Fototour Hongkong - Zu Fuß über die Skyline

© Andreas Gugau Bildgalerie betrachten In der Des Veux Road in Hongkong

Es gibt nur wenige Städte auf dieser Welt, wo sich die Skyline vom Boden aus von oben betrachten lässt. Hongkong ist eine dieser wenigen Städte. Außerdem bietet die Metropole an der Mündung des Perlflusses eine interessante Mischung aus fernöstlicher Faszination und weltoffener Großstadt.

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Blick auf Kowloon auf Hongkong

Man muss sich nichts vormachen, die Luft in Hongkong gehört zu den schlechtesten der Welt. Und das, obwohl die Stadt ja hauptsächlich auf einer Insel liegt und entsprechend immer Frischluft vom Meer kommt. Dennoch, der Verkehr in Hongkong erstickt alles. Zudem ist der bewohnte Streifen auf der Insel nicht allzu breit. Aber gerade dieses volle, das pulsierende Leben macht die Faszination der Stadt aus. Noch immer liegt Hongkong in einer Sonderverwaltungszone, deutsche Staatsbürger brauchen derzeit zur Einreise kein Visum, im Gegensatz zur Volksrepublik China. Und ein Besuch in Hongkong lohnt sich, vor allem auch, weil die Stadt eine Fülle von Fotomotiven bietet.

Zwei Dinge sprechen Fotografen vor allem an, zum einen das Leben auf der Straße – die ehemalige britische Kronkolonie ist ein Eldorado für die Straßenfotografie. Und dann ist da noch die Skyline von Hongkong, die sich von zwei Seiten wunderbar in Szene setzen lässt, entweder von unten oder eben von oben. Da sich die bereits erwähnte schlechte Luft auch in Bildern zeigt, ist etwas Glück nötig, um blauen Himmel zu erhalten oder zumindest wenig Smog. Um sowohl für die Streetfotografie als auch für die Skyline bestens gewappnet zu sein, empfiehlt sich entweder eine hochwertige Kompaktkamera – mit manuellen Einstellmöglichkeiten und einem großen Zoombereich – oder eine kompakte System- beziehungsweise Spiegelreflexkamera. Nur mit einer Optik wird man hier allerdings nicht auskommen. Das Normalobjektiv gehört ebenso in die Fototasche wie ein leichtes sowie mittleres Teleobjektiv. Und wer hat, sollte auch das Weitwinkel einpacken.

Wer also die Skyline in Szene setzen will braucht natürlich zuallererst ein Stativ. Denn lange Belichtungszeiten lassen sich in der Regel nicht aus der Hand fotografieren und die beste Zeit für Fotos ist abends bei Sonnenuntergang. Wenn die blaue Stunde hereinbricht und die Fenster der Hochhäuser noch erleuchtet sind, bietet sich ein phantastischer Ausblick von beiden möglichen Standorten. Da wäre zum einen der Blick über den Victoria Harbour vom Stadtteil Kowloon auf dem Festland aus. Leicht zu erreichen von Hongkong mit der Star Ferry erstreckt sich der „Walk of Stars“ im Stadtteil Tsim Sha Tsui (kurz „TST“ genannt) entlang der Küste. Hier kann es richtig voll werden, wenn in Hongkong abends eine Licht- und Lasershow gezeigt wird. Man sollte also rechtzeitig da sein und seinen Platz sichern.

Wo viele Menschen sind, drohen auch Taschendiebe. Eine Fototasche, die sich leicht verschließen lässt, wenn man etwas entnommen hat, ist von Vorteil, eine Umhängetasche mit Schultergurt sowieso, die kann man immer bei sich tragen und muss sie nicht absetzen. Die Umstehenden sind in der Regel verständnisvoll, dass sie nicht gegen das Stativ rennen sollen und jeden Abend finden sich dort viele Fotografen ein, man ist also nicht wirklich ein Exot.

Fotos in der Dämmerung erfordern was die Belichtung betrifft ein wenig Übung. Im Zweifelsfall sollte man eine kleine Belichtungsreihe machen. Die braucht dann auch mehr Platz auf der Speicherkarte, also mehr Karten einpacken. Grundsätzlich stellt sich vor Ort ohnehin die Frage, ob man ein Panorama der kompletten Hochhausfront machen will oder nur einen Ausschnitt. Auch für ein zusammengesetztes Panorama bietet sich ein leichtes Teleobjektiv an, die Meerenge über die fotografiert wird, ist nicht so wirklich schmal.

Auch wer sich zum Hausberg Peak aufmacht, sollte besser gleich Objektive verschiedener Brennweite mitnehmen. Den besten Blick auf Hongkong hat man dort nicht vom Touristenzentrum aus, wo Zahnradbahn und Busse halten, sondern von einem kleinen Sträßchen, der Lugard Road. Dort gibt es zwei Stellen, von wo aus sich die ganze Bucht überblicken lässt. Wer sich aufmacht, sollte die Kameraausrüstung besser in einen Rucksack packen, der sich bequem tragen lässt, denn es sind einige Meter zu gehen. Und weil es dort nichts gibt, ist der eine oder andere Ersatzakku keine schlechte Idee. Auch hier bietet es sich an, ein Panorama zu fotografieren, aber auch mal einen Ausschnitt zu wählen mit einem Teleobjektiv.

© Andreas Gugau
Das Panorama vom Peak sucht Seinesgleichen

Auch abseits des Lichtermeers bietet Hongkong jede Menge Motive und wer nett fragt, darf meistens auch die Menschen fotografieren. Da gibt es Fachgeschäfte für Räucherstäbchen, Metzgereien, wo das Fleisch noch immer an der Straße zerteilt wird, die Mischung aus historischer Straßenbahn und Wolkenkratzern im Zentrum Hongkongs. Oder aber Vororte, die sich leicht mit der U-Bahn erreichen lassen. Auch hier packt man die Kameraausrüstung besser bequem, lässt das Stativ im Hotel und wählt im Zweifelsfall dafür eine höhere ISO-Einstellung. Vororte in Hongkong, das bedeutet Hochhäuser mit 15 Stockwerken, nur der Fischmarkt in Lei Yue Mun führt durch eine überdachte, enge Gasse, dort sind die Häuser tatsächlich noch zweistöckig.

Die klassischen Postkartenmotive wie die Dschunke vor der Skyline gibt es täglich in Hongkong. Man muss sich nur an die richtige Stelle in Kowloon ans Wasser stellen und warten, bis noch eine der häufig als Ausflugs- oder Restaurantschiffe benutzen Dschunken vorbeikommt. Wer lange wartet mit viel Brennweite vor der Kamera (die Dschunke soll ja schon deutlich im Bild zu erkennen sein), hat idealer Weise ein Einbeinstativ dabei. Damit lassen sich auch Teleaufnahmen bei Tag ohne allzu große Anstrengung und vor allem ohne Verwackeln aufnehmen.

Ansonsten sei für Hongkong bequemes Schuhwerk und eine leicht zu tragende Kameraausrüstung empfohlen. Wer hat, ist mit einem Zoomobjektiv gut bedient. Damit lassen sich die geschäftige Causeway Bay ebenso erkunden wie die Midlevels, wo einige Häuser ganz deutlich zeigen, wie subtropisches Klima der Bausubstanz zusetzen kann. Idealer Weise hat die Kamera auch eine Videofunktion, denn dann kann man beispielsweise eine Fahrt auf der, in viele Abschnitten unterteilten Rolltreppe, durch die Midlevels in einem netten Zeitraffer-Film aufnehmen. Und auch der übermäßige Straßenverkehr bietet immer wieder nette Film-Motive. Vor allem im Zentrum gibt es eine ganze Reihe von Fußgängerbrücken, von denen aus sich der Verkehr bestens beobachten lässt.

Fototour 01 / 2017

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