Fototour New York: Großstadt außerhalb der Saison

Das Empire-State-Building von der Straße aus fotografiert © Andreas Gugau Bildgalerie betrachten Das Empire-State-Building von der Straße aus fotografiert © Andreas Gugau

Wenn der Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center wieder abgebaut ist und stattdessen ein mitunter eiskalter Wind durch die Straßenschluchten weht, sind in New York deutlich weniger Touristen unterwegs. Dies kommt Fotobegeisterten auf ihrer Tour entgegen. Ersatrzakkus und genügend Ersatzspeicherkarten gehören in die Fototasche ist New York doch die Stadt, die an Fotomotiven nicht geizt.

New York City, die Mega-City an Amerikas Ostküste bietet alles, was das Herz eines Fotografen höher schlagen lässt. Hochhäuser und Straßenschluchten, phantastische Ausblicke und Einblicke, Leben rund um die Uhr. Natürlich ist die Skyline das Aushängeschild der Stadt mit ihren bedeutenden Hochhäusern wie dem Empire State Building oder dem Chrysler Building. Seit kurzem steht am südlichen Wende wieder der höchste Wolkenkratzer der Stadt, das One World Trade Center (1WTC). Es stellt sich die Frage: Von wo aus lässt sich die Skyline am besten fotografieren?

Prinzipiell gibt es viele Möglichkeiten, vom Boden aus, von Brücken und vom Wasser aus. Und dann gäbe es ja noch die Möglichkeit, von oben zu fotografieren. So vielfältig die Möglichkeiten sind, so vielfältig sollte im Idealfall auch die Kameraausrüstung sein. Eine Kamera mit Wechselobjektiven sorgt naturgemäß für die meisten Möglichkeiten – wer eine solche Kamera besitzt, kann vom Superweitwinkel bis zum Teleobjektiv alles einsetzen.

Da wäre beispielsweise das Empire State Building, ein Wahrzeichen Manhattans. Da kann man sich einfach mal davorstellen, sieht dann aber nicht die nach hinten versetzte Spitze des Gebäudes. Trotzdem lässt sich der Wolkenkratzer, einst das höchste Gebäude der Welt, von der Straße aus beispielsweise mit einem Fisheye-Objektiv wirkungsvoll in Szene setzen. Von all den Aussichtsplattformen auf Wolkenkratzern hat die des Empire State Buildings einen entscheidenden Nachteil: Von ihr aus sieht man das Gebäude selbst nicht.

Wer also das Empire State Building von oben aufnehmen möchte, dem sei das Rockefeller Center empfohlen. Von dort lässt sich der ganze südliche Bereich Manhattan überblicken. Weil auf Wolkenkratzern Stative meist verboten sind, ist im Vorteil, wer eine einigermaßen aktuelle Kamera hat. Denn die rauschen bei höherer ISO-Empfindlichkeit nicht so sehr wie ältere Modelle. Dann lassen sich auch ohne Stativ brauchbare Nachtaufnahmen machen. Wie immer gilt hier. Am besten ist das Foto-Wetter kurz nachdem es aufgehört hat zu regnen oder in der blauen Stunde. Wer sich rechtzeitig bei Regenwetter aufmacht, der sollte seine Kamera allerdings auch wasserfest einpacken. Nässe und insbesondere Starkregen sind der größte Feind der Fotoausrüstung.

Ein Stativ sollte man in New York aber trotzdem dabei haben. Wegen der Beschränkungen beim Fluggepäck bietet es sich natürlich an, ein möglichst leichtes Stativ mitzunehmen. Stative aus Carbon sind beispielsweise besonders leicht. Die Skyline von unten lässt sich wirkungsvoll von der Brooklyn Bridge oder von deren Ende in Brooklyn aus fotografieren und da ist nachts ein Stativ natürlich Pflicht. Das Südende lässt sich ziemlich gut von der Staten Island Ferry aus ablichten. Weil ein Schiff vibriert und schaukelt, kann hier ein Einbeinstativ eine gute Hilfe sein. Wer überdies ein Zoomobjektiv benutzt muss nicht auf halber Strecke die Brennweite wechseln. Schließlich fährt das Schiff ja und das auch nicht gerade besonders langsam.

New York lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Wer sich zu einer Stadtwanderung aufmacht, sollte seine Fotoausrüstung bequem packen, im Idealfall in einem Rucksack. Derweil ist eine Umhängetasche beispielsweise in der U-Bahn von Vorteil, so lassen sich schnell Objektive wechseln oder die Kamera in die Hand nehmen und verstauen, ohne die Tasche absetzen zu müssen. Die U-Bahn in New York ist eine ganz eigene Welt. Sie bietet sich geradezu an für Fotos im Reportage-Style, für Schwarzweiß-Aufnahmen. Wie immer wenn es darum geht, Menschen zu fotografieren, sollte man vorher freundlich fragen. Der New Yorker an sich ist da ziemlich umgänglich, wer freundlich fragt, erhält auch eine freundliche Antwort.

Wem das alles noch nicht genug ist, der kann einen nächtlichen Ausflug in die südliche Bronx unternehmen. In einem Industriegebiet ist dort der New Fulton Fischmarkt, erreichbar nur mit dem Bus und eigentlich nicht für Fußgänger und Fotografen gedacht. Aber wer frech fragt, kann sagen, er sei Käufer und wird dann auch eingelassen. In der Halle riecht es dermaßen streng, man sollte tunlichst darauf achten, nichts abzustellen, also die Schultertasche wählen. Außerdem sollte man eigentlich nicht so sehr auffallen, den Blitz also auch zu Hause lassen und stattdessen mit mittlerer Brennweite und höherer ISO-Zahl aus der Hand fotografieren. Dennoch kann es passieren, dass die Marktaufsicht dem Fotoausflug ziemlich schnell ein Ende setzt. Dann bleibt der Weg zurück ins Hotel. Profi-Tipp: Alle Kleidung zusammen mit irgendetwas gut riechendem in einen großen Müllsack packen, sorgfältig verschließen und erst im Waschsalon oder zu Hause direkt vor der Waschmaschine wieder öffnen.

Fototour 03 / 2017

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