BigLens - Größe einfach mal simulieren

BigLens - Basic Bearbeitung Bildgalerie betrachten BigLens – Basic Bearbeitung

Eines der wesentlichen Gestaltungsmerkmale in der Fotografie ist sicherlich der Hell/Dunkel-Unterschied. Aber gleich an zweiter Stelle kommt die Schärfe. Mit Schärfe lassen sich Hauptobjekte hervorheben, lassen sich Blicke im Bild lenken, umgekehrt mit Unschärfe Bereiche beim Betrachten des Bildes quasi als unwichtig markieren.

Nun ist das beim Fotografieren mit einem kleinen Digitalsensor so eine Sache. Da spielt es keine Rolle, ob es sich um die Kamera in einem Handy beziehungsweise Smartphone oder um eine kleine Kompaktkamera handelt. Sie haben alle die Eigenschaft, fast alle Bereiche des Bildes scharf abzubilden. Und wenn mal etwas unscharf ist, dann nur, weil gleich das ganze Bild verwackelt wurde. Aber die gezielte Unschärfe, die eine lange Brennweite mit großer Blendenöffnung (kleine Blendenzahl) einer DSLR oder einer kompakter Systemkamera mit sich bringt, die kann eine kleine Handykamera nicht. Es sei denn, man hilft ein wenig nach, zum Beispiel mit der App BigLens für iPhone und iPad.

BigLens simuliert genau das, was eine richtige Kamera mit einem ordentlichen Objektivpark mit großen Anfangsöffnungen auch kann: Die App stellt Objekte vor einem unscharfen Hintergrund in den Vordergrund. Und dabei entsteht auch noch ein ansehnliches und austauschbares Bokeh – so nennt man die Unschärfe-Muster. Nicht zu verwechseln ist diese Unschärfe mit dem Miniatur-Effekt, der sich mit Tilt/Shift-Objektiven oder Apps erzielen lässt.

Das kleine Programm kann entweder Bilder aus dem Speicher oder neu aufgenommene Fotos verarbeiten. Allerdings muss der Benutzer der App schon sagen, welcher Bereich später scharf und welcher unscharf sein soll. Zum Markieren gibt es zwei Möglichkeiten. „Basic“ bietet einen Kreis oder eine gerade abgeschlossene Teilfläche, die vergrößert oder verkleinert und natürlich beliebig verschoben werden kann und die später den scharfen Bereich des Bildes darstellt.

Im Modus „Advanced“ kann der User mit Pinsel, Lasso, Auto-Fill und Radierer zu Werke gehen und so den scharfen Bereich genau vom unscharfen trennen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Blende, Filter und sogar das Bokeh des imaginären Objektivs anzupassen. Nett ist außerdem die Möglichkeit, das bearbeitete Bild mit dem Originalbild vergleichen zu können.

Ein Schalter HDR+ macht aus jedem Bild ein bisschen HDR, indem der Hell-Dunkel-Unterschied etwas ausgeglichen wird. Vor allem wenn ein Foto nicht optimal belichtet ist, lässt sich so ein bisschen Qualität dazu zaubern. Die Möglichkeit, aus einer ganzen Reihe von Störungsfiltern auswählen zu können, gehört inzwischen bei den meisten Programmen zum Standard und fehlt auch bei BigLens nicht.

Nach Abschluss der Bearbeitung lassen sich die Fotos speichern, verschicken, bei Picasa, Dropbox oder Facebook hochladen. Leider funktioniert die App nur im Hochformat. Das macht längeres Arbeiten etwas anstrengend, zumal die meisten iPad-Hüllen ein Aufstellen nur im Querformat ermöglichen.

BigLens für iPhone und iPad (0,79 Euro), ab iOS 4.0
Downloadgröße 13,2 MB, Entwickler: Reallusion Inc. Aktuelle Version 1.0.1502.1
http://itunes.apple.com/de/app/big-lens/id470460905?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 04 / 2012

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