Postkarten - Schöne Grüße aus ...

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…der weiten Welt. Sie haben die Zeit bis heute überdauert: Trotz MMS, SMS, E-Mail oder anderen Internetversanddiensten von Bild und Wort ist die gute alte Postkarte als ein beliebter Gruß von Freunden und Familienmitgliedern an die Lieben zuhause nicht verschwunden und nach wie vor beliebt. Die Postkartenmotive des Eiffelturms, der Gondoliere in Venedig, die Composings der Sehenswürdigkeiten von Las Vegas – versehen mit einigen Worten – erfreuen dementsprechend als Nachricht im Briefkasten die Daheimgebliebenen. Die Fotografien auf den Vorderseiten der Postkarten lassen den Empfänger ein wenig an den Erlebnissen teilhaben und man freut sich, dass der Reisende an einen denkt und sich die Mühe gemacht hat, eine Postkarte auf den Weg zu schicken.

Vorläufer der Postkarte wie wir sie kennen, gab es schon vor Jahrhunderten. Von ersten offen lesbaren Mitteilungen, die per Post versandt wurden, war schon Ende des 18. Jahrhunderts die Rede. Allerdings dauerte es noch rund ein Jahrhundert, bis im Jahr 1865 die sogenannte offene Karte in Preußen eingeführt wurde; als reine Wortmitteilung diente sie vor allem dazu, den Besuch eines Handelsvertreters anzukündigen. Die damals Correspondenzkarte genannte Drucksache wurde 1872 in Postkarte umbenannt und kurz vor der Jahrhundertwende gewannen durch die Möglichkeiten neuerer Druckverfahren Ansichtskarten immer mehr an Bedeutung. Die Bildpostkarte mit Schönheiten und Sehenswürdigkeiten eines Ortes oder einer Region entwickelten sich zu einer beliebten Werbung für den Fremdenverkehr. Dem Aufschwung der Postkarte mit Bild kam auch das Fehlen der erst später zur Verfügung stehenden Bilder in Illustrierten und Zeitungen zugute. Der Erfolg der illustrierten Postkarte war sicher ebenfalls der zunehmenden Reiseleidenschaft zu verdanken. Für Reisefotografen waren Postkarten außerdem ein interessantes Erwerbsfeld, das sich durch die Bilderflut im Digitalzeitalter heute nicht mehr so lukrativ gestaltet. Dafür ermöglichte dies neue Formen der Postkarten – wer kennt die mit Kamera ausgestatteten Maschinen nicht in den touristischen Hochburgen. Damit war und ist es möglich, sein Abbild in Postkartenmotive zu integrieren und dementsprechend mit einer persönlichen Note zu versehen.

Mit den Errungenschaften des Mobilfunks und des Internets entstanden weitere neue Formen der Postkarte. So ist es seit geraumer Zeit möglich von unterwegs mit eigenen Bildern vom Handy seine Karte zu gestalten, an einen Dienstleister zu verschicken und davon eine Postkarte drucken zu lassen, die wie gewohnt den Empfänger durch den Briefträger erreicht. Gerade persönliche Fotos, in denen zum Beispiel die Großeltern eine Postkarte mit dem aktuellen Bild des Enkels im Sommerurlaub vor seiner Sandburg am Strand bekommen, machen besondere Freude und entsprechen dem gegenwärtigen Trend „weg von der Stange“. Alternativ kann man für seine Postkarten bei manchen Anbietern die verschiedensten Fotomotive auswählen und sie mit eigenem Texten versehen. Längst gibt es für diese moderne Art der Postkarten auch Apps, die einem bei der Gestaltung und dem Versand helfen. Für die mit eigenen Bildern gestaltete Postkarte kann zwischen unterschiedlichsten Größen gewählt werden, wie das klassische Postkarten- beziehungsweise Panoramaformat oder auch die Jumbo-Version.

Sicher haben die Möglichkeiten der digitalen Welt zu einem großen Rückgang von Postkarten geführt. Aber so wie zum Beispiel Glückwunschkarten zu Jubiläen immer noch vom Empfänger meist höher bewertet werden als eine E-Mail, so gilt dies auch für Postkarten, die in der Wertschätzung noch immer vor einer MMS oder Nachrichten mit Foto über Facebook bezeihungsweise Whatsapp rangieren.

Postkarten aus verschiedensten Zeiträumen haben sich schon früh zu einem beliebten Sammelgebiet entwickelt. Vor allem historische Stücke aus dem endenden 19. Jahrhundert und aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sind sowohl als Beleg der Fotografie anderer Zeiten interessant als auch als Dokument, wie Stadtbilder und Landschaften ehemals aussahen. Daraus hat sich ein großer Markt unter der Bezeichnung Philokartie zum Sammeln und Erforschen von Postkarten entwickelt, zu dem es Ansichtskartenbörsen ebenso wie Auktionen gibt. Auch manches Museum hat sich dem Thema Postkarten angenommen. So verfügt allein das Museum Neukölln über einen Bestand von 3.800 historischen Postkarten, die vor allen aus der näheren Region stammen.

Geschichte der Fotografie 09 / 2014

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1 Kommentare

Nach Angaben der Deutschen Post wurden 2013 immerhin noch 151 Millionen Ansichtskarten befördert. Und 51% aller Deutschen versenden sie noch: Die gute alte Postkarte. Weitere Zahlen und Fakten zum Thema Ansichtskarten standen jüngst in DER WELT unter http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article132287597/Alle-lieben-die-Postkarte.html Zum Thema Sammeln alter Ansichtskarten noch die Anmerkung, dass auch hier sich zunehmend die online Märkte gegenüber den klassischen Auktionen und Sammlerbörsen durchsetzen. Auf ebay und oldthing.de den größten deutschsprachigen online Marktplatz für historische Postkarten werden Millionen Aks zu jedem Ort, Dorf und Thema angeboten.

von Schrottmeyer Michael
17. September 2014, 14:23:06 Uhr

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