iPad Foto-App Lume - Fotos mit Licht aufhübschen

Kleine Kunstwerke klappen mit ein wenig Uebung
Fotografieren bedeutet übersetzt so viel wie Malen oder Zeichnen mit Licht. Das kann man dann auch wörtlich nehmen und Fotos mit Licht nachzeichnen. Oder aufhübschen. Oder beides. Die Foto-App Lume für das iPad bietet genau das, und das mit einer lächerlichen Auflösung.

Lume ermöglicht es, mit dem Finger Lichteffekte zu einem Bild hinzuzufügen. Allerdings ist es wesentlich angenehmer mit einem speziellen Stift, mit dem man auf dem Touchscreen des iPads schreiben kann, zu arbeiten, denn Finger sind nur bedingt dafür geeignet. Oder verlangen zumindest einiges an Fingerspitzengefühl. Ansonsten verspricht ein Stift mehr Treffgenauigkeit.

Beschriftung für ein Album
Die App ist im Prinzip einfach aufgebaut, alle Menüpunkte sind auf einer Seite untergebracht. Das Stift-Symbol ist selbsterklärend, es führt zur Auswahl der Malstifte, die Dicke wird mit einem Schieberegler gesteuert und lässt sich fast stufenlos regeln. Ein wenig ruckelt es dabei, die Dicke verändert sich wohl in kleinen Schritten. Da aber ohnehin keine ganz dünnen Striche gemalt werden können, ist das unerheblich. Die Pfeile ermöglichen es, mehrere Schritte vor- oder zurück zu gehen. Allerdings sind nur fünf Schritte zurück möglich. Wer also erst einmal großzügig los malt und dann doch wieder zurück möchte, muss von vorne anfangen, denn eine Radierer-Funktion fehlt. Das würde dem Programm sicherlich gut tun.

Gespeicherte Bilder
Leider wird es dann bei den unteren drei Menüpunkten verwirrend. Das Icon mit dem einen Bild bietet die Möglichkeit, erst einmal ein Foto aus den gespeicherten Bildern auszuwählen, um es dann zu bearbeiten. Soweit kein Problem. Auch das Icon mit der Bilderreihe erschließt sich schnell, damit kann auf das Archiv bereits bearbeiteter Bilder zugegriffen werden. Was aber gänzlich fehlt ist ein Button, um das Bild auch zu speichern. Und das ist nicht nur beim ersten Mal verwirrend, es ist auch nach mehreren Versuchen noch nicht ganz klar, wieso man dafür auf den Papierkorb drücken muss. Genau, auf den Papierkorb. Denn es ist gar nicht möglich, ein bearbeitetes Bild einfach so zu speichern. Es ist nur möglich, die Option „Clear & Save“ zu wählen, also das Bild wegzuschreiben und dabei zu speichern. Man stellt sich schon die Frage, ob das clever war, das genau so zu programmieren. Denn man verwechselt da leicht etwas, es gibt nämlich auch die Möglichkeit, das Bild aus der Zeichnung wieder zu entfernen.

Das Gesicht mit Leuchtstift nachzeichnen
Wieso man das machen sollte? Wenn man erst einmal die Umrisse eines Gesichts gezeichnet hat, für die Augen vielleicht eine andere Farbe einsetzt, dann kann man ein ganz nettes Bild aus Licht-Stift-Spuren erhalten, wenn das Originalbild verschwindet. Und das verschwindet eben nicht, indem man irgendwo auf den Papierkorb drückt, sondern indem man auf die Bildauswahl geht und links oben die Option „No Photo“ wählt. Dann bleibt der gezeichnete Teil übrig, das Bild wird durch eine schwarze Fläche ersetzt. Aber auch dieser Fall, etwas zu entfernen, indem man auf den Öffnen-Button drückt, das ist in etwa so sinnvoll wie das Speichern im Papierkorb zu verstecken.

Das nachgezeichnete Gesicht ohne Originalbild
Zehn verschiedene Pinsel stehen zur Auswahl. Licht in verschiedenen Farben, auch gepunktete Linien. Wer die App bewertet, kann sich einen elften Stil auch noch freischalten. Etwas, über das man auch locker hinweg gehen kann.

Aber abgesehen von der etwas unglücklichen Anordnung der Menüs, funktioniert Lume ganz gut. Zumindest läuft die aktuelle Version 1.0.9 stabil, was man von der Vorgängerversion nicht behaupten konnte. Und es macht auch Spaß, vorausgesetzt man hat auch die richtigen Bilder dafür. Nachtaufnahmen oder solche aus der Dämmerung lassen sich damit verzieren, wer nach weniger theatralischen Einsatzmöglichkeiten sucht, findet die bei einer ganz normalen Beschriftung von Bildern. Da kann so etwas wirklich nett aussehen, vor allem auch, wenn man damit ein Bild beispielsweise für ein Fotobuch gestaltet.

Pinselauswahl
Da allerdings lauert eine böse Überraschung. Denn die Bilder werden erst einmal in der Galerie des Programms gespeichert und müssen von dort exportiert werden. Und dabei werden die Bilder gnadenlos verkleinert auf 1.280 Pixel Seitenlänge. Das spottet natürlich jeder Beschreibung, zumal das iPad seit inzwischen zwei Generationen fast die doppelte Auflösung unterstützt. Wie man sich behelfen kann? Einen Screenshot machen (Start- und Einschaltknopf am iPad kurz gemeinsam drücken) und dann die Menüleiste in einer Bildbearbeitung abschneiden.

Lume by Lichtfaktor für iPad ab Version 2 (1,79 Euro), ab iOS 4.3
Downloadgröße 52,8 MB, Entwickler: Lichtfaktor, Aktuelle Version 1.0.9
https://itunes.apple.com/de/app/lume-by-lichtfaktor/id606880273

Foto-App Besprechung iPhone / iPad 01 / 2014

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