Landschaftspark Duisburg - Nicht nur eine Fotoreise wert

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Die Industriebauten im Ruhrgebiet haben es uns angetan und der Landschaftspark Duisburg gehört für uns zu den Orten, die man in seinem Leben besucht haben sollte – nein, muss. Aufmerksam geworden sind wir auf den Landschaftspark Duisburg über die Photo+Adventure im Juni 2015, die wir besuchten. Wir sind ehrlich, aber den Landschaftspark Duisburg hatten wir vorher nicht wirklich auf unserem Radar, was sicherlich auch damit im Zusammenhang steht, dass die Zeche Zollverein bei uns stärker im Fokus stand. Bei beiden handelt es sich um stillgelegte Industriebauten, die sich grundlegend voneinander unterscheiden, was natürlich ursächlich in ihren früheren Aufgaben begründet liegt. Wir sind dankbar, dass es mit dem Landschaftspark Duisburg das denkmalgeschützte Hüttenwerk heute noch gibt, denn nach der Stilllegung war auch der komplette Rückbau und Verkauf angedacht. Wir wären um so vieles ärmer, wenn dies erfolgt wäre.

Fotoausrüstung – Was kommt in die Tasche

Den Landschaftspark Duisburg legen wir allen Fotobegeisterten – und das ist ja heute quasi jeder – ans Herz. Auch wer meint, sich nicht zu den Fotoverrückten zu zählen, der wird ganz schnell feststellen, dass sein Auslöser nicht mehr stillsteht. Das Smartphone als „Immer-Dabei-Kamera“ ist zwar ganz nett – wir geben einer Kamera mit ihren Möglichkeiten ganz klar den Vorzug. Wir durften bei unserem Besuch des Landschaftsparkes feststellen, wie sehr sich einige ärgerten, die ihre Kamera zu Hause gelassen hatten. Für uns war das wie eine Kontaktbörse, denn wir wurden immer wieder darum gebeten, ihnen doch ein paar Impressionen von uns aufs Mail zu legen.

Ich packe meine Fototasche und nehme mit … nun, hier bei der Location ist dem Fotorucksack oder einer Fototasche, die auf der Hüfte getragen wird, der Vorzug zu geben. Grund dafür ist die für uns wünschenswerte Hand- und Armfreiheit. Hintergrund ist, dass es im Landschaftspark auch mal 70 Meter und mehr hoch hinaus geht und da ist es einfach gut, wenn man beide Hände frei hat. Bei uns erst recht, denn wir leiden etwas unter Höhenangst und da ist es schon gut, wenn man sich festhalten kann. Wir eroberten mit unserer Kamera mit Wechseloptik das Gelände und hatten neben unserem Normal- und Weitwinkelobjektiv auch ein 300mm-Teleobjektiv in der Fototasche. Da uns vor unserem Besuch nicht bewusst war, dass man als Pflanzenfreund hier auch auf seine fotografischen Kosten kommt, hatten wir unser Makroobjektiv leider zu Hause gelassen. Wer über ein Fisheyeobjektiv verfügt, sollte dies auch mit einpacken. An ein Stativ sollte man denken – wir übertrieben nicht mit unserem Einbein- und Dreibeinstativ. Das Einbeinstativ ist tagsüber optimal, gerade dann, wenn man auch im Inneren – wo es mitunter auch eng zugeht – fotografiert. Wenn es aber um das Festhalten des nächtlichen Lichtspektakels geht, dann ist das Dreibeinstativ für uns die bessere Wahl. An den Fernauslöser gilt es natürlich auch noch zu denken. Mit unseren drei Speicherkarten mit jeweils 64 MB sind wir ausgekommen. Trotz einem Ersatzakkus wurde es mit der Stromversorgung knapp – wir legten eine kleine Pause ein und man war so nett, dass wir während dieser im Café unseren Akku aufladen durften. Eine Kamera mit Wechseloptik, wie wir sie gewählt haben, ist natürlich kein zwingendes Muss für tolle Impressionen. Mit einer hochwertigen Kompaktkamera mit einem großen Zoombereich und entsprechenden Einstellmöglichkeiten kann man sich auch schon sehr viele Motive auf dem Gelände erschließen.

Nehmen Sie sich Zeit …

Für den Landschaftspark Duisburg, so unsere Empfehlung, sollte man sich Zeit nehmen. Das gesamte Gebiet umfasst 180 Hektar, die man erkunden kann, und das nicht nur als Fotobegeisterter von Industriebauten, sondern auch als Liebhaber der Natur – nicht umsonst heißt es Landschaftspark, wir hätten vorher nachdenken sollen, denn dann wäre das Makroobjektiv mitgekommen. Der Landschaftspark hat generationsübergreifend eine Menge für jeden zu bieten, und zwar nicht nur Geschichtliches. Über die zahlreichen Events, wie aktuell das Sommerkino unter freiem Himmel, kann man sich vorab über die Homepage informieren. Gehören Sie zu den Kletterbegeisterten, dann vergessen Sie Ihr Equipment nicht – der Landschaftspark bietet Ihnen die Gelegenheit, Routen unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade klettern zu können. Und wenn Sie gern Tauchen, dann nichts wie ins Tauchgasometer. 21 Millionen Liter Regenwasser erwarten Sie hier bei einem Durchmesser von 45 Metern und einer Tiefe von 13 Metern. Wir sind nicht abgetaucht – wie wir hörten befindet sich im Inneren ein künstliches Riff ebenso wie ein kleines Sportflugzeug sowie ein Trabbi. Hin und wieder werden auch Fototouren unter Anleitung angeboten – sicherlich für alle von Interesse, die schon einmal in die Unterwasserfotografie einsteigen möchten.

Praktisch finden wir, dass man sich auch Räder ausleihen kann – bei 180 Hektar sorgt dies schon für die Schonung der Füße. Der Landschaftspark Duisburg ist übrigens 24 Stunden geöffnet, kostet keinen Eintritt und Parkmöglichkeiten für Autos gibt es reichlich. Angst muss man am Abend auf dem Gelände auch keine haben, denn natürlich gibt es Sicherheitspersonal. Dieses sorgt übrigens auch dafür, dass uns das Hüttenwerk erhalten bleibt, denn so manch einer – wie man uns erzählte – kommt auf die Idee, sich zu bereichern und Stahl entwenden zu wollen. Da können wir nur den Kopf schütteln.

Bei einem Besuch des Landschaftsparks Duisburg würden wir in jedem Fall eine Übernachtung einplanen. Wenige Meter entfernt gibt es eine Jugendherberge, in der sich auch Erwachsene wohlfühlen – auch, wenn der lösliche Kaffee am Morgen bei uns keine Freudenschreie auslöste. Warum empfehlen wir eine Übernachtung – ganz einfach, denn bei Dunkelheit erlebt man die wundervollen Lichtinstallationen, die einen das Industriebauwerk noch einmal visuell auf eine ganz andere Art und Weise visuell einnehmen lassen. Man sollte sich also für den Abend nichts anderes vornehmen, denn wir machten die Erfahrung, dass die Zeit wie im Nu verflogen ist und Müdigkeit zu keinem Zeitpunkt aufkam, dafür aber ein hungriger Magen. Also auch etwas Proviant und etwas zu trinken einpacken.

Wie beliebt der Landschaftspark Duisburg unter Fotografen ist, stellten wir spätestens mit Einbruch der Dunkelheit fest – wir waren dementsprechend mit unserem Vorhaben nicht allein. Toll fanden wir die Aufgeschlossenheit der Fotografen – da wurde sich ausgetauscht.

Was gilt es als Fotograf zu beachten …

Bei aller Begeisterung für die Motive, die der Landschaftspark Duisburg bietet, gilt es natürlich, sich und andere nicht in Gefahr zu bringen und Absperrungen auch als solche zu akzeptieren.

Für private Foto- und Filmaufnahmen auf dem Landschaftsparkgelände benötigt man grundsätzlich keine Genehmigung. Ausnahmen sind Modellaufnahmen (TfP), Cosplay-Fotoshootings, Aufnahmen mit Fahrzeugen sowie Produktionen, bei denen technische Aufbauten auf dem Gelände erforderlich werden. Aktaufnahmen sind übrigens nicht gestattet, da es sich beim Landschaftspark um ein stark frequentiertes Besuchergelände handelt. Auch der Einsatz von Multicoptern ist aus Sicherheits- und Haftungsgründen ausgeschlossen. Für gewerbliche Projekte ist gegebenfalls eine Sondergenehmigung zu beantragen.

Privat getätigte Aufnahmen können in sogenannten sozialen Netzwerken und Foren (Facebook, Flickr, Fotocommunities, YouTube etc.) zum privaten Meinungsaustausch veröffentlicht und zu Film- und Fotowettbewerben eingereicht werden. Werden die Bilder jedoch mit gewerblichem Zweck in diesen Netzwerken online gestellt, ist eine gesonderte Vereinbarung mit der Duisburg Marketing GmbH zu treffen.

Agenturen, Fernsehanstalten, Firmen und gewerbliche Fotokurse benötigen in jedem Fall eine Genehmigung. Dies gilt außerdem für alle Projekte, die das auf dem Gelände entstandene Material zu Werbezwecken veröffentlichen möchten. In bestimmten Fällen können Foto- bzw. Drehgenehmigung nicht kostenlos erteilt werden. Dies bezieht sich u.a. auf Projekte, deren Zweck die kommerzielle Veröffentlichung des auf dem Gelände hergestellten Foto- bzw. Filmmaterials ist. Die Gebühr, die dafür zu entrichten ist, dient übrigens ausschließlich dem Erhalt des Geländes.

Fototour 08 / 2015

1 Kommentare

war schon da und es macht echt Laune hier zu fotografieren. Man kommt sich manchmal ganz klein vor.

Wolfgang

von Wolfgang
21. August 2015, 20:45:30 Uhr

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