iPhone-Foto-App Carbon: Schwarzweiß mit Eleganz und Hürden

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Die schlichte Eleganz der Schwarzweißfotografie greift die Foto-App Carbon für iPhone und iPad auf. Das Programm ist zurückhaltend, stellt das Bild in den Mittelpunkt, kann sich aber auch nicht ganz von den Trends lösen. Und so kommen mit Carbon auch eine Reihe teils kostenpflichtiger Spielereien, über deren Nutzen man sich streiten kann.

So zurückhaltend die Foto-App Carbon aussieht, mit einer kleinen Navigation und ziemlich schmal gestalteten Bedienflächen, so plump gehen die Macher am Anfang zunächst einmal auf Datenjagd. Denn beim ersten Start wird der Nutzer aufgefordert, sich zu registrieren. Wozu, das wird nicht erklärt. Weil der Schritt einfach zu überspringen ist, wissen wir auch nicht, wie viele ungefragte Spam-Nachrichten eine Registrierung nach sich ziehen würde.

Das sieht im zweiten Schritt dann schon anders aus. Denn wer überhaupt einmal zum Programm vordringen möchte, wird genötigt, der Option „Push-Nachrichten erhalten“, zuzustimmen. Und wieder stellt sich unweigerlich die Frage: Was will diese App dem User mitteilen? Wichtig kann es nicht sein, trotzdem gibt es nur die Möglichkeit, hier zuzustimmen. So gut Carbon auch sein mag, schon hier haben die Programmierer ihren Kredit für uns verspielt. Zum Glück ist die Zustimmung in der App eine Sache, Apples Betriebssystem iOS will das aber vom Nutzer auch noch einmal bestätigt haben und hier kann man dann einfach keine Benachrichtigungen zulassen.

Wer diese wirklich unnötigen Hürden überwunden hat, wird angenehm überrascht sein. Denn genauso plump, wie Carbon an die Daten der Nutzer kommen will, genauso Elegant kommt die Foto-App daher. Der größte Teil des Touchscreen ist dem Bild vorbehalten, Spielereien gibt es auch, aber die sind an die Ränder verbannt. Carbon liefert eine komplette Bildbearbeitung. Das macht das Arbeiten mit der App eigentlich sehr angenehm.

Schwarzweiß werden Bilder nach dem Prinzip von Filtern. Es gibt verschiedene Modi, die sich über einen kleinen Schieberegler in der Intensität anpassen lassen. Die Effekte werden in Echtzeit dargestellt. Die App ist zwar gratis, wer aber den kompletten Funktionsumfang nutzen möchte und mehr Optionen bei der Umwandlung in Schwarzweiß nutzen will, muss entsprechende Pakete dazu kaufen.

Zusätzlich kann die Textur des Bildes angepasst werden und unter „Bokeh“ gibt es einige verträumte Effekte, wie mit Licht und Unschärfe spielen. Wer es nicht schafft, ein Bild so aufzunehmen, dass Licht frontal ins Objektiv fällt und das Hauptmotiv trotzdem erkennbar ist, der kann hier digital nachhelfen. Wobei das inzwischen viele Apps können. Insgesamt können die fotografischen Effekte aber überzeugen, die Foto-App liefert das, was sie verspricht.

Am Ende können Bilder direkt aus der App heraus geteilt werden, sonst gibt es natürlich auch die Möglichkeit, Bilder zu speichern. Und wie bei allen Programmen bieten die On-Board-Mittel des Betriebssystems von Apple alle weiteren Optionen zum Teilen und Versenden.

Carbon für iPhone und iPad (gratis), ab iOS 9.0
Downloadgröße 89 MB, Entwickler: Pixel Sheep Studio, Version 6.7
https://itunes.apple.com/de/app/carbon-schwarz-wei%C3%9F-filter/id1152477906?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 11 / 2017

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