iPhone-Foto-App Color Pop Effects: Einfach gestrickt ohne Spaßfaktor

Die Werkzeugspitze funktioniert auch halbtransparent - aber immer nur rund Bildgalerie betrachten

Die Werkzeugspitze funktioniert auch halbtransparent – aber immer nur rund

Wenn es nach den Bewertungen gehen würde, dann müsste die Foto-App Color Pop Effects ein echter Überflieger sein. Ist sie aber nicht und es stellt sich die Frage, wie diese Bewertungen in Apples App-Store denn zustande kommen. Genügt es vielleicht, dass die App kostenlos ist?

Klar, Color Pop Effects kostet nichts. Aber die App ist auch ziemlich einfach gestrickt, ohne Finesse, auf einfachste Art und Weise programmiert. Trotzdem haben sage und schreibe 27.500 User diese App bereits bewertet und ihr im Durchschnitt viereinhalb von fünf möglichen Sternen gegeben. Da sind die Erwartungen hoch. Aber das Ergebnis ist allenfalls befriedigend.

Das Prinzip dieses Programms ist schnell erklärt. Man kann Teile eines Farbbilds schwarzweiß machen, um den so genannten Color-Key-Effekt zu erzielen, also ein farbiges Element in einem Schwarzweißfoto. Soweit so gut. Aber die Umsetzung, die ist lieblos, einfach und man mag sagen: billig. Dabei gibt es auch ein kostenpflichtiges Upgrade, mit dem man sich ein Reparaturwerkzeug an Bord holt, mit dem man einzelne Teile eines zuvor in schwarzweiß umgewandelten Bildes wieder farbig machen kann. Ansonsten radiert der User quasi die Farbe aus und belässt einen farbigen Teil.

Dass das alles keinen richtigen Spaß macht, liegt zum einen an der Tatsache, dass die App auch am iPad nur im Hochformat funktioniert. Gerade wenn man längere Zeit an einem Projekt arbeitet, möchte man das iPad vielleicht einmal schräg vor sich aufstellen. Die erhältlichen Hüllen für das Gerät sind ja nicht umsonst für das Querformat gestaltet. Bringt bei dieser App aber nichts. Und selbst wenn man sich dem Diktat der Ausrichtung beugt gibt es noch ein ganz gravierendes Problem. Denn die Farbe wird mit einer Art Pinsel entfernt, wie man ihn von vielen Programmen kennt. Problem eins dabei: Er ist immer rund, die Größe ist einstellbar, aber eben nicht die Form. Bei Ecken und Kanten macht das die Sache nicht leichter.

Zweites Problem: Der Pinsel ist direkt unter dem Finger. Da kann man ans Finetuning gehen, das Bild vergrößern und den Pinsel verkleinern, das Problem bleibt: Man sieht einfach nicht, wo man genau arbeitet, denn genau da ist ja der Finger. Dass das anders geht indem ein Versatz eingebaut wird, ist hinlänglich bekannt. Es scheint, als sei dafür einfach der Aufwand zu groß gewesen.

Und dann wäre da noch der dritte Kritikpunkt was das Werkzeug betrifft. Es wäre ja wirklich nett, wenn das Arbeitsgerät klaren Linien folgen würde, also eine Art Magnet-Funktion mitgeliefert würde. Klar, muss bei Objekten mit vielen Kurven nicht sein. Wer aber einen geraden Strich nachzeichnen will und das noch mit einer runden Werkzeugspitze wünscht sich nichts sehnlicher als eine kleine Hilfe. Aber: Fehlanzeige.

So bleibt als Fazit nur, dass Color Pop Effects nichts kostet, aber leider auch nicht viel bietet. Der angebotene Funktionsumfang funktioniert, aber so wirklich erfüllend ist das nicht. Ausprobieren kostet immerhin nichts, das ist ja schon einmal was. Wer das Update will, muss übrigens aufpassen. Denn zuerst einmal wird da kein Preis angezeigt, der erscheint erst bei der Zahlungsbestätigung im App Store. Da kann man sich das dann noch einmal überlegen, aber die feine Art ist das nicht. Das kostenpflichtige Upgrade entfernt dann auch den Werbeaufdruck auf dem fertigen Foto.

Color Pop Effects für iPhone und iPad (gratis), ab iOS 8.0
Downloadgröße 23,5 MB, Entwickler: Kite Games Studio, Version 3.7
https://itunes.apple.com/de/app/color-pop-effects-black-white/id940508574?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 05 / 2016

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1 Kommentare

Es wäre für mich schon deshalb kein "Überflieger", weil die "Malerei" auf dem iPhone nicht einfach ist und weil es Programme gibt , welche das "Gestalten mit dem Holzhammer" also mit Color Key, einfacher machen. Dort reicht ein Fingerklick oder das Programm macht dies automatisch. Ein Überflieger ist und bleibt an 1. Stelle Snapseed. Ich habe 40 Foto-Apps auf dem iPhone, aber dieses ist das meist genutzte, auch wenn dann eventuell noch 2 oder 3 andere Programme beim Bild zum Einsatz kommen.

von Detlev Motz
18. Mai 2016, 09:50:46 Uhr

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