Fototour Weihnachtsmärkte

Jetzt beginnt wieder die Zeit der Weihnachtsmärkte – jeder freut sich darauf, auch wenn die Temperaturen mitunter alles andere als angemessen sind mit über 10 Grad je nach Region. Der Duft von gerösteten Mandeln wabert ebenso durch die Luft wie der des Glühweins oder der Reibekuchen. Gerüche können wir nicht konservieren, aber die visuellen Erlebnisse und mit ihnen dann doch wieder die Gerüche aus dem Gedächtnis heraus und natürlich Stimmungen. Weihnachtsmärkte bieten genug Anlässe, dass der Auslöser nicht stillstehen sollte. Welches Fotoequipment man mitnimmt hängt von den Intentionen ab, die man verfolgt. Geht es einem nur darum, ein Selfie zu schießen oder von der Gruppe Aufnahmen am Glühweinstand zu machen, dann reicht sicherlich ein neues Smartphonemodell aus. Für Aufnahmen im Nahbereich liefern sie inzwischen recht brauchbare Bildergebnisse, die dafür prädestiniert sind, mit ihnen über WhatsApp und soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram zu kommunizieren. Ist aber ein mehr an Bildqualität und an fotografischen Spielraum gewünscht, dann ist die Kamera das wesentlich bessere Aufnahmegerät. Sie hat all das im Gepäck, dass die Aufnahmen sehenswerter macht und wodurch die persönlichen Empfindungen wesentlich eindringlicher und emotionaler festgehalten werden. Nachstehend 10 Fototipps für die Fototour Weihnachtsmärkte.

Weihnachtsmarkt

  1. Für welches Fotoequipment man sich beim Besuch eines Weihnachtsmarktes entscheidet hängt auch von den Motiven ab, die man im Fokus hat. Hochwertige Kompaktkameras mit einem größeren Zoombereich garantieren einen großen fotografischen Spielraum, um sowohl Motive im Nahbereich als auch in der Ferne ablichten zu können. Von Vorteil ist, wenn die Kompaktkamera auch über die Option verfügt, manuell Einstellungen vornehmen zu können. Auch wenn die Automatik- sowie die Kameramenüfunktionen wie beispielsweise „Nacht“ stetig smarter werden, so gibt es doch immer wieder Situationen, wo man der Kamera sagen muss, worauf es einem ankommt. Kompaktkameras sind – wie der Name schon zum Besten gibt – recht kompakt, was auch bei kompakten Systemkameras der Fall ist. Je nach Modell können diese übrigens noch handlicher ausfallen als Kompaktkameras. Kompakte System- und Spiegelreflexkameras bieten die Option des Objektivwechsels. Das macht einen natürlich sehr flexibel je größer die Bandbreite an Objektiven ist, die man mitnimmt.

  2. Weihnachtsmärkte sollte man in der blauen Stunde oder wenn es dunkel ist besuchen. Erst dann entfalten sie ihre Wirkung. Weil dem so ist, sind Weihnachtsmärkte gerade am Abend stark besucht und so mancher Langfinger ist auch unterwegs. Die Kameraausrüstung gehört in eine schützende Fototasche – am besten ein Modell, das man als Hüfttasche vor sich trägt oder als Umhängetasche. Auch, wenn man als Fotograf am Liebsten immer seine komplette Ausrüstung dabei hat, so sollte man sich bei der Fotoausrüstung auf das Wesentliche beschränken – das spart auch an Gewicht. Ersatzakkus gehören natürlich in die Fototasche ebenso wie Ersatzspeicherkarten. Zieht man in Bedacht, auch Videos aufzunehmen, so bedeutet dies einen höheren Stromverbrauch sowie Speicherumfang. Ist man mit einer Kamera mit Wechseloptik unterwegs, so würde unsere Entscheidung auf ein leichtes Teleobjektiv sowie ein Normalobjektiv fallen. Stehen kleine Details im Fokus, so muss natürlich auch das Makroobjektiv in die Fototasche. Bietet die Kamera die Option, auch einen separaten Blitz anschließen zu können, so würden wir diesen auch noch in die Tasche packen.

  3. Auf Weihnachtsmärkten kehrt man in die diversen Buden immer wieder ein und steht zusammen an den Tischen, auf denen sich auch das eine oder andere Glühweinglas befindet. Immer wieder zu beobachten ist, dass auf diesen Tischen auch Kameras abgelegt werden. Damit macht man es möglichen Langfingern nicht nur leicht, sondern man läuft auch Gefahr, dass die Kamera Schaden erleidet, weil beispielsweise versehentlich ein Glas umgestoßen wird. Aus diesem Grund lautet unsere Empfehlung, die Kamera lieber mit einem Kameragurt am Körper zu tragen.

  4. Ein Stativ hilft natürlich gegen verwackelte Aufnahmen. Das Dreibeinstativ sollte jedoch zu Hause bleiben, denn es stört, wenn es richtig voll ist und steht anderen Weihnachtsmarktbesuchern im Weg, die dann möglicherweise auch noch darüber fallen. Das Einbeinstativ ist die deutlich bessere Wahl, das man nicht nur bequem tragen kann, sondern mit dem man auch keinen Durchgang blockiert. Wird mit der Kamera gefilmt, so sollte man ein Rig in Erwägung ziehen.

  5. Befreien sollte man sich von der Annahme, dass jedes Bild vom Weihnachtsmarkt ein Volltreffer sein wird – verwackelte können also immer dabei sein. Ratsam ist es, die ISO-Zahl an der Kamera hochzusetzen. Aktuelle Kameramodelle rauschen heute übrigens bei weitem nicht mehr so stark bei hoher Empfindlichkeit wie das früher der Fall war. Mit der ISO-Erhöhung geht jedoch einher, dass die Dynamik eventuell sinkt. Dies hat zur Folge, dass die Aufnahmen flau wirken können.

    Weihnachtsmarkt

  6. Auch wenn Weihnachtsmärkte reich an Beleuchtung sind, so kommt man nicht umhin, für die perfekte Ausleuchtung den Blitz hinzuschalten zu müssen. Dies sollte jedoch mit Augenmaß erfolgen, denn man kann Motive auch totblitzen. Wenn man mit voller Blitzleistung zu Werke geht, dann hat man eine Lichtstimmung wie um 12 Uhr mittags – also dahin ist das weihnachtliche Feeling. Ratsamer ist die Kombination eines schwachen Blitzes mit einer längeren Belichtungszeit, beispielsweise 1/10 oder 1/8 Sekunde. Dann hat man auch noch einen Großteil der Lichtstimmung eingefangen und man muss sich wegen des Blitzes auch kaum Sorgen um verwackelte Bilder machen. Der Blitz friert sozusagen erst einmal alles ein, wenn es danach noch etwas Bewegung gibt, fällt die weniger ins Gewicht.

  7. Auf Weihnachtsmärkten wimmelt es nur so an Motiven. Wichtig ist, mit wachsamen Augen über den Weihnachtsmarkt zu gehen und im Alltäglichen das Besondere zu sehen. Für die Bildwirkung entscheidend ist, sich für ein Hauptmotiv zu entscheiden. Man kann sich natürlich auf den Hauptweg zwischen den Ständen des Weihnachtsmarkts stellen und abdrücken – das hat aber dann irgendwie den Charme einer Hauptstraße. Und noch ein Tipp: Auf das Wesentliche sollte man sich beim Festlegen des Bildausschnitts konzentrieren. Weniger ist oftmals sehr viel mehr.

  8. Wird auf Weihnachtsmärkten fotografiert, so gehören natürlich auch Motive festgehalten, die typisch für ihn sind. Mit einem Makroobjektiv lassen sich beispielsweise Spiegelungen in einer Weihnachtskugel einfangen – das ist mal ein bisschen was anderes als Übersichtsaufnahmen. Einfallswinkel ist übrigens gleich Ausfallswinkel – man muss also nicht planlos umherlaufen, um sich selbst aus der Spiegelung zu bekommen. Probieren geht bekanntlich über studieren.

  9. Die meisten Weihnachtsmärkte haben auch einen Weihnachtsbaum. Vermeiden sollte man Aufnahmen, auf denen man jemanden direkt vor den Baum stellt und dann soweit zurückgeht, dass man den ganzen Baum im Bild hat. So ein öffentlicher Weihnachtsbaum ist einige Meter hoch und je weiter man zurückgeht, desto mehr werden ausgewachsene Menschen zu Zwergen. Man sollte die Personen lieber näher zur Kamera holen. Wichtig ist, die Schärfe auf die Personen und nicht auf den Baum zu legen.

  10. Dass Spiel mit den kamerainternen Filtern – auch gern beispielsweise als Artfilter bezeichnet – ist überaus lohnenswert. Immer noch – oder schon wieder – ist der Einsatz eines Stern-Filters. Für tolle Effekte sorgen auch Prismen-Filter. Einfach ausprobieren.

Fototour 11 / 2016

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