Fototour Edinburgh nicht nur wegen des Whiskys eine Reise wert

Edinburgh
Edinburgh ist für uns immer eine Reise wert und das zu jeder Jahreszeit – auch, wenn natürlich der Frühling, Sommer und Herbst optimal sind. In dieser Zeit kann man wunderbar auch draußen vor den Pubs und Cafés etc. sitzen und das Treiben auf den Straßen auf sich wirken lassen. Jeder begeisterte Streetfotograf kommt hier voll auf seine Kosten. Ich packe meinen Koffer und in diesen gehört selbst in den Sommermonaten in jedem Fall Regenbekleidung, Schal, Ohrenschutz und Handschuhe, denn es kann mitunter selbst in dieser Jahreszeit kühl und stürmisch zugehen. Natürlich kann man dies auch alles in Edinburgh kaufen – Läden mit Woll- und Kaschmirprodukten gibt es in Hülle und Fülle, da wird man in jedem Fall fündig. Man kann es natürlich auch mit Absicht vergessen, um sich was Neues gönnen zu können. Gutes Schuhwerk ist für uns bei Edinburgh Pflicht, denn es geht nicht nur bergauf und -ab, sondern auch über viel Kopfsteinpflaster. Bequem sollten die Schuhe auch sein, denn man ist mehr auf den Beinen als man denkt und wer möchte schon am Abend wegen schmerzender Füße die Beine hochlegen, statt in einen der vielen Pubs zu gehen. Die Kamera gehört natürlich mit – Edinburgh ist reich an Impressionen – unser Auslöser stand sozusagen nicht still – den anderen Touristen mit uns erging es nicht anders.

Ich packe meine Fototasche …

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Bestens gerüstet ist man mit einer hochwertigen Kompaktkamera, die einen großen Zoombereich abdeckt, und/oder kompakten System- oder Spiegelreflexkamera mit einer entsprechenden Objektivauswahl vom Normal-, Tele- und Weitwinkelobjektiv. Das Makroobjektiv sollte dann in jedem Fall eingepackt werden, wenn man den Botanischen Garten in Edinburgh aufsuchen möchte – dazu später mehr. Ein Stativ ist mehr als ratsam, denn wenn man beispielsweise in der Nacht die auf dem Vulkanhügel beleuchtete Burg fotografieren möchte, dann geht es nicht ohne – und man wird sie fotografieren wollen. Aber nicht nur da lohnt es sich, wenn ein Stativ als dritte Hand mit von der Partie ist. An das Blitzgerät sollte man ebenso denken wie an Ersatzakkus, Ersatzspeicherkarten, Gegenlichtblende und natürlich auch an das Kamerareinigungsset. Pflicht für Anhänger der Langzeitfotografie sind natürlich noch Graufilter, und ein Polarisationsfilter erweist sich immer auch als sehr nützlich. Vergessen sollte man auf gar keinen Fall das Ladegerät und den Steckdosenadapter. Wir hatten auch noch unseren PC mit – man sollte an ein Kartenlesegerät denken – wir hatten es vergessen -, denn über dieses lassen sich die Aufnahmen und Videos schneller auf ihn übertragen als kabellos und dann über das größere Display besser beurteilen. So sieht man beispielsweise, wie die Nachtaufnahmen geworden sind – wenn sie den eigenen Ansprüchen nicht genügen, dann macht man sich einfach am nächsten Abend noch einmal auf den Weg. Übrigens merkt man, dass Edinburgh deutlich nördlicher liegt als beispielsweise Frankfurt am Main – es ist wesentlich länger hell.

Und los geht es …

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Von Deutschland aus erreicht man Edinburgh in 1,5 bis 2 Stunden mit dem Flugzeug und das Gute ist, dass man erst einmal eine Stunde bei der Ankunft auf der Insel geschenkt bekommt – nun, die wird einem beim Abflug auch wieder genommen, aber daran wollen wir jetzt nicht denken. Seit kurzer Zeit hat man vom Flughafen aus zwei Optionen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das Zentrum nach Edinburgh zu fahren, und zwar mit dem Bus und der Straßenbahn. Letztere wurde in 2014 nach 60 Jahren Pause wieder in Betrieb genommen und ist etwas teurer als die Fahrt mit dem Bus. Wir haben beide Optionen ausprobiert und favorisieren ganz klar den Bus. Dieser fährt durch bewohntes Gebiet und auf diese Weise kommt man Edinburgh mit seinem pulsierenden Leben Schritt für Schritt immer näher und ist nach zirka 30 Minuten mittendrin auf der Princes Street. Anders als unsere Züge hier in Deutschland sind die Busse und Straßenbahn für Reisende gemacht – Platz für Gepäck ist ausreichend vorhanden. Bei der Fahrt mit dem Bus lieben wir diese vom ersten Stock aus, und das bevorzugt natürlich in der ersten Reihe sitzend – nicht nur, weil man hier die beste Sicht hat, sondern weil man auch bestens fotografieren kann. Hier sollte man natürlich nicht den Fehler der anderen Mitreisenden begehen und einen Sicherheitsabstand zwischen Objektiv und Fensterglas lassen. Das Objektiv gilt es, aufzusetzen, denn ansonsten reduzieren Spiegelungen im Fenster die Bildqualität. Voraussetzung für solche ersten fotografischen Impressionen ist natürlich, dass man die Kamera nicht im Koffer verstaut hat – da gehört sie übrigens, egal wohin es beispielsweise mit dem Flugzeug geht, auch nicht hin.

Ob einen natürlich die Reise mit dem Bus/der Straßenbahn gleich auf die Princes Street führt, hängt davon ab, wo sich in Edinburgh die Unterkunft befindet. Wir sind Anhänger von zentral gelegenen Unterkünften, denn dadurch erspart man sich den einen oder anderen Fußweg und ist näher am Geschehen einer Stadt dran. Nachteil kann, je nach Lage, jedoch sein, dass die Geräuschkulisse durch Busse und Bahn sehr hoch ist. Auf der anderen Seite wird dies wieder wettgemacht, wenn man seine Unterkunft unweit der Waverley Brücke hat und dann schon am Morgen die Dudelsackspieler hört, die dort einen ihrer festen Standpunkte haben.

Stadttouren mit dem Bus …

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Auch, wenn man im Besitz eines Reiseführers ist, so empfehlen wir in Edinburgh die Stadttouren mit dem Bus – auf diese Weise bekommt man nicht nur viele Informationen über die Stadt vermittelt, sondern natürlich auch zigtausende Bildeindrücke. Es gibt vier Touribusrouten und das Gute ist, dass man einmal ein Ticket kauft, das dann 24 oder 48 Stunden gültig ist und man in dieser Zeit immer aus- und zusteigen kann. Das ist überaus praktisch, um die Eroberung der Stadt immer mal wieder zu Fuß fortzusetzen. Zwei Buslinien bieten die Informationen zu Edinburgh über Band an – hier kann die bevorzugte Sprache gewählt werden. Bei den anderen beiden Buslinien sind die Informationen live, aber natürlich in schottisch-englischer Sprache. Man muss sich etwas reinhören. Natürlich erfolgen die Stadttouren mit Doppelstockbussen – einfach genial denn, im Gegensatz zu den Linienbussen sind sie oben ganz oder zur Hälfte offen. Also keine Fensterscheiben durch die man fotografieren muss. Nicht gestattet ist natürlich während der Fahrt das Stehen oben an Deck – man sollte sich daran halten und sich für seine Fotomotive nicht unnötigen Gefahren aussetzen. Ach, noch einmal zurück zu den Touren – auch, wenn die, die den Hafen und eine Schifffahrt mit einschließt, etwas teurer ist, empfehlen wir dieses Ticket – die paar Pfund mehr sind es allemal wert, denn den Hafen und die Forth Bridge sollte man schon gesehen haben. Natürlich kann man von der Princes Street auch zum Hafen laufen – man sieht ja quasi das Meer von dort aus. Der Weg der zieht sich aber – zur Forth Bridge ist es aus unserer Sicht zu weit.

Nicht alle Aufnahmen werden bei der Busstädtetour gelingen, denn mal ist der Bus zu schnell und man selbst zu langsam. Natürlich sind all jene im Vorteil, die über ein recht aktuelles Kameramodell verfügen, die nicht nur Geschwindigkeitsweltmeister sind, sondern sich nach dem Anschalten auch im Bruchteil eine Sekunde aufnahmebereit zeigen. Gerade wenn man vier bis sechs Tage für seinen Städtetrip Edinburgh eingeplant hat, dann sollte man das 48 Stundenticket wählen und die eine oder andere Tour ruhig mehrmals fahren – man entdeckt immer Neues und es wird dementsprechend auch nicht langweilig.

Pflichtprogramm …

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Wenn man Städtereisen wie nach Edinburgh macht, dann gibt es natürlich ein Pflichtprogramm, das man gesehen haben muss. Dazu gehört natürlich die Burg auf dem Vulkanhügel. Da ist natürlich der Trubel mit vielen Menschen um einen herum groß. Man sollte sich Zeit für die Burg nehmen und sie auch auf sich wirken lassen. Das ist bei den Menschenmassen nicht immer ganz einfach. Eine mittlerweile vor allen Dingen bei Besuchern beliebte Gepflogenheit ist das tägliche, außer sonntags, Ertönen der “One o’clock Gun”. Abgefeuert aus der Höhe von Edinburgh Castle bedeutet der Schuss der Kanone die exakte Tageszeit von ein Uhr mittags. Da man von der Burg aus wunderbar Übersichtsaufnahmen von der Stadt einfangen kann, ist das Weitwinkelobjektiv eine gute Wahl – für näher ran benötigt man natürlich ein Teleobjektiv. Hat man nun das Stativ mit, dann kann man sich der Panoramafotografie hingeben. Die geht zwar mitunter auch aus der Hand – ein Stativ führt jedoch zu wesentlich besseren Bildergebnissen.

Die Burg erreicht man über die Royal Mile und die sollte man in jedem Fall einmal hoch- und runtergelaufen sein – auch, wenn es nur so von Touristen wimmelt. Hier kommen Streetfotografen ebenso auf ihre Kosten wie die Fotosammler von Geschäftefassaden und Liebhaber der Architekturfotografie. Mehr als einen Blick sollte man rechts und links in die kleinen Gassen mit ihren Treppen werfen. Tolle Motive tun sich hier auf. Die Kameraautomatik lässt sich manchmal durch die extremen Belichtungssituation in diesen zum Teil sehr engen Gassen in die Irre führen. Empfehlenswert ist deshalb eine Belichtungsreihe. Im oberen Teil der Royal Mile trifft man nach ihren Aussagen die weltweit am meisten gepiercte weibliche Person – Sie werden sie mit ihrer farbigen Perücke nicht übersehen. Für ein paar Pfund darf man sie auch fotografieren.

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Geht man die Royal Mile nach unten, dann befindet sich auf der rechten Seite The Fudge House – pure Gaumenfreuden, die auch das Königshaus zu genießen weiß. Eine Sehenswürdigkeit ist ein Stückchen weiter unten der berühmteste Hund Greyfriars Bobby – der mit seiner Stature natürlich für ein oder mehrere Bilder herhalten muss. Seit Neuestem fassen Touristen seine Nase an, die nun glänzt. Was es damit auf sich hat, konnte der Busfahrer einem auch nicht sagen.

Die Forth Bridge muss man gesehen haben – sie ist eindrucksvoll und ein tolles Fotomotiv. Es handelt sich hierbei um eine Eisenbahn-Auslegerbrücke über den Firth of Forth (Mündung des Flusses Forth). Sie verbindet Edinburgh mit der Halbinsel Fife und ist die wichtigste Verbindung von den schottischen Lowlands in die Highlands. An ihrem südlichen Ende liegt South Queensferry und an dem nördlichen Ende North Queensferry. Parallel zur Eisenbahnbrücke führt die Forth Road Bridge über die Flussmündung, 27 km weiter westlich die Kincardine Bridge. Die beste Zeit ist natürlich in den Morgen- und Abendstunden zur blauen Stunde, doch, je nach Jahreszeit, kann dies ja schon zu recht fortgeschrittener Zeit sein und da fährt dann leider der Touribus nicht mehr und man muss auf den normalen Linienbus oder das Taxi umsteigen. Das kostet nicht die Welt und für tolle Bilder nimmt man ja auch einiges in Kauf. Ja, und wenn man schon an der Forth Bridge ist, dann sollte man auch die Schiffstour, die im Touriticket enthalten ist, machen. Hier hat man nicht nur eine ganz andere Perspektive auf die Forth Bridge, sondern bekommt unter anderem auch Seehunde zu sehen und wenn man Glück hat, dann gibt es auch eine Schiffslöschübung.

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Der Botanische Garten wurde 1670 gegründet und gilt als der zweitälteste in Großbritannien. An seinem jetzigen Ort war er übrigens nicht immer. Er gilt als Attraktion – wir waren von den Gewächshäusern begeistert – die Außenflächen haben es uns nicht so angetan, was wohl auch daran liegt, dass wir keine so großen Liebhaber von Rhododendren sind. Tolle und seltene Bäume bekommt man aber in jedem Fall zu sehen. Zurück zu den Gewächshäusern. Die sind eine Wucht und für die sollte man sich Zeit nehmen. Wichtig ist, an das Objektivtuch zu denken, denn durch den Temperaturunterschied beschlägt die Optik beziehungsweise das davor angebrachte Filter. Bitte der beschlagenen Optik nicht mit einem Papiertaschentuch zu Leibe rücken – die kleinen Holzpartikel führen zu Kratzern.

Ist man in Edinburgh, dann ist der Besuch eines Pubs aus unserer Sicht Pflicht – es gibt richtig tolle alte und deshalb sollte die Kamera auch mit von der Partie sein. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man dem Fotografieren gegenüber sehr aufgeschlossen ist – solche Aufnahmen sind es, die das selbstgestaltete Fotobuch von der Reise wertvoll bereichern.

Fototour 09 / 2016

1 Kommentare

Meine Frau und ich waren 5 Tage in Stirling und Edinburgh. Darüber kommt ein Bericht mit der Lumix GX8, für mich die optimale Kamera für diese Tour. Nachträglich habe ich aber auf Twitter mehrere Edinburgh-Seiten entdeckt, die ich gespeichert habe. Und Fotos, die alles überbieten was ich bisher von guten Reisefotos in eine Großstadt gesehen habe. Eine davon ist SpectacularEdinburgh. Nicht Photoshop hat hier den Vorrang sondern Lichtstimmungen - jeden Tag sehe ich dort neue, faszinierende Fotos. Selten, dass ich auf gesehene Bilder neidisch werde :-)

Detlev Motz

von Detlev Motz
28. September 2016, 11:06:05 Uhr

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