175 Jahre Fotografie - Die bunte Welt der Bilder auf der Tasse, in Fotobüchern bis hin zur XXL-Vergrößerung

personello, produktcollage print
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Das hätte sich der Erfinder der Fotografie Louis Daguerre vor 175 Jahren sicher nicht träumen lassen, welche Zauberdinge aus einem Foto alles werden können. Daguerre war froh, dass es ihm gelungen war, überhaupt ein dauerhaftes Foto herstellen zu können. Aus damaliger Sicht nicht auszudenken, dass Fotos heute den Alltag in unterschiedlichster Form begleiten – ob es die Kaffeetasse mit dem Bild der Liebsten ist, das Kopfkissen, auf dem der Sonnenuntergang des letzten Urlaubs prangt, oder die Spielkarten, auf denen einem die Kinder entgegenstrahlen.

In den Frühzeiten der Fotografie war jedes Bild ein Unikat und dementsprechend wertvoll. Zum Medium für eine breite Masse wurde die eigene Kamera erst mit den preiswerten und einfach zu handhabenden Fotoapparaten, wie der Kodak 1, die nach dem Motto „You press the button, we do the rest“ dem Fotografen nur das Auslösen der Kamera überließ. Er schickte die Kameras mit dem belichteten Film für 100 Bilder zurück in die Fabrik, wo die Fotos entwickelt und die Kamera mit einem neuen Film geladen wurde. So waren zum Ende des 19. Jahrhunderts die Voraussetzungen geschaffen, die es immer mehr Menschen ermöglichten, eine Kamera ihr Eigen zu nennen, um damit die wichtigsten Momente ihres Lebens im Foto festzuhalten.

Cewe Fotogeschenke, Hase
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Über lange Zeit beschränkte sich die Wiedergabe von Fotos auf Abzüge, die entweder die Wand schmückten, auf dem Nachttisch an die liebe Familie erinnerten oder aber fein säuberlich in Alben wanderten. Sie zählen für viele Menschen bis heute zu ihren größten Schätzen. Immer wieder sind es bei Umfragen die Fotografien, die Leute angeben, als eines der ersten Dinge bei Katastrophen wie Brand oder Hochwasser retten zu wollen.

Dass solche Schätze, auch, wenn Prints nach wie vor ein wichtige Rolle in der Fotografie spielen, noch viele andere Verwendungen finden können, das hat sich erst im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entwickelt. Heute sind sogenannte Mehrwertprodukte der Fotografie ein riesiger Markt mit einem weit gefächerten Angebot, das kaum Wünsche offen lässt und eine ganze Industrie hat entstehen lassen. Angefangen hat es unter anderem mit auf Folien gedruckten Bildern, die zum Beispiel auf Teller aufgeklebt werden konnten oder dem, fotobedruckten T-Shirts mit dem Bild von Freund oder Freundin. Angeboten wurden auch schon vor einigen Jahrzehnten Kalender, in die man, wie in Alben, seine Bilder selbst einkleben konnte.

Foto Poster XXL
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Der große Wandel kam mit der Digitalfotografie. Plötzlich standen Bilder als Dateien zur Verfügung und konnten einfach zu unterschiedlichsten Produkten verarbeitet werden. Damit tat sich eine neue wunderbare bunte Welt der Bilder auf, die fast unbegrenzte Möglichkeiten bot, die schönsten Fotografien in sein Leben zu integrieren. Vom Mousepad über das Puzzle, von der Tapete bis zum Kühlschrankmagneten, vom Schlüsselanhänger bis zur Schneekugel, alles kann – mit eigenen Bildern verziert – zum Fotogeschenk werden.

Um die Jahrtausendwende gründeten sich neue Unternehmen, die sich auf die Verarbeitung von Fotos spezialisierten, seien es die vielfältigen Fotogeschenke oder die breite Palette an Vergrößerungsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Trägermaterialien, wie Leinwand oder auf Acryl. Der Online Photo Finishing Markt ließ nicht nur neue Firmen entstehen, sondern er eröffnet auch manchem Großlabor, das unter dem Einbruch des analogen Printgeschäftes gelitten hatte, eine Kompensierung mit den neuen digitalen Geschäftsfeldern.

Pixum Fotoprodukte Mix
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Einen unvergleichlichen Siegeszug erlebte dabei vor allem das Fotobuch, das von jedermann für die unterschiedlichsten Anlässe leicht zu fertigen ist. Ob die schönsten Bilder des letzten Urlaubs zusammengestellt werden, die niedlichsten Babyfotos der Kinder die Seiten füllen oder ob man Familienbilder zu Weihnachten oder Jubiläen als Geschenk gestaltet – das Fotobuch ist ein Erfolgsgarant. Auch um die eigene Handwerkskunst zu zeigen, ein Rezeptbuch mit selbstgeschossenen Bildern zu kreieren oder die wertvollsten Stücke der eigenen Sammlung zu katalogisieren – das Fotobuch bietet sich als einfach zu realisierende und preiswerte Möglichkeit der Bildpräsentation an. Auch viele Fotografen nutzen das Fotobuch, um in Kleinstauflagen ihrer besten Arbeiten zu präsentieren und direkt zu verkaufen.

Heute sind die Möglichkeiten Fotografien zu verwenden, schier unbegrenzt und auch die Bestellmöglichkeiten sind vielfältig. Ganz herkömmlich kann der Kunde nach wie vor seine Wunschprodukte im Fotogeschäft bestellen oder aber, wie es immer beliebter wird, über das Internet ordern, in dem fast alle Anbieter von Fotobüchern und Fotogeschenken ihre Angebot bereitstellen. Inzwischen bietet sich auch die Möglichkeit, es einfach mit einer App über das Smartphone oder Tablet zu bestellen.

Die mannigfaltigen Ideen, die sich heute rund um das Foto realisieren lassen, um den Spaß am Bildermachen zu verstärken, zeigen, dass das Medium Fotografie auch nach 175 Jahren immer noch so überraschend und interessant ist wie in den Tagen seiner Entstehung.

Geschichte der Fotografie 05 / 2014

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