Fototour - Mit der Kamera an die Côte d’Azur

Ein fotografischer Stadtbummel in und um Nizza

Côte d’Azur, Nizza

Nizza lockt vor allem im Frühjahr und Herbst zu einem Kurzurlaub. Die Stadt und die umgebende Côte d’Azur bieten angenehme Wärme, wenn sich hierzulande die Sonne noch nicht oder nicht mehr zeigt. Fotografen können vielfältige Motive finden – eine ideale Kombination aus Street- und Landschaftsfotografie also. Und Sonnenauf- beziehungsweise –untergänge, an der am Meer gelegen Stadt, sind ein weiteres Motiv, die in der Fototour-Fotosammlung nicht fehlen werden.

Die Stadt an der azurblauen Küste fasziniert nicht nur uns Fotografen, sondern zieht seit über 200 Jahren auch Künstler und andere Prominente an. Hector Berlioz etwa behauptet, er haben die zwanzig schönsten Tage seines Lebens dort zugebracht und schwärmte „O Nizza!“. Wir können seine Begeisterung gut nachvollziehen, denn es bietet sich eine bunte Mischung aus lebendigem Stadtleben in kleinen Gässchen sowie erholsamem Strandurlaub an der kilometerlangen Küste. Gut erreichbar ist Nizza von Deutschland aus überdies: Selbst aus dem Norden sind es nur zwei Flugstunden und bei frühzeitiger Buchung kann man ein Schnäppchen machen. Wer eine umfangreiche Kamera-Ausrüstung mitnimmt, sollte vorher sein Handgepäck wiegen, da bei vielen Airlines die Bestimmungen mittlerweile recht streng sind.

1) Überblick gewinnen auf dem Colline du Château

Côte d’Azur, Nizza, Colline du Château

Wer zunächst einen Überblick über die Stadt gewinnen möchte, dem sei ein Spaziergang auf den Nizzaer „Hausberg“ Colline du Château empfohlen. Anders als der Name vermuten lässt, ist hier allerdings kein Schloss (mehr) zu sehen. Dennoch lohnt der Aufstieg bzw. die Auffahrt mit dem Fahrstuhl, denn es bietet sich einem eine grandiose Aussicht. Unser Tipp ist der Aufstieg vom Place Rossetti über die fotogene Treppenanlage am Ende der Rue Rossetti und dann den Montee du Chateaux entlang.

So erreicht man den Berg vom Norden her und die tollen Aussichtsterrassen samt Wasserfall bieten einen Höhepunkt vor dem Abstieg in die Altstadt. Für den fantastischen Blick direkt auf die Engelsbucht vor Nizza sollte man ein (Ultra)Weitwinkel-Objektiv einpacken. Ein ergänzendes Teleobjektiv bietet sich an, wenn man auch Details herausgreifen möchte wie etwa den Blumenmarkt von oben (dazu später noch mehr). Die beste Tageszeit für sehenswerte visuelle Impressionen sind die frühen Morgen- beziehungsweise Abendstunden. Diese garantieren das beste Licht, um wirkungsvoll Motive modellieren zu können. Ein Stativ ist dann ratsam, wenn sich das Licht im Grenzbereich befindet und man sich Langzeitbelichtungen zuwendet. Hat es einem der Wasserfall ganz besonders angetan, dann sollte man an einen ND (Graufilter) denken. Sofern die Kamera es zulässt, ist ihre Fernbedienung über das Smartphone/Tablet eine wertvolle Option. Hat man sich satt gesehen, ermöglichen die Treppen den langsamen Abstieg mit immer wieder schönen Blicken auf die Stadt und das Meer.

2) In die Altstadt eintauchen: Vieux Nice

Am Fuß des Schlossberges erreicht man die Altstadt. Hier stehen die Häuser noch eng zusammen und es kommt kaum Licht in die Gässchen, die durch zahlreiche Treppen verbunden sind. Einen Lichtblick bietet der Place du Palais de Justice mit zahlreichen Straßencafés. Am besten lässt man sich drumherum einfach durch das bunte Gassengewirr treiben und schießt Fotos der in den kleinen Läden fotogen an der Straßenfront feil gebotenen Gewürze oder Seifen. Wer shoppen möchte, ist in diesem Viertel auch gut aufgehoben. Trotz einer durchaus touristischen Ausrichtung sind hier nicht nur typische Andenken-Läden zu finden, sondern man kann in der Auslage des Fleischers noch Tierhälften fotografieren und beim Bäcker die Vielfalt der französischen Baguettes. Den Blick nach Oben sollte man nicht vergessen – dieser garantiert Motive jenseits des alltäglichen. Auf die Belichtung ist in den engen Gassen zu achten – eventuell ist eine Belichtungsreihe ratsam.

Côte d’Azur, Nizza, Altstadt

3) Gerüche fotografieren auf dem Cours Saleya

Wer daran Spaß hat, die vielfältigen ortstypischen Spezialitäten abzubilden, dem sei auch der Markt am Cours Saleya ans Herz gelegt. Hier sind von dienstags bis sonntags jeweils von 6.00 bis 13.00 Uhr Stände aufgebaut, die nicht nur fürs Auge, sondern auch für die Nase vielfältige Genüsse bieten. Es beginnt an der Westseite mit Blumenduft und der Farbpracht von zahllosen Sträußen und Topfpflanzen. Dahinter verleitet die Farbpalette verschiedenster Oliven ebenso zum Drücken des Auslösers wie die mit lokalen Kräutern parfümierten Seifen. Streetfotografen kommen hier auf ihre Kosten – man sollte sich also ausreichend Beobachtungszeit nehmen. Kommt Hunger auf, sollte man sich eine „Socca“ gönnen. Diese lokale Spezialität besteht vor allem aus Kichererbsenmehl und Olivenöl und wird warm aus der Pfanne angeboten – lecker und sättigend.

4) Meer genießen an der Promenade des Anglais

Wer dann der alten Weisheit folgen möchte „Nach dem Essen sollst Du ruhen oder 1.000 Schritte tun“, dem sei die Fortsetzung des fotografischen Stadtbummels über die vom Cours Saleya in wenigen Minuten erreichbare Promenade des Anglais empfohlen. Diese Uferstraße zieht sich fast die ganze Bucht entlang. Ist man vom Laufen erschöpft, kann man sich einfach auf den Kies oder in eine der Strandbars setzen und die Aussicht genießen oder fotografieren. Hier kann man gut verstehen, warum der Schriftsteller Joseph Roth über die Stadt schrieb: „Den ganzen Tag liegt man im blauen Wasser. Die Sonne macht sich eine Ehre daraus, unaufhörlich, wolkenlos, in so guter Gesellschaft zu scheinen. Die Nächte bleiben so warm wie möglich und geben acht, daß sich die Kurgäste nicht erkälten.“ Alleine schon der Anblick der verschiedenen Blautöne entspannt.

5) Ausflug nach Monaco

Côte d’Azur, Monaco, Aquarium

Nizza selbst bietet zwar viele Motive, aber rund um die Stadt locken zahlreiche weitere fotogene Ziele. Für einen Tag mit gemischtem oder gar Regenwetter bietet sich ein Ausflug nach Monaco an, denn das kleine Fürstentum verfügt über ein sehr schönes Aquarium. Fotografieren ohne Blitz ist dort erlaubt und man kann sich stundenlag dort aufhalten ohne dass es langweilig wird. Man profitiert deutlich von einem lichtstarken Objektiv, da an vielen Stellen gedämpftes Licht herrscht und sich die Fische zum Teil recht schnell bewegen. Wer da keine verwackelten Bilder haben möchte, dem reichen meist selbst hohe ISO-Zahlen nicht aus, sondern es sollte auch noch eine niedrige Blendenzahl verfügbar sein. Auch Besitzer eines Makro-Objektives können mit etwas Geduld schöne Aufnahmen schießen, da die Fische zum Teil sehr nah an den Beckenrand heran schwimmen. Aber auch die beste Ausrüstung hilft manchmal nichts: Bei unserem Besuch war der Krake zu Beginn sehr aktiv als wir die Kamera noch nicht im Anschlag hatten, legte sich dann aber für den Rest des Aufenthalts schlafen. Wir haben uns deshalb vorgenommen: Wir kommen wieder.

Fototour 04 / 2018

1 Kommentare

Sehr schöne Bilder, da bekommt man richtig Lust auf Nizza!

Linn

von Linn
18. April 2018, 17:16:08 Uhr

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