Fotosafari in Afrika - Wie bereitet man sich vor und worauf sollte man achten

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Fotosafaris nach Afrika sind wegen der dort lebenden Tiere absolut angesagt. Safari kommt aus dem Swahili – der meistgesprochenen Sprache im östlichen Afrika und bedeutet Reise, wie zum Beispiel eine Reise mit einem Landcruiser in der Wildnis Afrikas, aber auch eine Bustour von A nach B. Unter dem Begriff der Fotosafari wird aber im Wesentlichen die Safari in den afrikanischen Busch verstanden, ein Urlaub inmitten der afrikanischen Wildnis mit ihrer atemberaubenden Tierwelt. So eine Fotosafari kann man allein organisieren oder man greift auf das Angebot von Reiseveranstaltern zurück. Geht es das aller erste Mal nach Afrika auf Fotosafari so ist es ratsam, dies mit einem Reiseveranstalter zu tun. Dies bietet nachstehend aufgeführte Vorteile:

  • Ihr Reisespezialist kennt sich in den afrikanischen Ländern gut mit Regen- und Trockenzeiten aus und kennt die Vor- und Nachteile wann man am besten in welches Gebiet reist.
  • Ihr Afrikaspezialist bringt Sie zu den Hotspots der Tierfotografie, wo Sie garantiert beste Motive der afrikanischen Tierwelt vor die Linse bekommen.
  • Reiseanbieter arbeiten eng mit Profifotografen zusammen. Diese verstehen nicht nur ihr Handwerk, sondern auch die Zielgebiete sowie Guides, die sie vor Ort unterstützen. Innerhalb kürzester Zeit wird man zu Locations geführt, die sehenswerte Aufnahmen garantieren.
  • Der Fotoreiseveranstaler bietet den Teilnehmern vor der Reise eine ausführliche Beratung zu Vorschriften der Einreise, Klima und Gesundheitsvorschriften.
  • Sie erhalten eine Ausführliche Beratung zu ihrer Fotoreise.

Fotosafaris finden meist in großen Nationalparks und geschützten privaten Wildschutzgebieten in Afrika statt. Die Art der Unterkünfte ist bei Fotoreiseanbietern meist eine Campingsafari ohne Strom. Zwar gibt es sogenannte Mobile-Camp Safaris, aber auch dort ist ein spezieller Wagen vorhanden, der den Teilnehmern als Ladestation für Akkus und andere Batterien dient. Fragen Sie vor Reiseantritt nach Adaptern, die Sie gegebenenfalls mitbringen sollten.

Lodges sind abgelegene Unterkünfte für Naturerlebnisse. Das können Hotels und Resorts sein, die auch die Größe einer Pension haben können. Sie bieten Vollverpflegung und vergleichbaren Standard mit Hotels in Afrika wie Strom, fließend heißes Wasser, WIFI, Pool etc.

Bei der Unterbringung in den Safari-Zeltcamps, sind dies große, im Canvas-Style und Bungalow-Form errichtete Zelte, die auf Holzplattformen gebaut sind, abgeteilte Räumlichkeiten für Bad und WC haben, über Moskitonetze und eine eigene kleine Vorterrasse verfügen. Sie sind meist im afrikanischen Stil eingerichtet und bieten viel Komfort. Diese Zelte haben oftmals abends kleine Lampen als Beleuchtung und verfügen nur zu bestimmten Generatorzeiten, ca. 4 bis 6 Stunden pro Tag, über Strom, der ausreichend zum Laden der Akkus ist. Es empfiehlt sich immer die Mitnahme einer deutschen Steckerleiste mit Prüflichtern.

Teilweise befinden sich extra Ladestationen neben den großen Zelten wo die Mahlzeiten eingenommen werden, den sogenannten Loungezelten. Hier sind Ladetische mit vielen Steckdosenleisten, an denen man entweder zu Generatorzeiten oder ganztägig laden kann.

Die Gruppengröße auf Fotosafaris beträgt in der Regel bis zu 6 Personen, da die afrikanischen Pirschfahrzeuge meist 3 Sitzreihen hintereinander bieten und pro Bankreihe nur ein Fotograf sitzt, damit man zu beiden Seiten hinaus fotografieren kann. Allerdings lassen sich die Lodges die Fahrzeuge bei nicht ausreichender Belegung von beispielsweise nur 3 Personen teuer bezahlen, was sich in den Preisen der gebuchten Fotoreise widerspiegelt.

Jede Safari Region bietet Low-Budget Unterkünfte an, die aber meist außerhalt der Nationalpark liegen und Sie somit an die Öffnungszeiten der Tore gebunden sind. Meistens verpassen diese dort untergebrachten Touristen dann den Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang, da die Tore noch nicht auf bzw. schon eher geschlossen werden.

Die Pirschfahrten der Fotosafari beginnen in der Regel im ersten Morgengrauen, so dass der Safaritag meist kurz nach 5 Uhr morgens beginnt. Der Busch erwacht bereits deutlich eher und aus den Safari Zelten kann man nachts den Lauten und Unterhaltungen der Tierwelt lauschen. So manch einer konnte wegen Löwengebrüll, was man bis zu 10 km weit hören kann, nicht schlafen und hat behauptet, der Löwe wäre bis auf 5 Meter heran gewesen.

Viele Unterkünfte bringen Kaffee und ein paar Kekse beim Weckgruß zum Zelt. Das Frühstück wird gepackt mitgenommen und im Busch eingenommen.

Je nach Temperaturen und Tiersichtungen kommt man ab 11 Uhr zurück ins Zeltcamp. Eine lange Mittagspause schließt sich an bis mindestens 15 Uhr. Hier bieten viele Fotoreiseveranstalter an, das Bilder besprochen werden. Ein Mittagessen erwartet die Teilnehmer. Am Nachmittag erfolgt wieder eine Pirschfahrt bis Sonnenuntergang. Man trifft sich zum Aperitif und Abendessen wieder im Loungezelt. Der Fotoreisetag in Afrika endet meist schon früh um 21 Uhr, da viele Stunden pro Tag fotografiert werden und das Klima sowie das viele Autofahren recht müde machen.

Hier die 20 Fototipps für eine erfolgreiche Fotosafari

  1. Nehmen Sie einen guten Laptop mit damit Sie täglich Ihre Bilder sichern und anschauen können.

  2. Jede Safari ist einmalig und schnelle Speicherkarten in ausreichender Menge bringen Ihnen täglich ein entspanntes Fotografieren ohne dass Sie „Sparen müssen“ mit den letzten GB.

  3. Die Kameratechniken und Auflösungen der Bilder werden immer besser, aber auch größer. Viel mehr Datenmaterial muss gespeichert werden. Viele „Unfälle“ passieren aus vielerlei Gründen. Nehmen Sie ausreichend externe Festplatten mit und lassen Sie sich gut von Ihrem Reiseveranstalter dazu beraten. Sie haben jahrelange Erfahrungen mit Staub, Stoß und Hitzebelastungen des Materials. Nehmen Sie täglich eine 3-fache Sicherung aller Bilder vor!

  4. Für lange Teleobjektive bietet sich immer die Mitnahme eines Einbeinstatives an, das Sie im Auto verwenden. Auf der Fotoreise fotografieren Sie meist vom Bohnensack. Dies ist eine mit Bohnen, Reis oder Sand gefüllte Unterlage, auf der das Objektiv aufliegt.

  5. Nehmen Sie Rücksicht auf die anderen Teilnehmer im Fahrzeug. Stehen Sie nicht auf wenn alle sitzen und rotieren Sie täglich oder nach jeder Pirschfahrt. Jeder möchte gern vorne sitzen.

  6. Befolgen Sie unbedingt alle Anweisungen Ihres Fahrers. Er bringt Sie so nah wie möglich im besten Licht an die Tiere heran – dafür sollten Sie sich unbedingt an seine Anweisungen während der Safari halten. Sie stellen grundsätzlich immer Beute für die Tiere dar.

  7. Ihr Reiseanbieter empfiehlt immer die Mitnahme von 2 Bodies für Ihre Objektive. Der tägliche Staub im Auto lässt die Bajonettansätze, Linsengläser, Sensoren und Spiegel richtig schmutzig werden. Der Fahrtwind verteilt den Staub in Sekundenschnelle auf ihrer Ausrüstung. Ein guter Fotorucksack, Regenschutzhüllen aus sehr dünnem Material und zwei Gehäuse erleichtern Ihnen das Fotografieren. So müssen Sie nicht ständig den Body beim Wechsel der Szenen wechseln.

  8. Denken Sie an gutes Reinigungsmaterial: Blasebalg, wet&dry Tücher, spezielle Reinigungspinsel.

  9. Bringen Sie genügend Akkus mit da Sie evtl. nachts nicht laden können, wenn der Generator aus ist.

  10. Die Umhängehalterungen Ihrer Kameras oder gute Sunsniper Befestigungen sollte man immer dabei haben.

  11. Fragen Sie Ihren Fotoreiseveranstalter nach einer Packliste und allen Besonderheiten der Unterkünfte.

  12. Eine Stirnlampe für die Rückfahrten am Abend oder morgen ist dringend zu empfehlen, damit man so immer den Durchblick behält.

  13. Stellen Sie das Datum und die Uhrzeit ihrer Kamera richtig ein!

  14. Überlegen Sie vorher, ob Sie in RAW und JPEG oder nur in RAW fotografieren möchten!

  15. Spielen Sie vor Ihrer Abreise mit dem Weißabgleich ihrer Kamera und machen Sie sich mit den notwendigen Tasten vertraut. Die Mitnahme der Bedienungsanleitung ist ratsam!

  16. Serienmodus und Autofokuseinstellungen für bewegte Tieraufnahmen sind ihr A & O!! Buchen Sie evtl. erst eine Fotoworkshopreise in Afrika, um sich mit den Grundlagen der Tierfotografie und ihren Raffinessen auszukennen.

  17. Achten Sie beim Kauf Ihrer Kamera auf gute Rauschauflösung bei hohen ISO Zahlen! Sie ärgern sich sonst später über gräuliche Farb- und Rauschpixel.

  18. Sollten Sie vor Ihrer Safari neue Objektive kaufen, lassen Sie sich beraten welches das lichtstärkste ist und welche günstigen Alternativen es gibt. Verfolgen Sie die Objektivtests in den Fotomagazinen.

  19. Stellen Sie immer die höchste Bildauflösung bei Ihrer Kamera ein!

  20. Gehen Sie nicht gestresst und körperlich erschöpft auf eine Safari. Sie brauchen viel Schlaf, körperliche Kraft und Muße für die Inspiration auf dem afrikanischen Kontinent.

Fototour 02 / 2017

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