Nicht alle Farben können genau neutralisiert werden. Aber auch bei einem Sonnenuntergang versucht der automatische Weißabgleich, das orange-rote Licht zu filtern, sodass ein deutlich zu kühles Foto entstehen würde.

Fototipps kurz und prägnant 01 / 2013

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