Foto-App PicsaStock - Bilder verkaufen fast für nichts

Verkaufen für mitunter ziemlich wenig Geld Bildgalerie betrachten

Hört sich doch super an: Bilder hochladen in eine Datenbank und wenn jemand das Bild kauft, gibt es Geld dafür. Stockfoto-Datenbanken nennt sich sowas und es gibt sie inzwischen zuhauf. Allerdings gibt es oft einen Haken, und zwar keinen unwichtigen. Es geht ums Geld.

PicsaStock hat seine App erneuert und dafür eigens eine Pressemitteilung verschickt. Endlich problemlos Bilder vom iPhone oder iPad in die Datenbank laden und dann heißt es nur noch: warten. Warten, bis Kunden die Bilder kaufen und verwenden. Das kann schnell gehen, aber das heißt nicht, dass der Fotograf auch Geld bekommt. Denn der Teufel steckt im Detail. In den Nutzungsbedingungen und dort im Punkt „Compensation“.

PicsaStock ist eine deutsche Firma mit Sitz in Berlin, die Nutzungsbedingungen, die mit der App geliefert werden, sind aber in Englisch. Und es empfiehlt sich, dort genau nachzulesen, um was es eigentlich geht. Denn wer seine Bilder dort hochlädt, gibt sie aus der Hand. Und erhält vielleicht nur eine minimale Entschädigung dafür. Wieso eigentlich?

Das Geschäftsmodell von PicsaStock sieht verschiedene Lizenzen für den Erwerb von Fotos vor. Im Idealfall kostet ein Foto 60 Euro, der Fotograf erhält davon die Hälfte, also 30 Euro. Allerdings ist das die Nonplusultra-Lizenz, mit der das Bild in der Werbung, beispielsweise auf Plakatwänden, verwendet werden darf. Für fast alle anderen Anwendungen gibt es aber ein ganz anderes Geschäftsmodell in Form einer Mitgliedschaft, wie es von vielen Stock-Agenturen angeboten wird.

Eine Mitgliedschaft ist in diesem Fall die nette Umschreibung eines Abonnements. Wer eine Zeitschrift herausgibt und dafür viele Bilder braucht, kann also 35 Euro im Monat bezahlen und sich dafür jeden Tag fünf Bilder holen. Die Verwendung in Filmen, im Internet, in Druckwerken oder in Apps ist darin eingeschlossen. 35 Euro für fünf Fotos täglich macht unterm Strich eben nur gerade einmal 23 Cent pro Bild. Soviel nimmt PicsaStock ein. Der Fotograf erhält davon den Löwenanteil von 20 Cent, in Worten: zwanzig Cent pro verkauftem Bild.

20 Cent pro Bild ist fast nichts und es wird noch weniger, wenn man sich das Auszahlungslimit anschaut. Das liegt nämlich bei 15 Euro. Man muss also 75 Fotos verkaufen, um zumindest einmal Geld zu bekommen, in diesem Fall 15 Euro. Nun gäbe es theoretisch die Möglichkeit, dass das eine oder andere Foto mal auf die Produktverpackung von Fischstäbchen landet. Dafür gäbe es dann 30 Euro für den Fotografen. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Das eigene Bild vom Meer landet millionenfach auf der Verpackung für Fischstäbchen und man bekommt dafür 30 Euro. Einmalig, nicht monatlich.

Man sollte sich also genau überlegen, ob man seine Fotos einer Stockfoto-Agentur überlässt. Zumal man dann als Fotograf auch alle Rechte eventuell abgebildeter Personen braucht.

Die App funktioniert übrigens problemlos.

PicsaStock für iPhone und iPad (gratis), ab iOS 7.0
Downloadgröße 32,9 MB, Entwickler: Insta Stock GmbH, Aktuelle Version 2.0.1
https://itunes.apple.com/app/picsastock-sell-your-photos/id807519309?mt=8

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 11 / 2014

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