Blende 2016: Doppelt gesehen - Spiegelungen

© Fotograf: Kai Nicolas Schaper, BlackANT, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Kai Nicolas Schaper, BlackANT, Blende-Fotowettbewerb
Eines unser fünf diesjährigen Blende-Themen für Sie lautet „Doppelt gesehen – Spiegelungen“ – ein Thema wie geschaffen für alle Fotobegeisterten, die gern kreativ mit Bildaufbau und Kameratechnik umgehen. Ein bisschen experimentieren gehört also dazu beim 42. Deutschen Zeitungsleser-Fotowettbewerb. Dafür ist genügend Zeit. Und es gibt tolle Preise zu gewinnen und das nicht nur auf Regionalebene, sondern auch in der bundesweiten Endausscheidung. Hier haben wir wieder Preise im Wert von über € 40.000,— ausgelobt. Es lohnt sich also, bei Blende 2016 mit von der Partie zu sein, dem Fotowettbewerb mit der zweifachen Gewinnchance.

Eine Teilnahme an Europas größtem Contest für alle Fotobegeisterten ist nur über eine der mehr als 50 Tageszeitungen und ihre Kopf- sowie Bezirksausgaben möglich, die Blende 2016 für ihre Leser ausschreibt. Welche Zeitung in Ihrer Region bei Blende 2016 mit von der Partie ist, teilen wir Ihnen auf Anfrage mit. In der ersten Runde von Blende 2016 wetteifern die Leser der jeweiligen Zeitung untereinander. Die von den Blende-Redaktionen prämierten Aufnahmen werden anschließend an uns, die Prophoto GmbH, zur bundesweiten Endausscheidung weitergereicht. Dort tagt im Dezember die Jury und ermittelt die Sieger von Blende 2016, die dann im neuen Jahr bekannt gegeben werden. Für die bundesweite Endausscheidung loben wir mit Unterstützung von Förderern Preise im Wert von über € 40.000,— aus. Die entsprechenden Preislisten sind – nach derzeitigen Planungen – ab Mitte Juni online.

Von den vorgegeben Themen schreiben die teilnehmenden Blende-Zeitungen maximal drei zuzüglich des Sonderthemas für alle Jugendlichen bis 18 Jahre aus. Der fotografische Nachwuchs kann sich mit seinen Aufnahmen natürlich auch zu den anderen Themen beteiligen.

© Fotograf: Horst Stenger, Rot-Weiß, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Horst Stenger, Rot-Weiß, Blende-Fotowettbewerb
Kamera raus und los gehts: Es gilt, eine große fotografische Herausforderung des Jahres zu meistern! Spiegelbilder beschäftigen die Menschheit seit jeher. In grauer Vorzeit war es vor allem der Blick auf eine Wasseroberfläche, der Erstaunen auslöste. Und noch heute beeindruckt das Abbild eines Alpenpanoramas, das kopfüber auf einem See zu liegen scheint. Immer wieder erstaunlich ist dabei, welche großen Bauwerke sich auf winzigen Wasserflächen spiegeln. Es muss nämlich nicht immer der – tausendfach fotografierte – Alpensee sein. Die Postkartenidylle hat es bei Wettbewerben eher schwer, doch Motive für Bilder mit Charme und Witz findet man schon vor der Haustür. Um beim Wasser zu bleiben: In jeder Pfütze spiegelt sich die Umgebung, der Clou dabei ist, etwas vom Drumherum des Weges mit aufs Bild zu nehmen, also Kopfsteinpflaster oder Sand auf Feldwegen.

Im Garten bietet die Vogeltränke einen natürlichen Spiegel, ebenso jeder vom Regen vollgelaufene Eimer. Selbst auf der Oberfläche des Kaffees – natürlich ohne Crema – finden sich Spiegelungen, ebenso in gefüllten Weingläsern, was dem Begriff Alkoholspiegel eine ganz neue Bedeutung verleiht. Apropos gute Tropfen: Makrofotografen sind bei Tropfen in ihrem Element. Vor der Makrolinse entfalten sich auf den winzigen Oberflächen gigantische Effekte. Und selbst auf Pupille und Iris eines Auges ist mit Makroobjektiven scheinbar das zu entdecken, was das Auge gerade sieht.

© Fotograf: Fabian Schumann, Rückblick auf die Großglockner Hochalpenstraße, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Fabian Schumann, Rückblick auf die Großglockner Hochalpenstraße, Blende-Fotowettbewerb
Ein weites Feld für Fotografen sind Spiegelungen in Schaufenstern und Glasfassaden. Ganze Straßenzüge lassen sich so indirekt ablichten. Spannend ist der Kontrast zwischen alter und neuer Architektur, wenn sich beispielsweise eine gotische Kathedrale in der Fensterfront eines Wolkenkratzers spiegelt. Spiegelung in Fenstern führen bisweilen zu Doppelbildern, wenn ein Teil der Szenerie, die hinter dem Fenster liegt, durchscheint. Spiegelungen ergeben sich im glänzenden Lack von Klavieren oder Autos, in Chromstoßstangen und Sonnenbrillen. Auf gekrümmten Flächen entstehen dabei mehr oder weniger starke Zerrbilder. Weihnachtsbaumkugeln sind ein Extremfall, dem großen Bildwinkel kann sich der Fotograf selbst kaum entziehen. Sehr schöne Spiegelbilder lassen sich auf dem polierten Messing einer Posaune oder einer Tuba entdecken.

Um dem Thema gerecht zu werden, sollte die Spiegelung nicht als Beiwerk irgendwo im Bild versteckt sein. Die Spiegelung sollte dominieren, eine Hauptaussage des Bildes darstellen. Spiegelbilder können ohne das Original zu sehen sein; gut macht sich auch, das „doppelt gesehen“ in der Aufgabenstellung stärker herauszuarbeiten, indem Original und Spiegelbild zusammen erkennbar sind. Bäume auf einer ruhigen Wasseroberfläche können beispielsweise täuschend echt wirken, so dass der Betrachter versucht ist, die Aufnahme erst einmal zu drehen, um zu erkennen, was echt und was das Abbild ist.

Ruhiges Wasser oder Wellen – beides hat seinen Reiz bei Spiegelungen. Eine aufgewühlte Oberfläche gibt das Ursprungsbild so wieder, als hätte ein Impressionist den Pinsel angelegt. Das kann ein kleines Objekt wie eine schwimmenden Ente zur Unkenntlichkeit zerpflücken, macht sich aber bei großen Motiven gut: bei der Bogenbrücke über dem Fluss, einem leuchtend roten Schiffsrumpf, der untergehenden Sonne oder der nächtlichen Skyline einer Hafenstadt.

© Fotograf: Marlene Düser, Großes ganz klein !, Blende-Fotowettbewerb
© Fotograf: Marlene Düser, Großes ganz klein !, Blende-Fotowettbewerb
Wer mit Spiegelungen experimentiert, sollte ein Polarisationsfilter („Polfilter“) ausprobieren, einen der interessantesten Filter für die Fotografie überhaupt: Das Polfilter macht nicht nur Farben kräftiger, sondern steuert, wie durch Geisterhand, die Stärke von Spiegelungen. Die Anwendung ist dabei absolut einfach. Der in Glas gefasste Filter wird vor das Objektiv geschraubt und durch Drehen wird die Filterwirkung verändert. So lassen sich Spiegelungen entweder nahezu wegzaubern oder deutlich verstärken.

Echte Spiegel erbringen natürlich die perfektesten Spiegelungen und sind ein bevorzugtes Gestaltungsmittel für die Porträt- und Aktfotografie. Entscheidend ist die Begrenzung auf das Wesentliche ohne störende Hintergründe und Lichtquellen. Auch Aufnahmen in Schwarzweiß machen sich bei Porträts und Körperaufnahmen gut. Auf großen liegenden Spiegeln kann man mit der Symmetrie der Spiegelung spielen: Blätter, Schnecken oder bunte Steine lassen sich arrangieren. Mini-Studios, die sich auf Koffergröße verstauen lassen, tauchen den Aufbau ins passende Licht und sorgen für einen ebenen Hintergrund.

Wer auf den Überraschungseffekt setzt, kann auch mit Montagen in Bildbearbeitungsprogramme versuchen, Spiegelungen an Stellen zu erzeugen, an denen man sie nicht erwartet. Oder wie wäre es mit einer verblüffenden Pseudo-Spiegelung: Zwillinge, die einander ansehen – vielleicht noch durch den Rahmen eines nicht vorhandenen Spiegels hindurch … ?

Halten Sie nun der Welt einen Spiegel vor und schießen Sie fantasievolle Aufnahmen zu unserem „Blende“-Thema „Doppelt gesehen – Spiegelungen“. Mitmachen lohnt sich, denn auch die besten Aufnahmen werden „doppelt gesehen“ – von der Jury im Regionalentscheid und von der Jury der bundesweiten Endausscheidung. Überregional gibt es Preise im Gesamtwert von über € 40.000,— zu gewinnen.

Blende Informationen A-Z 06 / 2016

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2 Kommentare

Ich habe bereits mit meiner kleinen alten IXUS Spiegelungen künstlerisch umgesetzt, z. Thema Kunst für Kinder. Schade, dass ich als Nichtfotografin die nie veröffentlichen konnte. Für mich zählt nur die Idee, die Umsetzung, die Kreativität und das Endprodukt. Allerdings bin ich nicht abhängig vom Geschäft.

von Ruth Albers
28. Oktober 2016, 18:38:19 Uhr

Wieso geben Sie hier die ganzen Insidertricks der Fotografen preis, wie man Spiegelungen findet und fotografiert? Das sollte doch gerade jeder für sich alleine entdecken und ein Talent dafür haben. Bitte nehmen Sie das wieder raus. Das ist ja auch geschäftsschädigend und jedermann kann das jetzt umsetzen. Bitte! Ich war / bin immer sehr stolz auf meine Bilder. Ich möchte nicht, dass jeder das nachahmt. MfG

von Judith Bittner
15. Juli 2016, 22:14:30 Uhr

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