Foto-App Litely - Gefühlvolle Effekte

Mit den Effekten ist es im Prinzip ja wie mit Süßigkeiten: Ganz lecker, aber zu viele machen Bauchschmerzen. Die Foto-App Litely für iPhone und iPad zeigt dabei ganz gut, dass sich Filter auch mit Gefühl einsetzen lassen. Leider hat das Programm auch einige Schwächen, die den Genuss dann wieder trüben.

Schottische Filter-Beschriftung
Mit den Farben und Filtern klappt das ganz gut bei Litely. Und zumindest das mitgelieferte Filterset kann beim Test überzeugen – es sind eben nicht die knalligen Effekte, sondern mit Maß und Ziel eingesetzte Veränderungen. Auch die Ausgabe ist ordentlich, die Fotos werden in recht hoher Auflösung ausgegeben. Um es zu konkretisieren: Bilder werden nach der Bearbeitung mit einer Kantenlänge von 3.000 Pixel verschickt – auch, wenn sie vorher weniger hatten. Da mag man sich über die hohe Auflösung freuen, wirklich sinnvoll ist das aber nicht. Wer also ernsthaft mit der Foto-App arbeiten möchte, sollte die eingelesenen Bilder gleich richtig dimensionieren, so dass Vergrößerungen vermieden werden. Denn wirklich mehr Pixel kann die Foto-App natürlich zu keinem Bild hinzufügen, allenfalls vorhandene Pixel wiederholen, also interpolieren, und so das Bild vergrößern.

Das Beschnittwerkzeug kennt nur das Quadrat
Was an der Foto-App aber fortwährend stört, ist die Tatsache, dass sie nicht flüssig läuft. Als Nutzer muss man sich dementsprechend auf Geruckel und zeitverzögertes Ansprechen bei seinen Eingaben einstellen. Offenbar frisst Litely jede Menge Prozessor- und Speicherkapazität. Und da kann die Lust dann doch wieder schnell vergehen. Zudem funktioniert das Programm nur im für das Tablet ungünstigen Hochformat, aber da immerhin beidseitig – man kann das Gerät also auch auf den Kopf drehen, so man denn will.

Vergleich Vorher und Nachher
Was allerdings wirklich völlig sinnfrei ist bei dieser Foto-App, ist die Benennung der Filter. Das mitgelieferte Set offenbart nur, dass der Programmierer wohl Schottland-Fan ist, anders lassen sich „Heidekraut“ und „Schottenkaro hoch“ nicht erklären. Es bleibt nichts anderes übrig, als einmal die Filterliste durchzugehen. Das aber geht ganz bequem, die Filter lassen sich hoch- und runterscrollen und werden auch ziemlich schnell angezeigt.

Fotos teilen
Nicht der Rede wert, ist dagegen die Bildbearbeitung, falls man sie so nennen will. Immerhin kann dort das Bild entsättigt werden, falls doch einmal zu viel Farbe ins Foto gekommen ist. Die Vignette aber ist eher unbrauchbar, beschneidet sie doch nur einen kleinen Rand in den Ecken und obwohl wie bei allen Einstellungen sowie Filtern auch hier die Intensität verstellt werden kann, sieht das Bild irgendwie eher beschnitten als vignettiert aus. Und auch das Beschnitt-Werkzeug kann überhaupt nicht überzeugen. Abgesehen davon, dass der Programmierer (oder Übersetzer) offenbar den Unterschied zwischen Rechteck und Quadrat nicht kennt, ist es nur möglich, das Bild quadratisch zu beschneiden. Immerhin lässt sich der Ausschnitt verschieben, vergrößern oder verkleinern ist allerdings nicht möglich.

Bei aller Kritik gibt es aber auch etwas Löbliches bei dieser Foto-App. Und das ist die Möglichkeit, Originalfoto und bearbeitetes Foto nebeneinander zu vergleichen – in einem Foto. Wer mit zwei Fingern über das Bild streicht, erhält es diagonal geteilt, auf der linken Seite wird das Original angezeigt, rechts von der Trennlinie das bearbeitete Bild. Leider lässt sich die Trennlinie nicht verschieben, sie ist immer mittig und diagonal. Wenn das Gerät sich da erst einmal durch den Datenwust gekämpft und die Anzeige berechnet hat, kann man so schön vergleichen, was aus dem Foto geworden ist.

Litely für iPhone und iPad (1,79 Euro), ab iOS 7.0
Downloadgröße 14,7 MB, Entwickler: Litely, Aktuelle Version 1.0.4
https://itunes.apple.com/de/app/litely/id850707754?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 08 / 2014

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