Foto-App Auto Cam - Die entscheidenden Sekunden

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Ein Selbstporträt, das mit dem iPhone gemacht wird, steht und fällt mit der Armlänge des Fotografen, der sich selbst ablichten möchte. Diese Bilder sind hinlänglich bekannt, da wird mit ausgestrecktem Arm von rechts oben aufs Gesicht gezielt und womöglich noch eine Schnute gezogen. Dabei geht es auch anders – mit einem Selbstauslöser.

Wer sich in den sozialen Netzwerken umsieht, kommt nicht um sie herum: „Duckfaces“, Bilder, mit langem Arm und Smartphone aufgenommen, dazu eine Schnute, die bei jedem Betrachter unfreiwillig Assoziationen mit einer Ente wecken. An der Schnute kann freilich nur die Person, die sich so selbst ablichtet, etwas ändern. Aber für das andere Problem, den langen Arm, gibt es – natürlich – eine Lösung. Auto Cam – Selbstauslöser heißt die kostenlose Foto-App aus Apples App Store.

Die mitgelieferten Extras dieses kostenlosen Programms sind nicht allzu üppig, aber für das Grundlegende reichen die Einstellmöglichkeiten aus. Das Wichtigste ist ohnehin der Selbstauslöser. Der lässt sich in Fünf-Sekunden-Schritten für Verzögerungen von bis zu 20 Sekunden einstellen. Das sollte reichen, sich selbst vor der Kamera in Positur zu werfen. Aber nicht nur für Selbstaufnahmen ist die verzögerte Auslösung sinnvoll, auch Nachtaufnahmen gelingen damit ohne Verwacklungen. Einfach das iPhone irgendwo aufstellen, beispielsweise auf einer Mauer, einer Bank, dem abgestellten Rucksack oder einem kleinen Stativ, ausrichten, fünf Sekunden Verzögerung einstellen und auslösen. So gelingen verwacklungsfreie Aufnahmen auch bei langen Belichtungszeiten.

Die Einstellmöglichkeiten der App halten sich einigermaßen in Grenzen. In einem Menü lassen sich Sättigung, Kontrast und Farbe rudimentär einstellen, auch die Helligkeit kann verändert werden, allerdings gibt es da nur eine Option „heller“. Beim Weißabgleich gibt es drei Optionen, dazu kann das Gamma verändert werden. Allerdings gibt es keine Regler oder Anzeigen, es verändert sich nur das Vorschaubild. Wirklich befriedigend ist das nicht, aber es funktioniert einigermaßen. Ganz nett sind noch die Filter für Vignette, das Abdunkeln des Bildrandes, oder einen Tilt-Effekt, bei dem die aufgenommene Szenerie dann aussieht wie eine Modellbahnlandschaft. Es empfiehlt sich aber, an den Einstellungen nicht viel zu ändern und stattdessen das Bild nach der Aufnahme zu bearbeiten.

Die Bilder werden in nativer Auflösung abgespeichert. Eine Anbindung an soziale Netzwerke fehlt, am besten, das Foto also in einer Bildbearbeitung öffnen, zurechtschneiden und dann von dort aus an die Online-Welt verteilt.

Auto Cam – Selbstauslöser für iPhone (gratis) ab iOS 5.0, Downloadgröße 10 MB, Entwickler: Dominic Rodemer. Aktuelle Version 2.0
https://itunes.apple.com/de/app/auto-cam-selbstausloser/id357475077?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 07 / 2013

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