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Sonderpublikation “Fotogeschichte(n)” aus dem ersten Jahrhundert der Fotografie erzählt von Karl Steinorth

Die sportlichen Leistungen unserer Tage sind nicht vergleichbar mit denen, die Athleten vor hundert oder fünfzig Jahren erbrachten. Einer der Gründe ist die genaue Analyse der Bewegungsabläufe oder des Zusammenspiels von Teams. Genauestens studiert hat man Bewegungen schon in den frühesten Tagen der Fotografie und anhand von Bildserien Erkenntnisse darüber erlangt, wie sich sportliche Betätigung optimieren lässt. Einer der Vorreiter in der Darstellung von menschlichen Bewegungsabläufen war der deutsche Sportwissenschaftler und Filmpionier Ernst Kohlrausch, der dafür einen Apparat entwickelte, der Fotoreihen erlaubte. 1878 verfasste Kohlrausch, der Lehrer in verschiedenen Turnvereinen war, eine Arbeit mit dem Titel „Mechanik des Turnens“. Schon im Oktober 1890 bekam er ein Patent für seinen ersten chronophotogaphischen Apparat, der aus einem Rad bestand, an dem 24 Kameras befestigt waren. Setzte man das Rad in Bewegung wurde bei einer bestimmten Geschwindigkeit der Verschluss geöffnet, um die einzelnen Filmplatten zu belichten. 1894 entwickelte Kohlrausch ein verbessertes Gerät mit dem vorwiegend Turnübungen fotografiert werden sollten.

Für die Beobachtung und Analyse sportlicher Betätigung löste in der Mitte des 20. Jahrhundert die Filmkamera den Fotoapparat ab. Die vor allem den Brüdern Lumière zugeschriebene Erfindung der „lebenden Fotografie“ im Jahre 1895 hatte zuerst den professionellen Markt der Hollywoodspielfilme bis zum Dokumentarfilm erobert. In den 60-er Jahren wurde die 8mm- und später die Super 8 Kamera das Filmmedium der breiten Masse und eroberten auch die Trainingslager der Sportler. Abgelöst wurde der Schmalfilm dann in den 80er Jahren von der Videotechnik. Als Hilfe im Training war das bewegte Bild nicht mehr weg zu denken. Ob die ideale Haltung beim Skispringen, die präzisen Bewegungen für optimale Leistungen in der Leichtathletik oder die Schwimmtechnik der Leistungssportler – alles wird gefilmt und analysiert. Auch den Breitensport hat die Videotechnik längst erreicht, und es wird kaum einen Golfspieler geben, der in seinen Lehrstunden nicht die Aufnahmen seines Lehrers als Hilfe für den richtigen Schwung kennen gelernt hat.

Sportaufnahmen haben aber meist wieder zu ihrem ursprünglichen Aufnahmegerät, dem Fotoapparat, zurück gefunden. Denn vor einigen Jahren wurden die ersten videofähigen Fotokameras vorgestellt. Die Filmfunktion, ohne die heute kaum noch eine moderne Digitalkamera auskommt, hat es Lernenden und Lehrenden noch leichter und kostengünstiger gemacht, die bewegten Bilder als Trainingshilfe zu nutzen. Die sofortige und einfache Verfügbarkeit der Bilder lässt sogar in den Pausen der Teamsportarten, wie Fußball, Basketball oder Eishockey, noch Korrekturen der Strategie zu.

Geschichte der Fotografie 08 / 2014

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1 Kommentare

Stimmt genau. Seitdem ich mit Sportfotografie begonnen habe, bin ich kontinuierlich sobald ich Zeit habe am fotografieren. Auf der Seite hier findet man noch ein paar ergänzende Worte. http://www.spiegelreflexkamera-tests.de/sportfotografie-10-tipps-zum-schiessen-von-sportbildern/ Schaut einfach mal rein.

von Jonas
18. März 2015, 22:12:39 Uhr

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