Fototour: Schottland Winter-Fototour im Norden

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Auch mit mittlerer Brennweite kommt das Leuchten der Berge gut zur Geltung

Schottland? Klar, hat man schon mal gehört. Dort ist es nass sowie windig und der gute Whisky kommt auch von dort. Wer sich aber aufmacht, das Land im Norden der britischen Inseln im Winter zu erkunden, entdeckt vor allem atemberaubende Landschaften zwischen Seen und Bergen.

Schottland im Winter, das ist eher ein ausgefallenes Reiseziel, zu nördlich, nicht schneesicher und die Skilifte konzentrieren sich an einem Punkt im Land. Außerdem kann es immer und jederzeit regnen oder stürmen. Die Insellage Schottlands sorgt dafür, dass sich dort das Wetter schnell ändern kann und auch schnell ändert. Die Einheimischen sprechen von vier Jahreszeiten an einem Tag und das ist nicht ungewöhnlich. Wer sich also aufmacht, sollte weise packen.

Den Reiz des Landes macht die raue Landschaft aus, die unmittelbare Nähe von Bergen und Meer. Wer also im Winter losgeht braucht zwar nicht unbedingt eine Badehose für den Nordatlantik, aber wetterfeste Kleidung. Und was für den Menschen recht ist, das schadet auch der Kameraausrüstung nicht. Wer sich also wind- und wetterfest einpackt, sollte diesen Luxus auch der Kamera gönnen. Zwar sind die meisten Gehäuse und Objektive spritzwassergeschützt, aber auch hier macht es die Menge. Vor allem, wenn es darum geht, Objektive zu wechseln besteht immer die Gefahr, dass Wasser oder Schnee in Gehäuse oder Objektiv gelangt. Wer draußen im Schneefall sein Objektiv wechselt, sollte die Kamera mit der Objektivöffnung nach unten halten, so kann kein Schnee oder Regen eindringen.

Ohnehin bedarf die Fotoausrüstung bei extremen Wetterverhältnissen etwas mehr Pflege. Und eine wohl bedachte Vorbereitung. Wer wandern will, der braucht einen Rucksack. Ein guter Fotorucksack, der sich auch vor Regen schützen lässt, kann über weite Strecken getragen werden. Allerdings muss er fast immer abgesetzt werden, wenn man an die Ausrüstung will. Das kann ein Problem sein, vor allem auf durchweichtem oder nassem Untergrund. Für kurze Spaziergänge sollte deshalb auch eine Schultertasche in Betracht gezogen werden. Wohl dem, der mit dem eigenen Auto anreist und nicht auf Gewichtsbeschränkungen beim Fluggepäck achten muss. In jedem Fall sollte die Ausrüstung nach der Rückkehr getrocknet werden, nicht dass es in der Fototasche zu Schimmelbildung kommt.

Für die Landschaftsfotografie gibt es nicht die universelle Brennweite. Wer die Möglichkeit hat, der sollte vom Weitwinkel- bis zum großen Teleobjektiv alles mitnehmen. Und dazu ausreichend Akkus. Denn Kälte ist noch immer der größte Feind des Akkus. Zwischen Grönland und Schottland befindet sich nichts, was die kalte Luft aus der Arktis aufhalten könnte – je nach Wetterlage bläst ein eiskalter Wind. Ausreichend Ersatzakkus sind deshalb Pflicht, sonst steht man irgendwann vor einem prächtigen Fotomotiv, kann aber nicht mehr auslösen. Und damit das auch wirklich nicht passiert, sollten ausreichend Speicherkarten eine Selbstverständlichkeit sein. Wer bei den Akkus auf Nummer Sicher gehen will, hält sie in der Jackentasche einigermaßen warm.

Ausflüge in die Berge bedürfen guter Vorbereitung, egal ob mit dem Auto oder zu Fuß. Schottland ist vor allem im Westen eher wärmer, da dort die letzten Ausläufer des Golfstroms ankommen. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch mal wirklich viel schneien kann. Wer also mit dem Auto unterwegs ist, braucht eine vernünftige Winterausrüstung, vor allem bei Mietwagen sollte unbedingt auf Winterreifen bestanden werden. Diese sind im Vereinigten Königreich eher eine seltene Erscheinung. Wer zu Fuß unterwegs ist, der muss sich im Klaren sein, dass die Berge in Schottland alpines Gebiet sind, auch wenn sie gerade einmal knapp über die 1.000-Meter-Marke kommen. Es kommt immer wieder zu Unfällen mit oft tödlichem Ausgang. Im Zweifelsfall lässt man besser das Fotomotiv sausen, anstatt sich in Gefahr zu begeben.

Was die Highlands Schottlands grundsätzlich von zentraleuropäischen Gebirgen unterscheidet ist nicht nur die Nähe zum Meer, sondern auch das Licht. Durch die nördliche Lage sind die Tage dort im Winter besonders kurz (im Sommer entsprechend richtig lang). Und weil schöne Fotomotive oft kurz vor oder nach der Dämmerung im richtigen Licht sind, empfiehlt es sich, eine entsprechende App auf das Smartphone herunterzuladen, die die wichtigen Daten wie Sonnenaufgang und -untergang anzeigt. Ansonsten sorgt die eher tief stehende Sonne auch tagsüber für lange Schatten. Das muss kein Problem sein, man sollte sie nur im Auge behalten und im Foto auch würdigen. Gerade bei Schattenwürfen bietet es sich natürlich auch an, Bilder später in Schwarzweiß umzuwandeln. Das sollte beim Fotografieren beachtet werden, am besten man sieht als Fotograf das fertige Schwarzweißbild schon vor seinem inneren Auge.

Wer nach viel frischer Luft dann doch mal innen fotografieren möchte, der kann sich in einer der vielen Whisky-Destillerien Schottlands versuchen. Viele Destillerien sind für Besucher geöffnet und Fotografen sind in der Regel gerne gesehen. Allerdings ist bei manchen Destillerien das Fotografieren in manchen Bereichen verboten. Nicht, weil es dort geheime Dinge gäbe, sondern aus Sicherheitsgründen. Es wird befürchtet, dass Elektrische Entladung in Kameras den Alkohol in Brand setzen könnte.

Fototour 01 / 2017

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