Foto-App Bokehful - Gespieltes Gegenlicht

Die Gestaltung des Menüs ist nicht besonders übersichtlich
Als Bokeh wird in der Fotografie die Form der Unschärfe in einem Foto bezeichnet. Wer mit offener Blende ein Bild macht, erhält den Hintergrund unscharf, Lichter erscheinen oft in Form von Kreisen, manchmal auch verzerrt oder gar als Mehrecke. Die Form der Unschärfe wird Bokeh genannt. Manche Objektive zeichnen sich durch besonders schönes Bokeh aus. Die Foto-App Bokehful liefert etwas Ähnliches – wenn man es wohlwollend betrachtet.

Farben wie im Musterbuch
Bokehful für das iPhone und iPad ist eine äußerst spartanische Foto-App, die obendrein am iPad nur im Hochformat funktioniert. Und die Ergebnisse sind auch nicht wirklich besonders sehenswert. Wenn sie eben kein Bokeh zeichnen kann, was macht die Foto-App dann? Sie liefert Lichteffekte und die wahlweise als Kreis, Stern, Sechseck oder Herz. Aber die Bedienung ist eher verwirrend und nicht wirklich zielgerichtet.

Zum einen funktioniert die Foto-App am iPad nur im Hochformat. Nicht gerade ideale Voraussetzungen, die Tablet-User glücklich zu machen – aber dieses Problem kann man ja auch mal großzügig übersehen. Ansonsten zeigt die Foto-App im unteren Bereich mehrere Schaltflächen, auch wenn die für die Form zumindest ein noch ordentliches Sehvermögen voraussetzen. Die Größe der Effekte lässt sich nicht ändern, aber da zumindest mal die Farbe. Am linken Rand findet sich ein Farbkreis und wer darauf tippt, erhält nicht etwa eine Farbfläche, um so seine Wunschfarbe zu wählen, sondern eine Optik wie aus einem Musterfarben-Buch. Ohne den Quellcode der App angesehen zu haben, drängt sich der Verdacht auf, der Programmierer hat in endlosen Kolonnen jede Farbe einzeln per Hand programmiert. Man kann immer nur einen Streifen mit mehreren ähnlichen Farben wählen.

So kann ein fertiges Bild aussehen
Diese Farben zeigt Bokehful dann am rechten Rand, vier Farbflächen untereinander und daneben noch ein Farbfeld, das aus eben diesen Farben zusammengesetzt ist. Und jetzt kommt’s: Streicht man mit dem Finger in verschiedenen Richtungen über dieses kleine Farbfeld, ändert sich die Anordnung. Wie genau, war uns nicht ganz klar, aber wenn man von unten nach oben darüber streicht, dreht sich die Reihenfolge offenbar um. Beim ersten Mal, beim zweiten Mal wird’s seltsam.

Am Ende lassen sich Bilder speichern oder teilen
Das sieht ganz gut aus, auch wenn die Schaltflächen wie schon erwähnt nicht gerade motivierend wirken. Aber dann kann’s ja losgehen. Wir streichen langsam mit Sternen übers Bild, es erscheint eine Stern-Spur. Zielen? Nicht wirklich möglich, die Streuung ist ziemlich grob. Dichte? Naja, als wir am Ende langsamer werden, verdichtet sich die Stern-Spur. Und die Farbe? Ja, die Farbe ist so eine Sache. Wir probieren lange und kommen dann endlich hinter das Geheimnis. Sobald man eine Spur mit einer der vier Formen zieht, verändern diese ihre Farben über die Bildbreite entsprechend der Anordnung auf dem Farbfeld. Dafür gibt es dann keine einfarbigen Effekte, mindestens zwei Farben sind immer beteiligt.

Insgesamt bietet Bokehful ein wenig Spielerei, ist aber nicht wirklich ansehnlich programmiert und auch der Spaßfaktor hält sich in Grenzen. Keine Foto-App, die wir unbedingt empfehlen würden.

Bokehful für iPhone und iPad (0,89 Euro), ab iOS 4.3
Downloadgröße 3,4 MB, Entwickler: David Boyes, Aktuelle Version 1.6
https://itunes.apple.com/de/app/bokehful/id541491242?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 01 / 2015

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