Foto-App Shuttersong - Bilder mit Sound

Foto-App Shuttersong, Anmeldung Bildgalerie betrachten

Filme nachträglich vertonen, klar, kennt man seit der Super-8-Ära in den 1970er-Jahren. Heute am Computer ist das keine Kunst mehr. Aber einzelne Standbilder mit Ton? Schon irgendwie anspruchsvoller, oder? Naja, um ehrlich zu sein: Es ist ein nettes Feature mit mindestens ein paar offenen Fragen. Die Foto-App Shuttersong für iPhone (läuft auch auf dem iPad) kombiniert Musik und Bild.

Foto-App aufrufen, ok, der große Feuerknopf in der Mitte erzeugt das Bild und – Obacht! – sofort danach werden ein paar Sekunden Ton aufgenommen. Ist das sinnvoll? In der Disco vielleicht, am Meer oder wenn gerade der Düsenjäger vorbeizieht, wobei dann die Foto-App schon wieder ein bisschen langsam ist. Am Hafen aus dem Ghettoblaster den Soundtrack von „Das Boot“ laufen lassen. Da sind auf jeden Fall mal die verwunderten Blicke sicher. Wir haben im heimischen Wohnzimmer getestet, die Stereoanlage auf jenseits der Zimmerlautstärke aufgedreht und eine CD abgelichtet. Mit unmöglichem Soundtrack (Heavy Metal) und dem passenden Soundtrack. Wozu braucht man das? Es funktioniert und wenn man jemandem eindeutige Botschaften übermitteln will – alles ok.

Nicht gerade leicht zu finden ist in der App der unten rechts in der Ecke versteckte Button, der es ermöglicht, auf bereits gespeicherte Bilder zuzugreifen. Da fällt dann die Songauswahl schon einmal leichter. Bild heraus gekramt, Play an der Fernsteuerung gedrückt, das Flugzeug ist da und „Aces High“ brüllt’s durchs Wohnzimmer. Ein wunderbares Spielzeug. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass die Soundqualität über das eingebaute Mikrofon nicht gerade gut ist, aber ok, die Qualität wird auch nicht wesentlich schlechter, wenn es in Richtung ohrenbetäubend geht. Hört sich immer irgendwie nach Kassettenrekorder an, egal, wie teuer die Anlage war, die die Musik liefert.

Soviel zu den Facts, jetzt zu den Fragen. Wer die App startet, wird mit einer Anmeldemaske empfangen. Eine E-Mail-Adresse wird verlangt. Vermutlich die eigene. Direkt darunter ein Passwort. Das sollte wohl nicht das zum Mail-Konto Gehörige sein. Erklärungen? Aufklärung? Hinweise? Nicht vorhanden. Wir geben einen willkürlichen Buchstaben-Zahlen-Salat ein und dann kann es losgehen. Wie beschrieben, Auslöser drücken, Soundtrack aufnehmen und anschließend wird das ganze verwurstet und dann – gespeichert. Wo? Man weiß es nicht. Danach kann das eigene Werk versendet werden. Nicht wirklich, nur der Link des eben Aufgenommenen.

Es bleiben wichtige Fragen ungeklärt. Wo bitteschön wandert das alles hin? Ok, auf eine Website. Wem aber gehört das alles jetzt? Und was passiert eigentlich, wenn der User Musik benutzt, die urheberrechtlich geschützt ist? Wer bezahlt die Rechnung an die Gema? Der Nutzer? Der Betreiber der Seite, auf der alles landet? Oder niemand? Das Spielzeug ist nett, aber alles in allem auch ein bisschen gefährlich. Prädikat: Lieber nicht.

Shuttersong für iPhone (gratis), ab iOS 5.1
Downloadgröße 6,7 MB, Entwickler: Shuttersong Inc., Aktuelle Version 1.0
https://itunes.apple.com/de/app/shuttersong/id700873970?mt=8

Aces High: http://a.sso.ng/1/fcb9beb0c200
Passende Musik: http://a.sso.ng/1/949beb6b3ec8
Unpassende Musik: http://a.sso.ng/1/c70a88524207

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 11 / 2013

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