Foto-App Facetune - Tuning fürs Porträt

Kleines Tutorial gleich zu Beginn Bildgalerie betrachten

Foto-Apps zur Bildbearbeitung gibt es ja wie Sand am Meer. Wer sich aber nicht in endlosen Menüs verlaufen möchte, sollte hin und wieder zu Spezial-Foto-Apps greifen. Zum Beispiel zu einer Foto-App, die dafür gemacht ist, Porträts zu optimieren so wie Facetune. Wiewohl auch die jede Menge Werkzeuge mitbringt – und sogar einen Satz Filter.

Mit der Beschränkung aufs Wesentliche ist das manchmal so eine Sache. Was ist wesentlich? Und was ist überflüssig? Facetune aus Apples App Store konzentriert sich zumindest auf Porträts und der Nutzer kann sich aufs Wesentliche konzentrieren – auch, wenn das Programm mit einem ziemlich großen Satz Werkzeuge daher kommt. Die Frage, die sich dann stellt: Was ist noch Pflicht und was ist schon Kür?

Auf jeden Fall zur Kür gehören die vielen Hinweise, die das Programm liefert. Auf Deutsch wird erklärt, wie man welches Werkzeug anwendet, beim ersten Programmstart gibt es Hinweise, wie man sich erst einmal zurechtfindet, was das Arbeiten in jedem Fall einfacher macht. Immerhin stehen in der Symbolleiste gleich elf Menüpunkte zur Auswahl. Insgesamt ist die Foto-App eher elegant-zurückhaltend gestaltet, was aber gleichzeitig auch heißt, dass die Schaltflächen bereits die minimale Größe erreicht haben, gerade noch so, dass man sie problemlos auswählen kann. Wobei die Beschriftung auch ruhig eine Nummer größer hätte sein dürfen.

Schaut man sich die Werkzeuge an, vermisst man eigentlich nur eines, eines, das nicht ganz unwichtig ist: ein Beschnitt-Werkzeug. Wer sein Foto also erst einmal in Form bringen möchte, muss zwangsläufig wieder auf eine zweite Foto-App ausweichen. Aber vielleicht gehört das bei einer reinen Porträt-App dazu, solche Dinge einfach mal wegzulassen. Auch Farbtemperatur und Weißabgleich lassen sich originär nicht mit Facetune einstellen, wohl aber mit dem einen oder anderen Werkzeug verändern.

Was ist also möglich? Rote Augen können entfernt werden, Fältchen geglättet, Retusche ist möglich und ein wenig lassen sich auch Farbtöne lokal anpassen. Das ist schon einmal die halbe Miete, und die Werkzeuge sind insgesamt durchdacht gestaltet. Zum Beispiel das Werkzeug zum Überlagern, mit dem sich Bereiche wegstempeln lassen, wie beispielsweise ein störendes Piercing. Die Tipps beim Aufrufen des Werkzeugs bringen gleich noch eine Erkenntnis mit: Man kann Ursprungs- und Zielgebiet drehen und so eine bessere Übereinstimmung erreichen. Die Größe des Werkzeugs lässt sich einfach mit zwei Fingern wählen, die Position mit einem Finger festlegen. Bei anderen Arbeitsschritten gibt es Regler, mit denen Pinselgröße und Intensität festgelegt werden können.

Bei allen Arbeitsschritten lässt sich ganz einfach das Originalbild zum Vergleich wieder anzeigen und wer einmal danebengegriffen hat, kann einfach einen oder mehrere Schritte zurückgehen – und auch wieder nach vorne, wenn man es sich dann doch noch anders überlegt.

Wenn auch das Beschnitt-Werkzeug fehlt, ein wenig kann das Bild am Ende dann doch noch in Form gebracht werden. Facetune bringt eine ganze Reihe von Rahmen mit, die sich in ihrer Größe, also Rahmenstärke, anpassen lassen. Leider ist es dabei nicht möglich, den Ausschnitt des Bildes zu verändern, es lässt sich nur von allen Seiten gleichmäßig vom Rahmen überdecken.

Und noch etwas fällt positiv aus: Auch Filter-Verweigerer werden sich vielleicht einmal die umfangreiche Galerie mit Filtern anschauen. Denn die bieten die Möglichkeit, das Bild so anzupassen, dass es nicht gleich wie eine Lomographie aussieht. Alle Filter können in ihrer Intensität angepasst werden, indem man einfach horizontal über das Bild streicht: Nach links nimmt die Stärke ab, nach rechts nimmt sie zu. Und auch, wenn die Filter erst einmal durch ziemlich bunte Symbole dargestellt werden, ist damit ein umsichtiges Anpassen des Porträts möglich.

Facetune hält, was es verspricht. Es ist ein recht durchdachtes Werkzeug, um damit Porträts aufzupeppen. Die Bedienung ist recht einfach und die vielen Anleitungen und Hinweise sind clever eingestreut, so dass sich auch neue User damit leicht zu Recht finden.

Facetune für iPhone (ab iPhone 4) und iPad (2,69 Euro), ab iOS 6.0
Downloadgröße 45,5 MB, Entwickler: Lightricks, Aktuelle Version 2.5
https://itunes.apple.com/de/app/facetune/id606310581?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 09 / 2014

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2 Kommentare

Ich habe diese App auch und bin begeistert. Zum Thema "Beschnitt": Schaut mal unter dem Menüpunkt "Bildformat" - ich zumindest habe dort auch die Möglichkeit, das Bild zu beschneiden ;)

von Susann Albrecht
23. September 2014, 10:24:04 Uhr

Habe diese App auf dem IPad im Gebrauch und muss sagen sie ist jeden Cent wert! Für schnelle Retusche und Nachbearbeitung echt Klasse.

von Ewald Noy
17. September 2014, 21:25:25 Uhr

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