Fototour Athen

Street Art und Graffiti entdecken

Street Art - Fototour Athen © Petra Vogt

Athen ist nicht nur für Liebhaber der Antike ein Lieblingsziel, sondern spielt auch in Sachen Street Art in der ersten Liga. Für Fotografen ist das eine tolle Mischung. Wir haben uns auf die Suche nach sehenswerten Kunstwerken am Straßenrand gemacht und verraten Tipps für Orte, die sich gut mit dem Besuch der typischen Sehenswürdigkeiten verbinden lassen. Soviel vorab: Der Auslöser stand nicht still und deshalb in jedem Fall Ersatzakkus und –speicherkarten einpacken.

Graffiti und Street Art – beeindruckende Dichte, Originalität und Qualität

Street Art - Fototour Athen © Petra Vogt

Wer bisher dachte, bereits Berlin sei übersäht mit Graffiti und Street Art, der war noch nie in Athen. In der durch die Krise sichtlich gebeutelten Stadt ist nahezu jede Wand besprüht, bemalt oder beklebt. Das Spektrum reicht dabei von den üblichen Schriftzügen („Tags“ genannt) bis hin zu politischen Meinungsäußerungen und Bildern mit klar erkennbarer künstlerischer Handschrift. Sogar komplette Fassaden sind mit komplexen Gemälden verziert. Dabei beeindruckt die Dichte, Originalität und Qualität.

Street Art - Fototour Athen © Petra Vogt

Es scheint als fänden zahlreiche Bewohner im kreativen Ausdruck ein Ventil für Frust und Hoffnung. Dazu kommt, dass schlicht das Geld für eine Entfernung fehlt, denn es ist offenbar nicht einmal da, um die Gebäude selbst ordentlich zu erhalten. Was für die Athener wahrscheinlich nicht immer einfach ist, bietet für Fotografen eine Fülle von interessanten Motiven. Praktisch ist, dass sich viele davon in unmittelbarer Nähe zu typischen Sehenswürdigkeiten wie der Akropolis, der Agora oder den großen Museen befinden. Meist muss man nur eine Straße weiter gehen oder in die Seitengasse oder einen Hinterhof schauen. Man kann also wunderbar einen kulturellen City-Trip mit der Street Art-Fotografie verbinden.

Fotografische Ausrüstung

Praktisch ist auch, dass man an fotografischer Ausrüstung nicht unbedingt besondere Objektive benötigt. Selbst mit einem Smartphone kann man das meiste gut einfangen. Wer mit einer kompakten Systemkamera oder Spiegelreflexkamera unterwegs ist, der profitiert von einem Telezoom (z.B. 80-300mm), um auch mal Details herausgreifen zu können. Für die fassadengroßen Motive bietet sich ein Weitwinkel an, idealerweise sogar als Zoom (z.B. 18-50 mm).

Zentrum: Monastiraki

Street Art - Fototour Athen © Petra Vogt

Wir beginnen im Zentrum: Wer die Hadians-Bibliothek und die Antike Agora besucht, der findet am und rund um den Monastiraki-Platz jede Menge bunter Straßenbilder. Wir haben uns einfach durch die Gassen zwischen Monastiraki, Syntagma und Plaká treiben lassen. Wem danach die Füße qualmen, der kann sich in einem der Rooftop-Cafés auf den Dächern rund um den Monastiraki Platz wie etwa dem „A for Athens“ oder „360 Grad“ entspannen. Sollte es regnen, bietet das Little Kook (Karaiskaki 17) mit Fabelwesen und einer Harry Potter-ähnlichen Kulisse Kaffeegenuss inmitten weiterer Motive.

Omonia-Platz: Markt und Kunst

Wer sich noch weiter im Zentrum umschauen möchte, der geht vom Monastiraki-Platz weiter auf dem Boulevard „Athenas“ bis zum Omonia-Platz. Die Gassen rechts und links sind mit Street Art-Motiven und Graffiti quasi übersäht. Weitere Motive bietet der Zentralmarkt etwa auf halber Strecke. Hier werden in einer historischen Markthalle Fisch und Fleisch gehandelt und wer einen robusten Magen hat, kann sich hier mit der Kamera austoben.

Alte und neue Kunst: Nationalmuseum und Polytechnio

Street Art - Fototour Athen © Petra Vogt

Etwas oberhalb des Omonia-Platzes befindet sich das Archäologische Nationalmuseum, das auf der Liste aller kulturell Interessierten ganz oben stehen sollte. Fotografieren ist dort übrigens erlaubt und überbrückt wunderbar einen Regentag. Wer die Möglichkeit hat, sollte zum Besuch ein lichtstarkes Objektiv, idealerweise mit geringer Naheinstellgrenze oder gleich ein Makro einpacken. Gleich nebenan liegt ein Mekka für die Street Art-Fotografen: Das Polytechnio. Der historische Altbau wird heute von den angehenden Architekten genutzt, die ihre Themen auch in Street Art-Motiven ausleben. Wir entdeckten etwa ein kleines Kunstwerk zum bekannten spanischen Architekten Antoni Gaudi.

Trend-Viertel Kerameikos und Psirri

Street Art - Fototour Athen © Petra Vogt

Kerameikos – diese Ausgrabungsstätte, die sehenswerte antike Stücke zeigt, findet sich im gleichnamigen Stadtviertel. Auf dem Weg von der Metro-Station dorthin kann man in und um die „Technopolis“ (Gasi) viele Street Art-Motive entdecken. Die ehemalige Gasanstalt war von 1862 bis 1984 in Betrieb und wurde nach der Stilllegung von der Stadt aufgekauft und zu einem Veranstaltungsort umgebaut. Ganz nebenbei sind auch die Gasometer und Schlote fotografierenswert. Anschließend sind es nur noch wenige Schritte bis zum Kerameikos, der einen über 2000 Jahre in die Vergangenheit zurück versetzt. Zurück in der Gegenwart bietet sich der Gang bis zum Metro-Halt „Thissio“ an, auf dem man noch weitere Street Art-Kunst ablichten kann.

Weitere Ziele

Street Art - Fototour Athen © Petra Vogt

Mit dieser schon recht langen Liste an Hotspots ist aber bei weitem noch nicht das komplette Spektrum der Athener Szene abgedeckt. Wer sich jenseits der ausgetretenen Pfade auf den Weg machen möchte, kann an speziellen Street Art-Touren mit ortskundigen Guides teilnehmen. Oder man lässt sich – wie wir – einfach treiben und genießt es, fast hinter jeder Ecke mal wieder den Auslöser zu drücken.

Fototour 03 / 2018

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