Blende 2017 - Erste fotografische Trends 2017

© Fotograf: Fabian Schumann, Wolkenspray, Blende-Fotowettbewerb Bildgalerie betrachten Fabian Schumann, “Wolkenspray”, Blende-Fotowettbewerb

„Blende“, der jährlich ausgetragene Fotocontest für alle Fotobegeisterten, macht Trends in der Amateurfotografie mit Aussagekraft sichtbar und greifbar. Schritt für Schritt geht „Blende“ auf die 50 zu – ein langes Zeitintervall, das erst das Erkennen von Veränderungen und ihre Analyse ebenso zulässt, wie die hohe Zahl an eingereichten Wettbewerbsbeiträgen. Diese lagen in den letzten Jahren jährlich bei rund 80.000 Bildeinsendungen – Hochrechnungen auf die über 40 Jahre „Blende“ sind erlaubt.

Positive Sichtweisen

„Blende“-Teilnehmer bevorzugen die positiv ausgerichtete Interpretation der jährlichen thematischen Vorgaben. Wenn es zu einer kritischen Auseinandersetzung kommt, so vornehmlich von Seiten der Nachwuchsfotografen – sie bringen in ihren Bildeinsendungen auch ihre Ängste und Sorgen zum Ausdruck. Dass das „Schöne“ vornehmlich im fotografischen Fokus der Interpretation liegt ergibt sich daraus, dass hier sicherlich eine größere Motivation besteht, sich dafür auch fotografisch zu begeistern.

Menschen verschwimmen bevorzugt in Unschärfe

Bei der Interpretation der thematischen Vorgaben tritt das klar erkennbare Abbild von Menschen bei den Wettbewerbsbeiträgen zunehmend zurück. Als Stilmittel kommen aktuell verstärkt Silhouetten und Unschärfe ins Spiel. Damit umgehen die „Blende“-Teilnehmer mögliche Urheberrechtsverletzungen (Recht am eigenen Bild). Charakteraufnahmen, aber auch Aufnahmen von Kindern, haben inzwischen immer mehr Seltenheitswert.

Die Maler von heute – Romantik wird groß geschrieben

Was mit heutigem Aufnahmeequipment möglich ist, dass demonstrieren die „Blende“-Teilnehmer in ihren eingereichten Wettbewerbsbeiträgen. Langzeitbelichtungen und der sichere Umgang mit ND-Filtern sind eines ihrer aktuell bevorzugten Steckenpferde. Wenn HDR zum Einsatz kommt, dann wohldosiert und weniger als Effekt. Kamerainterne Filter, so scheint es, werden zur Steigerung der Bildaussage aktuell intensiver genutzt. Schlechtes Wetter gibt es für „Blende“-Teilnehmer nicht. Sie wissen wie sie punkten können und, dass Wetterextreme wie Gewitter stimmungsvolle Aufnahmen ihnen garantieren. Auszumachen ist ferner, dass auf dem Weg zum Bilderfolg bei „Blende“ die Teilnehmer viel auf sich nehmen und nicht nur die Nacht zum Tage machen, sondern x-Mal Anlauf nehmen, bis der Wettbewerbsbeitrag wie gewünscht im Kasten ist.

Auf Entdeckungstour in den heimischen Breiten

Geht es an die fotografische Umsetzung der thematischen Vorgaben, so gehen „Blende“-Fotografen derzeit bevorzugt in den heimischen Breiten auf Motivjagd. Dabei erobern sie neue Motivwelten. Ganz vorne in der aktuellen Beliebtheitsskala des Aufgenommenen liegen bei den wildlebenden Tieren Vögel, Eichhörnchen, Füchse und Schnecken sowie Bienen. Bei den Haustieren scheint der Hund den Katzen als Fotomotiv den Rang abzulaufen. Landschaftsimpressionen vom Meer und Flüssen scheinen mehr das fotografische Interesse zu beflügeln als die Berge. In der Streetfotografie erfolgt verstärkt die Entscheidung für Schwarzweiß.

Zahl der Teilnehmer gewinnt an Breite

Das Spektrum an Amateurfotografen war in den zurückliegenden Jahrzehnten bei „Blende“ noch nie so breit aufgestellt, wie aktuell. Seit Jahren ist „Blende“ der Fotowettbewerb, der generationsübergreifend alle Fotobegeisterten anspricht. Der jüngste Teilnehmer ist aktuell gerade einmal fünf Jahre und der älteste weit über 80 Jahre alt. So ein breites Spektrum an Teilnehmern hatte „Blende“ nicht immer. In den Anfängen von „Blende“ waren es vornehmlich Männer jenseits der 35 Jahre, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ sich der Herausforderung stellten und den Wettstreit suchten. Mit der Digitalisierung der Fotografie nahm nicht nur die Anzahl an jugendlichen Teilnehmern – die „Blende“ inzwischen als ihr Forum entdeckt haben – zu, sondern der Frauenanteil ging ebenso schrittweise nach oben. Noch liegt die Anzahl der teilnehmenden Männer um Haaresbreite vor den Frauen. Grund hierfür ist, dass die Anzahl der teilnehmenden Männer jenseits der 60 Jahre noch deutlich höher ist als die der Frauen.

Bildqualitäten gewinnen an Breite

Mit jedem neuen „Blende“-Ausschreibungsjahr gewinnt die Qualität der Bildeinsendungen von Jahr zu Jahr weiter an Breite. Dies ist ein ganz klares Indiz dafür, dass die Anzahl derer, die sich noch intensiver mit der Fotografie beschäftigt, kontinuierlich wächst. Interessant ist, dass sich Hobbyfotografen neue Motivwelten erschließen und hier insbesondere in der Dunkelheit. Astrofotografie ist ebenso absolut angesagt wie das Festhalten von Polarlichtern im hohen Norden. Festzustellen ist zudem, dass die Auseinandersetzung mit den thematischen Vorgaben ein neues Level erreicht. Diese ist wesentlich intensiver ausgeprägt als in den Anfängen von „Blende“.

Betrachtet man die Bildqualität der letzten 10 bis 20 Jahre, so stehen Mann und Frauen inzwischen auf der gleichen Stufe. Ob Frauen die thematischen Vorgaben auf eine andere Art interpretieren kann nicht festgemacht werden. Der fotografische Nachwuchs hat mit seinen neuen und auch mitunter ungewöhnlichen Sichtweisen bei „Blende“ für zusätzlichen „frischen Wind“ gesorgt. Hier inspirieren sich die „Blende“-Teilnehmer wirkungsvoll gegenseitig. Die fotografische Verspieltheit des Nachwuchses aus den Anfängen ist aktuell jedoch gewichen – große Ernsthaftigkeit prägen vielfach ihre Wettbewerbsbeiträge.

„Blende“ – Der Fotowettbewerb für Fotobegeisterte jeden Alters

„Blende“, ist der Wettbewerb für Fotobegeisterte aller Altersgruppen. Seit Jahrzehnten ist „Blende“ ein Trendbarometer für den Stand der Fotografie und damit ein wichtiges Zeitdokument. Die jährliche Gemeinschaftsaktion von Tageszeitungen und der Prophoto GmbH begeistert Teilnehmer, Veranstalter und Bildgenießer gleichermaßen.

„Blende“ bietet allen Amateurfotografen ein Forum und die große Chance, ihre Schaffenskraft zum Besten zu geben. Dazu gehört auch, mit Gleichgesinnten zu den thematischen Vorgaben in den Wettstreit zu treten. Dabei wachsen die Teilnehmer über sich hinaus und geben Zeugnis über ihr kreatives fotografisches Potential. Ihre Bilder sind allesamt fotografisch konservierte Augeneindrücke, die durch ihre Teilnahme an „Blende“ zudem den Raum der privaten Betrachtung verlassen und den öffentlichen Schauplatz betreten. Nur die Präsentation der „Blende“-Bildeinsendungen in den Galerien auf unserer Homepage erscheint uns ausbaubar. Deshalb zeigen wir – vielfach mit Unterstützung der „Blende“-Fotografen – auf, was notwendig ist, um zu so sehenswerten Aufnahmen, wie hier veröffentlicht, zu gelangen. Damit soll nicht zum Kopieren inspiriert werden, sondern motiviert werden zum eigenen Spiel mit Zeit und Blende. Weitere Informationen zum laufenden Fotowettbewerb „Blende 2017“.

Blende Informationen A-Z 09 / 2017

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