Mit der Kamera durch die Toskana: Fünf Location-Highlights für Fotografen

Die Toskana ist eine tolle Destination für Fotografen, denn sie bietet ein sehr breites Spektrum an Motiven. Malerische Landschaften, Städteimpressionen, Kunstwerke bis hin zu Renaissance-Gebäuden. Man wird des Fotografierens nicht müde, wenn man nur etwa an die Michelangelo Statue „David“, die Werke Botticellis in den Uffizien oder die Kathedrale von Florenz denkt. Nachstehend ein paar Tipps zur besten Reisezeit, welches Fotoequipment in der Fototasche nicht fehlen sollte und die fünf Orte in der Toskana, die man unbedingt gesehen haben sollte. Und oben drauf gibt es dann noch einige Geheimtipps.

Toskana, Florenz, Kathedrale von Florenz

Die beste Zeit für Fototouren in der Toskana

Die Toskana ist eine der beliebtesten Reiseregionen der Deutschen in Italien. Vor allem im Frühjahr und im Herbst sind gute Reisezeiten für Fotografen, da es schon bzw. noch schön warm ist, aber nicht so heiß, dass man seine Ausrüstung nicht mehr tragen mag. Außerdem ist das Licht zu dieser Zeit besonders schön und es ist nicht so überfüllt wie im Hochsommer.

Mit dem Flieger, wenn es schnell gehen soll – Auf Gewichtsgrenzen für das Handgepäck achten

Von vielen deutschen Städten aus werden Direktflüge nach Florenz oder Pisa angeboten. Wer den Süden erkunden möchte, kann auch Rom als Zielflughafen erwägen. Für den Südosten und einen Abstecher in die Nachbarregion Umbrien bietet sich Perugia an, das von einem der großen Billigflieger angesteuert wird. Bei frühzeitiger Buchung kann man mit etwas Glück ein Schnäppchen beim Flugpreis machen. Allerdings muss man bei den Billigfliegern besonders darauf achten, dass man die Gewichtsgrenzen für das Handgepäck nicht überschreitet. Das ist vor allem für alle eine Herausforderung, die möglichst viel Fotoequipment einpacken, um für jede Situation bestens gerüstet zu sein.

Mit welchem Fotoequipment ist man bestens für die Toskana gerüstet

Toskana, Florenz, Detail

Ist man mit einer Spiegelreflex- beziehungsweise kompakten Systemkamera unterwegs, dann lohnt es sich, in die Toskana verschiedene Brennweiten mitzunehmen, da das Spektrum an Motiven breit ist. Für die tollen Landschaften profitiert man von einem (Ultra-)Weitwinkel; bei den Bauten lohnt sich auch ein längeres Teleobjektiv, da es viele wunderschöne Details etwa an Dächern oder in Kirchenkuppeln zu entdecken gibt. Wenn vorhanden – oder gegebenenfalls über den Handel ausleihen – bieten sich für die Kirchen und Museen besonders lichtstarke Varianten an, da vor allem in ersteren in der Regel Dämmerung herrscht. Wer sich diese Orte als Fotoziel gesetzt hat, der profitiert von Kameras als Aufnahmegerät, da diese aufgrund der Sensorgrößen immer noch eine deutlich höhere Abbildungsqualität bei schlechten Lichtverhältnissen erlauben als etwa die Smartphones. Ein Stativ sollte nach Möglichkeit mit, denn es erweitert die kreativen fotografischen Optionen und ist in der Landschaftsfotografie ebenso ein Muss wie in Kirchen und Museen. Für die Reise gibt es recht leichte Vertreter unter den Stativen. ND-Filter auch Graufilter genannt erweitern die fotografischen Möglichkeiten und gehören ebenso in die Fotoasche wie wenigstens ein ND-Verlaufsfilter. Ob der Blitz aus Gewichtsgründen zu Hause bleibt muss abgewogen werden. In jedem Fall ist an ausreichend Speicherkarten, Ersatzakkus und Ladegerät zu denken.

1) Florenz: Hauptstadt und bekanntestes Ziel

Toskana, Florenz, Palazzi Veccio

Die Hauptstadt bietet mit der von Läden gesäumten Ponte Veccio die vermutlich meist fotografierte Sehenswürdigkeit der Toskana. Fotografisch muss man sich schon ein bisschen ins Zeug legen, um ihr noch neue Blickpunkte abzugewinnen. Dabei helfen ungewöhnlichere Brennweiten oder Aufnahmestandorte. Dies gilt auch für die Palazzi Veccio und Pitti. Dagegen eher ein Geheimtipp ist die Piazalle Michelangelo, die etwas außerhalb des Zentrums auf einem Hügel liegt und vor allem bei Sonnenauf- oder Untergang einen traumhaften Überblick über Florenz und den Arno gewährt. Für einen Regentag bietet sich ein Besuch der Uffizien an. Die herausragende Kunstsammlung dient nicht nur der Schulung des Auges, sondern erlaubt auch das eigene Fotografieren.

2) Siena: Heimliches Zentrum

Siena ist das heimliche Zentrum der Toskana, denn hier konzentrieren sich nicht nur Kunst- und Kulturschätze in einer wunderbar erhaltenen Altstadt, sondern bieten auch viele kleine Läden lokales Shopping jenseits der typischen Touristen-Andenken an. Beides kann man einfach entdecken, indem man die Via Banci die Sopra stadteinwärts entlang schlendert und später die Via Fontebranda stadtauswärts. Eis-Fans machen dabei einen Halt bei „Grom“, die als eine der besten Eisdielen der Region gilt. Ein Stopp auf der berühmten Piazza del Campo, in dem auch das Pferderennen „Palio“ stattfindet, ist ebenfalls Pflicht.

Vom Torre del Mangia am Rathaus erhält man einen Blick von oben und kann so eine ungewöhnlichere Perspektive abbilden. Einen tollen Überblick über das Stadtzentrum gibt es noch dazu. Ein wichtiger Hinweis für Fotografen mit viel Ausrüstung: Man darf wegen des engen Treppenhauses keine Rucksäcke mit nach oben nehmen. Es empfehlen sich daher Objektivtaschen bzw. -beutel, die man am Gürtel befestigen kann. Dies gilt übrigens auch für die sehr empfehlenswerte Dachführung „Porta di Cielo“ im Dom, die noch ein Geheimtipp ist. Bei ihr steigt man bis unters Dach und dort in den obersten Gewölbegängen innen und außen am Rand entlang. Der Höhepunkt ist ein schmaler Gang mit atemberaubendem Ausblick auf das Hauptschiff. Allerdings sollte man absolut schwindelfrei sein, um dieses Event genießen und fotografieren zu können, denn der Name „Tor zum Himmel“ hat schon seinen Grund. Auch muss man akzeptieren, dass die Zeit für das Fotografieren eher knapp ist.

3) Crete Senesi: Toskana-Klischee pur

Toskana, Crete

Wem nach den Städten eher nach etwas ländlicher Idylle ist, dem sei ein Ausflug in die Crete Senesi samt Wanderung empfohlen. Diese wunderschöne Kulturlandschaft liegt nur wenige Kilometer von Siena entfernt und ist am einfachsten mit dem Auto zu erkunden. Eine tolle Route führt über die Via Aureliana (SP111/8) von Cassetta über Montaperti nach San Piero. Weinfans stehen früh auf und setzen den Ausflug anschließend in Chianti fort. Alternativ bietet sich als Geheimtipp ein Abstecher in den Süden zur Abbazia di Monte Oliveto samt Wanderung ab Chiusure an. Der Rundweg belohnt mit vielen fotogenen Blicken auf die Abtei. Drinnen locken Fresken von 1497 als Motiv.

4) Pienza und Val d´Orcia: Hauptstadt der Genießer

Wer das Landschafts-Sightseeing im Süden von Siena fortsetzen möchte, der ist in Pienza und dem Val d´Orcia gut aufgehoben. Hier fühlt man sich wie in ein Renaissance-Gemälde versetzt – vor allem, wenn man hinter der Kathedrale Santa Maria Assunta den kleinen Panorama-Wanderweg entlang schlendert. Pienza hat dem Auge und vor allem dem Gaumen aber noch mehr zu bieten: Es ist bekannt für seinen Pecorino. Der Schafskäse kann in den Läden der Innenstadt in zahllosen Varianten probiert und fotografiert werden.

Toskana, Pienza, Pecorino

5) Elba: Die Toskana kann noch Meer

Die Toskana muss aber kein reiner Städteurlaub bleiben. Neben den Kunstmetropolen im Landesinnern bietet sie auch eine lange Küste sowie sieben Inseln. Die größte ist Elba. Sie ist nur per Fähre zu erreichen und schon diese kleine Seereise bietet zahlreiche Fotomotive. Als Foto-Challenge kann man sich zum Beispiel vornehmen, die das Schiff umkreisenden Möwen einzufangen. Angelegt wird häufig in Portoferraio. Der Ort ist nicht nur ein nettes Hafenstädtchen, sondern hat als erstes Exil von Napoleon auch einiges an historischen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Von seiner Stadtresidenz Villa dei Mulini etwa hat man aus dem Garten einen wunderschönen Blick auf die Küste. Eher ein Geheimtipp ist sein Theater, in dem seine Schwester Paolina ein reiches Kulturleben organisierte. Auf dem Vorplatz wird man zudem noch mit einem guten Ausblick belohnt.

Toskana, Küste

Wer sich mehr für die vielfältige Landschaft interessiert, dem sei auf Elba der Monte Capanne empfohlen. In rund 20 Minuten führt eine Seilbahn hoch hinauf, aus deren offenen Gondeln (warm anziehen!) man hervorragend Fotos machen kann. Wer fit ist, läuft den anderen Weg. Oben gibt es einen Kiosk, an dem man dafür eine Stärkung einkaufen kann.

Fototour 04 / 2018

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