Fototour Tokio - Motive am laufenden Band

Nahe des Nationalmuseums © Andreas Gugau Bildgalerie betrachten Nahe des Nationalmuseums © Andreas Gugau

Eine Metropolregion mit 37 Millionen Einwohnern und Einkaufsstraßen, die sich locker mit der 5th Avenue in Manhattan messen können, Fischsuppe zum Frühstück und rohe Eier zum Abendessen: Tokio hat viel zu bieten, auch fotografisch. Wer die Metropole Japans, die mit Abstand größte Stadt der Welt, besucht, muss die Kamera mitnehmen. Mehr noch: Man sollte unbedingt auch filmen können. Denn in Tokio gibt es einiges zu sehen, nicht nur dort, wo sich all die Touristen treffen, sondern auch im alltäglichen Leben auf der Straße.

Wo viele Menschen sind, da gibt es auch viel zu tun. Auch Dinge, die zuweil komisch bis seltsam anmuten. Nicht nur die zur Rush-Hour proppenvolle Metro, die trotzdem immer pünktlich fährt. Nicht nur die Schilder an den Rolltreppen, man möge zu den Stoßzeiten jede Stufe nutzen, damit mehr Menschen transportiert werden können, sondern auch mal eine ganz normale innerstädtische Baustelle. Da müssen Lastwagen vom Baustellengelände auf die Straße, die Japaner brauchen dafür nur fünf Einweiser. Einer hält den Verkehr auf drei Fahrspuren an, dann wird der Fußgängerverkehr freundlich gestoppt und dann darf der Lastwagen auf die Straße einbiegen. Das ist so skurril, es lohnt sich, sollte man die Kamera nicht parat gehabt haben, auf den nächsten Lastwagen zu warten.

Tokio, da war doch was? Der Pazifische Feuerring, die Gegend mit den vielen Erdbeben. Die gibt es und bisweilen sind sie auch deutlich zu spüren. Nie war es wichtiger, eine Kamera immer griffbereit zu haben. Jedoch ist ein Beben mit Magnitude 7,4 auf der Richter-Skala nichts, was einen Japaner irgendwie beunruhigen könnte. Aber wer auf dem Nachttisch das Smartphone hat, der kann auch morgens um 6 Uhr mal schnell ein kurzes Video von der schwankenden Deckenlampe aufnehmen. Das macht zu Hause auf jeden Fall Eindruck. Solche Videos können ganz schön viel Speicherplatz fressen, deshalb sollte man auf jeden Fall ausreichend Speicherkarten mitnehmen. Und weil eine Sicherheitskopie immer angebracht ist, gleich noch etwas, mit dem die Bilder auf ein zweites Medium kopiert oder wahlweise in einer Cloud gespeichert werden können.

In Tokio sind so viele Menschen unterwegs, dass es kaum auffällt, wenn man fotografiert. Viele Menschen bedeutet aber auch, dass es eben nicht besonders viel Platz gibt, und das obwohl an den Samstagen beispielsweise die Hauptstraße im Einkaufsviertel Ginza für den Fahrzeugverkehr gesperrt wird. Wer in der Metro unterwegs ist, sollte sich im Klaren darüber sein, dass dort kein Stativ aufgebaut werden kann. Dann muss notgedrungen mit hoher Empfindlichkeit fotografieret werden. Neue Kameras können das eher als ältere Modelle, die dann Bilder mit unschönem Rauschen aufnehmen.

Kein Problem ist es dagegen, ein Stativ in einen Park mitzunehmen. Wenn im November die Blätter der Ahornbäume feuerrot und die der Ginkobäume leuchtend gelb werden, sind in den Parks von Tokio viele Fotografen unterwegs, um die Farbpracht aufzunehmen. Der Shinjuku-Gyoen-Park ist einer der größten Parks Tokios, aufgeräumt, riesig mit verschiedenen Themenbereichen, vom klassischen japanischen Garten bis hin zum formalen französischen Park oder englischen Landschaftspark. Allerdings bedarf es Geduld oder Tricks, um dort auch mal einen ganzen Baum ohne Menschen aufzunehmen. Geduld, in dem man einfach mal wartet. Tricks, indem man einen neutralen Graufilter verwendet, die Kamera aufs Stativ stellt und dann möglichst lange belichtet und hofft, dass sich alle Menschen im Bild auch bewegen. Bliebe noch die Möglichkeit, eine ganze Reihe von Bildern zu machen und die später mit einer Software, wie sie auch für Panoramaaufnahmen genutzt wird, übereinander zu legen.

Allerdings ist das Fotografieren nicht überall erlaubt. Der berühmte Meiji-Schrein beispielsweise ist in einer großen Parkanlage. Dort darf auch überall fotografiert werden, das Innere des Schreins ist allerdings tabu. Die Japaner halten sich auch an das Verbot und als Ausländer muss man sich ja nicht unbedingt unbeliebt machen, in dem man trotzdem ein Bild macht. Die Umgebung des Schreins bietet ohnehin ausreichend viele Motive. Wie immer bei solchen Gelegenheiten ist im Vorteil, wer hier mit einem Zoomobjektiv schnell die Brennweite wechseln kann.

Tokio hat allerdings viel, viel mehr zu bieten. Da wäre mal das Gegenteil der ruhigen Parks, der Stadtteil Shibuya mit seiner weltberühmten Kreuzung, wo Fußgänger diagonal queren können. Das kann man vom Boden aus fotografieren, ist aber nicht so spannend. Deshalb entweder in die Geschäfte ringsum gehen und von dort aus fotografieren oder am nahegelegenen Bahnhof mit angeschlossenen Einkaufszentren die Seite suchen, wo eine große Glasfront den Blick auf die Kreuzung freigibt. Da bleibt dann nur die Schwierigkeit, sowohl das Gitter als auch die Spiegelungen im Glas aus dem Bild zu halten. Gegen das Gitter hilft eine möglichst große Blende (kleine Blendenzahl) gepaart mit etwas mehr Brennweite und damit geringe Schärfentiefe, gegen Spiegelungen entweder ein Polarisationsfilter oder möglichst geringer Abstand zur Glasscheibe. Wer eine Gegenlichtblende auf dem Objektiv hat, muss auch keine Angst davor haben, sich die Frontlinse zu zerkratzen.

Und dann wäre da ja noch der Fischmarkt in Tsukiji, der weltgrößte Fischmarkt. Wer hier unterwegs ist, der sollte seine Kameraausrüstung so packen, dass er nichts abstellen muss, wenn mal ein Objektiv gewechselt werden muss. Denn was dort auf dem Boden steht wird auch noch nach Wochen eine Geruchsspur nach sich ziehen. Nicht dass es stinkt, aber es riecht sehr intensiv nach Fisch. Eine Schultertasche ist da die beste Wahl. Abseits dieser Hot-Spots sollte man in den unzähligen Museen mit leichtem Gepäck unterwegs sein. Rucksäcke sind manchmal erlaubt, allerdings nicht immer.

Das Smartphone als Schnappschusskamera hat jeder heutzutage dabei. Eine Kamera gehört, geht es nach Tokio, in jedem Fall ins Reisegepäck. Mit einer Kompaktkamera, die mit einem großem Zoombereich ausgestattet ist, kann man sich viele Motive fotografisch wirkungsvoll erschließen. Geht es mit einer Kamera für Wechselopotik (Kompakte System- und Spiegelreflexkamera) nach Tokio, so sollte man in die Fototasche in jedem Fall ein Normal-, Weitwinkel sowie ein leichtes Teleobjektiv einpacken.

Fototour 01 / 2017

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